Im Pitch (höchstwahrscheinlich) als Mischung aus Crawl und Assault on Precinct 13th beschrieben, mit den Recken des B-Pictures besetzt, Whelan, Mandylor, Van Dien; ohne groß Marketing, da kein Budget dafür, das Geld steckt in den Bildern. Die Finanzierung selber ist solide, hinter der Produktion stehen (wie so oft letztens) Saban Films und Lionsgate. Die Alarmglocken schellen früh und laut, der Hurrikan tobt, der Alligator ist los, er hat seine Brüder im Gepäck:
Lutree County Sheriff Jo Newman [ Nicky Whelan ] ist mitsamt ihren Deputies Whitlock [ Alex Winters ] und Pine [ Jonathen Sampson ] wenig begeistert von der Kunde, mitten während eines Hurrikans in ihr eh schon tropfnasses Review noch einen Häftlingstransport der gestrandeten Wärter Jay Stamper [ Ryan Francis ] und Dale Elkins [ Randy Wayne ] vom Department of Corrections aufzunehmen; zumal sich unter den Sträflingen auch der wegen Polizistenmord verurteilte Russell Cody [ Casper Van Dien ] befindet. Genau auf diesen bzw. dessen Befreiung hat sich auch der Trupp um Rafe Calderon [ Louis Mandylor ] konzentriert, der bald das Gebäude einzunehmen versucht. Unabhängig von einer Handvoll Alligatoren, die bereits durch die Kanalisation ein schwimmen.
In Südwesten Louisiana spielt das Geschehen, draußen auf dem Lande, weitab von der Gesellschaft, ein Mikrokosmos, von der Außenwelt abgeschnitten, eine Handvoll Menschen in der Belagerung und in der Bewährung. Regen, Blitz und Donner herrscht draußen vor den Toren, drinnen wird sich mit alter Pappe vor dem Unwetter geschützt und mit auseinandergefalteten Kartons. Vorbereitung ist hier alles, der Ernstfall wird geprobt, der Katastrophenthriller ("Looks like Atlantis in here.") als Hintergrund bemüht. Das CGI-Urviech in der Eröffnungsszene ist tricktechnisch schon täuschend echt, es kommt noch besser, es bleibt so 'schlecht'.
"God's gonna be pissing on us for the rest of the night." heißt es bald, das inkludiert die Schauspielführung ("Act like you wanna be here."), die Dialogarbeit, wie erwähnt auch die Spezialeffekte, bspw. das so deutlich nicht existierende, rein artifizielle Polizeirevier, das sieht ein wenig aus wie beim Sound of Thunder; wo mittendrin die Produktion baden und das Geld ausging. Eine all umrandende Künstlichkeit umgibt das Geschehen, die Besatzung ist klein und überschaubar, die meisten davon dennoch wenig bis nicht interessierend. Der Konflikt mit dem weiblichen Sheriff und dem männlichen Cop Killer ist von Beginn an zumindest klar und deutlich, das Foto eines verblichenen Polizisten auf dem Schreibtisch (neben dem guten alten Röhrenmonitor, und der von draußen hereinscheinenden Sonne, während des Unwetters wohlgemerkt) sagt schon alles aus, immerhin stimmt dahingehend die dramaturgische Erhöhung.
Zudem wird sich tatsächlich die Füße (und mehr) nassgemacht und der Kameramann (der abseits der Darsteller großteils rein thailändischen Crew) muss auch auf Tauchstation, es gibt einen dicken und ebenso dämlichen Deputy, dem bald nicht bloß der Arm abgeknabbert wird, und es gibt eine Gremlins-Referenz; welche allerdings nicht autark für sich stehen darf, sondern tatsächlich erklärt werden muss. Ab und an versucht sich Regisseur Brandon Slagle am Inszenieren, am Präsentieren und Visualisieren, es werden zuweilen auch einige Bilder gefunden, Montagen genutzt und das Szenario in der Praxis, mit handgemachten Situationen forciert. Ab dem zweiten Drittel wird dann auch das Revier gestürmt und für einen Moment ausgiebig und fleißig geschossen, durch lange Zeitlupen zerdehnt, "Reminds me of goddamn Afghanistan.", das sieht ein bisschen aus wie mit Leuchtspurmunition und kommt auch aus dem Rechner (wahrscheinlich dem mit dem Röhrenmonitor), die Lobby einmal auseinander genommen und in alle Einzelteile zerlegt.
Ein preiswertes Hard Rain mit Reptilien demnach, co-geschrieben vom zuletzt umtriebigen, das Genre fleißig bedienenden Chad Law, mit einigen figürlichen Fixpunkten – der Cop Killer ist über die Befreiungsaktion nicht wirklich erfreut, es gibt zwei Frauen auf jeweils der gegenüberliegenden Seite des Gesetzes, die sich natürlich gleich 'zur Brust nehmen', "You wanna have a wet T-shirt contest, too?", es gibt nur einen Afroamerikaner, der sich stets und ständig von den weißen, teilweise auch rassistischen Zellengenossen angesprochen fühlt und vice versa, etc.– die Bilder sind (abseits der Effekte) relativ kräftig gehalten, und es wird ab und an auch eine Außenwirkung des Sturmes gezeigt, also reichlich Stock footage realer Überschwemmungen, was nicht gänzlich ohne Wirkung ist. Dafür sind die Reaktionszeiten fast aller Beteiligten seltsam scheinend, bis gar nicht vorhanden, viel wird nur zugeschaut statt wirklich gehandelt oder zumindest auf das jeweilige Ereignis reagiert, da ist kein Timing im Schnitt und nichts, was zu einigen sehr absurden Szenen führt; wie als wenn die gesamte Crew unter Betäubungsmitteln steht. Hinten raus wird man auch gleichzeitig brutal _und_ (un)freiwillig (?) komisch, das letztere wäre erfolgreicher in der Erinnerung.