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Mit der Reihe um „Scary Movie“ schienen die Parodien rund um den Bereich Horror und insbesondere jenen des Slashers weitgehend abgegrast zu sein. Doch es kommt halt immer auf die Perspektive an. Lange Zeit mischten Schwarze im Slasher aus Gründen der Quote mit, um dann bei erster Gelegenheit ein „Ich bin gleich zurück“ zu verkünden und dauerhaft wegzubleiben. Ein treffender Ausgangspunkt, um Klischees des Genres aus schwarzer Sicht auf die Schippe zu nehmen.

Die abgelegene Hütte im Wald dient sieben Freunden aus der Schulzeit als Domizil des kleinen Klassentreffens. Die Initiatoren scheinen verschwunden und so wundert sich die Gruppe kaum, als die Tür eines Spielzimmers geöffnet wird und ein Brettspiel mit Moderator zum Vorschein kommt. Doch hier herrschen tödliche Regeln…

Selbstredend sind alle relevanten Figuren schwarze Leute, mal abgesehen von Nebenfiguren wie einem Tankwart oder den Ranger. Regisseur Tim Story („Fantastic Four“) verlässt sich eine ganze Weile auf die Dynamik innerhalb der Gruppe, was anfangs aufgrund der etwas zu geballten Dialoge (und der zum Teil etwas unglücklichen Übersetzung) ein wenig anstrengend anmutet, wobei auch hier bereits zielstrebig auf der Schwarzweißschiene gefahren wird.

Mit Beginn des Spiels und dem damit verbundenen Einschreiten des Killers wird das Tempo merklich angezogen und es sind aufgrund des latent flotten Tempos keine Durchhänger zu verzeichnen. Anbei gibt es zahlreiche popkulturelle Referenzen und auch Fragen des Spiels zielen auf schwarze Geschichte ab, die zuweilen kleine Fangfragen beinhalten. Eine gewisse Schlagfertigkeit ist der Chose nicht abzusprechen, jedoch sollte man keine feingeistigen Pointen erwarten, da der Humor weitgehend oberflächlich bleibt, jedoch auch nie unter die Gürtellinie rutscht.

Der Bösewicht handelt derweil zwar einigermaßen konsequent, bleibt bei der Wahl der Waffen jedoch eindimensional, indem er sich auf seine Armbrust verlässt. Die Maskierung geht in Ordnung, doch eventuell wäre es klüger gewesen, ihn dauerhaft schweigen zu lassen, um das Spiel um die Identität etwas spannender zu gestalten. Kleine Twists sind immerhin vorhanden, obgleich das Finale nicht allzu viele Wendungen beinhaltet und die Pointe weitgehend erahnbar ausfällt.

Schade, dass die Gewalteinlagen nicht allzu explizit ausfallen und derbere Taten konsequent ins Off verlagert wurden, denn die handgemachten Effekte fallen durch die Bank passabel aus.
Während auf darstellerischer Ebene ein, zwei Personen ein wenig drüber performen, entwickelt der Rest eine ordentliche Spielfreude, die sich auch in der Dynamik des Geschehens widerspiegelt. Insofern schwankt die Spannungskurve aufgrund einiger Auflockerungen hin und wieder, doch insgesamt erhalten Genrefreunde eine recht unterhaltsame und weitgehend sympathische Mischung, die sich natürlich zu keiner Zeit sonderlich ernst nimmt.
6,5 von 10  

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