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In Sachen Zeitreise und den damit verbundenen Paradoxien wird gerne das Beispiel von Schrödingers Katze verwendet, die innerhalb einer Kiste gleichzeitig lebendig und tot ist. Um die Angelegenheit auf unkomplizierte Weise abzukürzen: Der Streifen von Autor und Regisseur Bruce Wemple orientiert sich stark an Christopher Nolans „Inception“, nur in deutlich kleinerem Rahmen und kombiniert mit einem Heist-Movie.

Lee ist ein kleiner Gauner, der mit seinen beiden Kumpanen einen größeren Coup plant. Mithilfe von Zeitreisepillen sind die drei in der Lage, ihr Bewusstsein für einen Tag in die Zukunft zu versetzen und innerhalb einer Stunde die Abläufe zu kalkulieren. Doch eine weitere Instanz durchkreuzt stets ihre Handlungen und gefährdet damit ihre Pläne…

Die Story ist ins Jahr 2026 verlegt worden, die Zukunftsmusik spielt also nicht allzu weit entfernt, wodurch die Szenerien keineswegs futuristisch anmuten. Die dazugehörigen Effekte bleiben überschaubar und zur Orientierung des Publikums wurden grüne oder lilafarbene Klüsen verwendet, je nachdem, ob sich der Zeitreisende vor oder zurück bewegt.

Als wenn dies nicht bereits einigermaßen verwirrend wäre, werden im ersten Drittel noch völlig unnötige Flashbacks bemüht, welche die Angelegenheit weiter komplizieren.
Hinzu kommt die Durchführung eines Raubes, der für den eigentlichen Coup kaum eine Relevanz aufweist, was den Eindruck erweckt, dass Wemple seinem Publikum wenig zutraut, was darüber hinaus den Einsatz des einen oder anderen Erklärbärs untermauert.

Leider werden über die zahlreichen Kalkulationen vernünftige Figurenzeichnungen weitgehend außer acht gelassen. Lee, der äußerlich ein wenig an einen schmierigen Gauner aus den 70ern erinnert, mangelt es an Coolness und das Zusammenspiel mit den beiden Komplizinnen gestaltet sich allenfalls zweckdienlich, obgleich eine vergangene Liaison Erwähnung findet. Während des Coups ergänzt sich das Trio hingegen recht gut und folgerichtig gestaltet sich der Stoff im letzten Drittel deutlich ansprechender als während des eher lahmen Vorlaufs.

Zwar wird der eine oder andere kleine Twist zutage gefördert und der Ausgang, nebst der Möglichkeit einer Fortsetzung, vermag einigermaßen zufrieden stimmen, doch insgesamt mangelt es an Tempo, Spannung und Action. Die wenigen Kampfszenen sind eher schwach choreographiert, markante Schauwerte bleiben aus und der Humor bleibt beinahe komplett auf der Strecke. Während einige Aspekte der Zeitreise tatsächlich einige Fragen als auch Paradoxien mit sich bringen, versöhnt immerhin die zweite Hälfte ein wenig, was allerdings beileibe nicht für eine klare Empfehlung langt.
5,5 von 10   

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