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Man muss dem Disney-Konzern wohl dankbar sein: Durch die massive Kommerzialisierung des STAR WARS Franchises und die regelmäßige Versorgung mit immer neuen Ablegern wurde wohl auch der Markt für neue, nicht franchisegebundene und sozusagen „originäre“ größere Science Fiction-Filme bereitet. THE CREATOR von ROGUE ONE Regisseur Garth Edwards gehört dazu. 

Zumindest theoretisch, denn wirklich originär ist kaum etwas an diesem Film. Er bedient sich aus einem Universum, dass schon andere Werke etabliert haben, allen voran Neill Blomkamp mit DISTRICT 9, ELYSIUM und CHAPPIE. 

Das Worldbuilding ist Edwards nichtsdestotrotz sehr gut gelungen, es ist das Highlight des Films. Doch die Welt bleibt hohl, es gibt keine fesselnde Geschichte, keine interessanten Charaktere, sie zu füllen. Nur Klischees, wohin man blickt.

Gerade von einem Film über KI hätte man eine intelligentere Story erwartet. Doch Edwards, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, begnügt sich mit einer überdeutlichen Vietnam-Allegorie und dreht im Kern einen Kriegsfilm, bei dem Gut (die unschuldigen Androiden, später sogar in tibetanische Mönchskluft gehüllt) gegen Böse (das US-Militär, skrupellos, mit zynischen Sprüchen und waffenfixiert) antritt und letztlich die stärkste Waffe gewinnt. 

Hoffen wir, dass Science Fiction auf der Leinwand bald auch wieder wirklich neue Welten und Denkweisen zulässt.

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