In der Nähe des Glastonbury Festivals stürzen zwei Teenager in ein Bodenloch, eine Woche später untersucht ein Restaurator die sakral ausstaffierte Höhle, die sich als alte Kirche entpuppt. Seine Frau fährt unterdessen die Rucksacktouristin Cassy Grant an und nimmt sie bei sich auf. Deren düstere Tagträume scheinen etwas mit dem mysteriösen Fresko in der verschütteten Kirche zu tun zu haben, die Kirchenoberhäupter versuchen, die Angelegenheit geheim zu halten. Dunkle Wolken ziehen über der ländlichen Idylle Glastonburys auf, mehr oder minder fix fügen sich die Puzzleteile für den Zuschauer zusammen, der mit „The Gathering“ einen übersinnlichen Thriller mit ansprechender Story präsentiert bekommt. Was nicht ins Bild passt, wird trotzdem hineingezwängt, bestes Beispiel sind die Kunstwerke aus dem ersten Jahrhundert, die nach allem anderen aussehen, doch wohl kaum altertümlich. Dazu gesellt sich eine Spurensuche als kurzer Rundumschlag durch die Jahrhunderte, in denen sich „die Schaulustigen“ an menschlichen Tragödien weiden, beginnend mit der Kreuzigung Jesus. Die Recherche durch die Menschheitsgeschichte verhindert nicht, dass der rachsüchtige Killer eben jene unheimliche Figuren anzieht, die wie Vorboten des Unheils stumme Zeugen seiner blutigen Taten werden. Die Amerikanerin Cassy wiederum entwickelt sich trotz ihrer Amnesie zur detektivischen Heldin, immerhin macht auch ihr anzunehmendes Love Interest Dan eine Wandlung durch, was dem Zuschauer die Liebesszenen erspart, die nachträglich entfernt wurden. Schaulust als ewiger Fluch und Wurzel allen Übels mag ja im christlichen Mitgefühl ganz nett erdacht sein, die Verpackung ist dann jedoch überraschend weniger auf die anfängliche Mysterystimmung als auf den schnellen Kick ausgelegt. Der irdische Actionthrill mit wenig zimperlichen Gewaltdarstellungen macht den Zuschauer letztlich sogar zu dem Voyeur, den es in der Story eigentlich zu besiegen gilt, komisch. Als mainstreamige englische Produktion ist das ansonsten solide und kann situativ mit gelungenen Bildern sowie guten Schauspielern überzeugen. Zum Ende hin geht dem etwas holprigen Drehbuch leider die Puste aus und es wird simpler und schließlich richtig plump mit der Moral von der Geschichte beendet. Da merkt man Regisseur Brian Gilbert seine vorigen Produktionen in den USA förmlich an und so reicht es zu einem zumindest einmal sehenswerten Filmerlebnis. Mehr als atmosphärisch gelungene Szenen sind es insgesamt nicht, dafür wurden die mit gelungenen Gruselschocks inszeniert.
Fazit: Netter Mysterythriller mit theologischen Einsprengseln, nur kommt man sich als schaulustiger Zuschauer am Ende schon richtig schlecht vor. 5/10 Punkten