Zwischen Naan und Geisterbahn
„It Lives Inside“ kann man als amerikanischen Spuk mit indischen Wurzeln beschreiben. Mainstream, der durch exotische Momente, Details und Folklore gewinnt und sich etwas abhebt. Zumindest oberflächlich. Denn ganz kann der „Dämon-im-Glas“-Terror seine sehr generischen Muster doch nicht verbergen… Eine amerikanische Teenagerin mit indischen Wurzeln wird in ihrer Schule mit einer sich seltsam verhaltenden, ebenfalls indisch-stämmigen Mitschülerin konfrontiert, die konfus und eingeschüchtert stets ein mysteriöses Glas mit sich trägt - worin sie einen Dämon gebannt haben will, den sie mit ihrem Leben „beschützt“…
Indisches Irrlicht
Ein bisschen Stephen King-Vibes, einige indische Gewürze, unverbrauchte Gesichter, routinierte Schocks und Spannungsmomente, hier und da deutliche Gedanken an „It Follows“, „Pumpkinhead“, „Carrie“ oder „Under The Shadow“. Nie zu exotisch und ausländisch, immer nah genug an Bekanntem und Bewährtem. Der „Schaukelkill“ wird im Gedächtnis bleiben. Fast ein „Final Destination“-Gedenkmoment. Die sozialen, religiösen und gesellschaftlichen Kommentare und Deutungsmöglichkeiten der kulturellen Entfremdung schwingen nachhaltig mit. Das Ende ist mir zu vage und etwas herausgestohlen. Und dauernde Traumsequenzen und -Fakeouts gehen gehörig auf die Nerven. Dennoch ist es solider Mainstream mit nettem Monsterdesign, auffälligem Anstrich und zumindest den richtigen Vorbildern. Ganz seine möglichen Maximal-PS kriegt „It Lives Inside“ aber nicht auf die Kinostrasse - dafür ist es zu sehr „Gruseln nach Zahlen“. Nur eben ein bisschen safran-weiß-grün-gefärbt.
Fazit: hübsche Halloweenhindihausmannskost - seine exotischen Muster, frischen Teenagerdarsteller, knackige Laufzeit und hochwertigen Looks lassen ihn für Gruselfans wie im Flug vergehen. Fast Food-Furcht in fein. Und man merkt kaum, wie klischeebehaftet er im Kern dann doch ist. Zumindest wenn man nicht allzu aufmerksam ist.