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Im Netflix Genretipp „They Cloned Tyrone“ kommen ein Kleinkrimineller, ein Pimp und eine Prostituierte über Umwege zusammen, als sie einer Verschwörung in ihrer schwarzen Community auf die Schliche kommen - unter Grund gibt es eine Art Gesellschaft und Forschungseinrichtung, die die Bevölkerung in ihrem Stadtteil beobachtet, kontrolliert und sogar teilweise klont…!
They Live… In Da Hood
Mit klaren Bezügen zum schwarzen und politisch eher links gerichteten Horrorkino der letzten Jahrzehnte, von Romero über Carpenter und Craven bis Peele, kommt „They Cloned Tyrone“ dem Status selbst ein Klassiker zu sein oder zu werden, sehr nah. Er braucht etwas, um in die Gänge zu kommen - doch dann rollt die Kugel und es gibt eigentlich kein Halten mehr. Foxx, Boyega und Parris haben eine sensationelle Chemie und ein gefühlt blindes Verständnis, das im Laufe des Films nur noch zunimmt. Der Look ist schön rau und Blacksploitation-grieselig. Die Hintergedanken eher düster und gruselig, definitiv Diskussionen und Überlegungen wert. An jeder Ecke wimmeln Potenzial und Gefahr einer Parodie - die Balance wird aber immer gehalten und nie zu Gunsten eines bestimmten Genres abgegeben. Die Kostüme haben Style, der Soundtrack ebenso, die Stars verschmilzen mit ihren Rollen und sind kaum wieder zu erkennen. Sutherland ist ein genussvoller Bösewicht, endlich kann er es mal wieder laufen lassen. Und insgesamt kann man schon verstehen, warum das Script etliche Jahre auf einer Blacklist stand in Hollywood und als schwer verfilmbar galt - umso toller, dass das Endergebnis sich sehen lassen kann und Netflix da kaum Grenzen, Vorurteile, Hürden kennt!
Fazit: stylischer, gesellschaftskritischer und gruseliger Genresprenger mit hervorragender Chemie zwischen den Stars, sensationellen Dialogen, coolen Kostümen und leichten Anlaufschwierigkeiten - doch wenn er einmal fasst, dann passt's!