Ich muss The Creator aus zwei Gesichtspunkten betrachten.
Einerseits haben wir einen nicht nur technisch einwandfreien, sondern fantastisch aussehenden Scifi-Film. Die Macher haben wesentliche Punkte nicht außer Acht gelassen: die Realität ist kein Hochglanz, weder heute noch morgen, die Erde wird auch in 40 Jahren kein Metall-Ball sein, wenn reiht sich die Technik in grün und blau. Des Weiteren sollte CGI immer nur eine visuelle Unterstützung sein, jenes so unauffällig wie möglich.
Nun zu meiner subjektiven Kehrseite. Was für ein ideologischer Murks! Die Diskussion zur künstlichen Intelligenz ist aktuell sicher heißer denn ja, da sticht der Release-Zeitpunkt auf jeden Fall perfekt ins Wespennest. Zu Anfang transportiert die Darstellung noch, was ein Film sollte, subtil bleiben, neutral und objektiv, zum Nachdenken anregen. Spätestens ab der Hälfte wird nur noch ein klarer Standpunkt vermittelt, überdeutlich. „Eine K.I. ist eine Weiterentwicklung des Menschseins, eine Verbesserung, ein Teil der Evolution auf Erden.“ „K.I.'s können Gefühle haben, eine Art Seele, Gedanken, Träume, Sehnsüchte“. Uff. Da bleibe ich lieber ganz klar beim „Terminator“-Standpunkt. Man achte bitte genau darauf, wie stereotyp die echten Personen fast durchweg dargestellt sind und wie die Blechbüchsen. Jedenfalls scheinen die Macher beim Kreieren des Drehbuchs zu viel Hydrauliköl getrunken zu haben. Weiterhin kommt irgendwie die Frage nach den Geldgebern auf. Der böse Westen, insbesondere der Teufel USA, das tolerante und friedliche Asien…