Review

Auch gelungener Tierhorror wie „Crawl“ benötigt zuweilen ein kleines Pendant welches untermauert, dass jenes Genre eben nicht so nebenher produziert werden sollte. Dabei gibt die Ausgangssituation mit Hurrikan und einigen bösen Wichten prinzipiell recht viel her.

Irgendwo in Louisiana gerät ein Gefangenentransport um Cody (Caspar van Dien) aufgrund eines tobenden Unwetters ins Stocken und man muss an einer Polizeistation einen Zwischenstopp einlegen. Sheriff Newman (Nicky Whelan) hat derweil alle Hände voll zu tun, das eindringende Regenwasser unter Kontrolle zu halten, während einige Söldner um Rafe (Louis Mandylor) das Gebäude stürmen, um einen der Gefangenen zu befreien. Parallel gelangen einige hungrige Alligatoren ins Gebäude…

Die Eröffnungsszene legt direkt das Niveau der Effekte fest, als zwei einander Fremde in einer Behausung Schutz suchen, was einem umherstreunenden Alligator offenbar nicht gefällt. Das große Vieh bewegt sich auffällig digital und auch die dazugehörigen Bluteffekte stammen überdeutlich aus dem Rechner.

Mit Ankunft der Kriminellen ist zumindest gut Tempo im Spiel, man greift auf parallele Handlungsstränge zurück und die wesentlichen Figuren sind ohne Umschweife etabliert, wobei die Schwerverbrecher lediglich Klischees mit dazugehörigen Äußerungen bilden.
Etwas problematisch sieht es mit der Umsetzung des Dauerregens aus, welcher teilweise ebenfalls aus dem Rechner stammt. Einige Szenen wurden bei strahlendem Sonnenschein gedreht und nachträglich mit Filtern bearbeitet, während zumindest einige Vogelperspektiven einigermaßen authentisch daherkommen.

So gibt es im Verlauf ein ständiges Gerangel um Waffenbesitz und der damit verbundenen Macht in der Gruppe, welche irgendwann im sprichwörtlich selben Boot sitzt und sich etwa von einem Stockwerk ins nächst hangeln muss, während Alligatoren scheinbar klein Problem damit haben, einen Schacht hinauf zu klettern. Manche Kaliber vertragen sie ebenfalls problemlos und auch das Rollen mit entsprechendem Opfer klappt sogar auf dem Trocknen.
Und sollte mittendrin etwas Action von Nöten sein, prügeln sich einfach mal zwei für einige Szenen, was immerhin passabel in Szene gesetzt wurde.

Leider fallen speziell die Attacken recht ungelenk aus und entpuppen sich einmal mehr als digitale Schlamperei. Lediglich eine Bauchwunde wurde irgendwie dran geklatscht und etwas früher schwimmt ein abgetrennter Kopf im Wasser, doch Splatterfreunde erhalten hier vergleichsweise wenig Material. Überdies hält sich das Mitfiebern eher in Grenzen, da einem die Figuren wenig bis gar nicht ans Herz wachsen, wobei dies kaum dem annehmbaren Schauspiel des Kollektivs anzulasten ist.

Letztlich entpuppt sich die Mischung aus Tierhorror, Thriller und Katastrophenszenario als halbgare Packung, die nur selten spannend ausfällt, sich aber zumindest nie mit Nebensächlichkeiten aufhält. Passend dazu treibt der Score auf eher dramaturgisch eintönige Form voran, während sich die Atmosphäre im durchnässten Revier einigermaßen atmosphärisch gestaltet. Derartige Mixturen hat man von Asylum und Konsorten zwar schon technisch schlimmer gesehen, originell oder gar sorgfältig ausgearbeitet ist das Endergebnis jedoch nicht.
5 von 10  

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