Review

Sony die Schlamper

Wie egal kann ein Film sein? "Kraven The Hunter" - Ja!

Ein russischer Jäger und eigentlich (wie hier zumindest dargestellt!) fast Superheld aus reichem Oligarchenhaus will in den Staaten allen beweisen, dass er der beste Jäger, Kämpfer, Krieger, Sammler ist, den die Welt je gesehen hat...

Dr. Poolittle

Puh... klar, mit "Morbius" und Co. hat Sony die eigene Messlatte und unsere Erwartungen dermaßen tief gelegt, dass selbst ein "Kraven The Hunter" jetzt nicht mehr ganz so bescheuert aus der Wäsche guckt, wie er es verdient hätte. Dennoch bin ich mal wieder geschockt, wie egal und lustlos und blass und blöd eine Comicverfilmung sein kann. Als hätten wir 2002 all over again... Man ist es so satt. Man ist auch noch etwas strenger nach so viel Murks, weil einen jetzt auch eine solche Banalität ankotzt. Egal wie sehr mit ein paar Nachshoots die Actionszenen mit Splatter gepimpt wurden. "Kraven The Hunter" bringt's einfach nicht. Originstory für'n Hintern. Action austauschbar und zu schnell geschnitten. Klischees und Akzente an jeder Ecke. Ein Drehbuch wie ein Potpourri. Es war eine echte Anstrengung das durchzusitzen. Weil es so wenig Gewicht, so wenig Fallhöhe, so wenig Aura, so wenig Wichtigkeit hat. Es ist ein Projekt, bei dem man sich echt wundert, warum es so dermaßen lang mit durchgeschleppt wurde. Das klingt alles bitter und gemein. Aber ich kann sowas einfach nicht mehr sehen. Tiere, die in die Gegend starren. Crowe, der Akzente ausrotzt wie andere Kautabak. Bauchmuskeln, geölt und stur minutenlang wie in einem Parfumwerbespot in der Linse. Löwenblut, das in Wunden tropft. Schwachsinn, der aus jeder Pore drängt. Menschen, die durch den Wald laufen. Dialoge, wie von einem Sechstklässler. Ich kann's einfach nicht mehr akzeptieren oder als "Hatewatch" abtun. Denn selbst dafür ist "Kraven The Hunter" viel zu schläfrig, sprunghaft und niemandem einen Furz wert. Auch den Beteiligten nicht mehr. Schon lange nicht mehr. Das spürt man. Das will man nicht. Das braucht die Welt nicht. Selbst als flaches Entertainment und billige Berieselung nicht. 

Fazit: ich mag Aaron Taylor-Johnson wirklich gerne... und bin auch ein kleiner Gorebauer oft genug... aber selbst er und die gezeigte Gewalt können "Kraven" und das gesamte, (von Beginn an!) fehlgeleitete Spider-Badguy-Verse von Sony nicht vor dem finalen Todesstoß retten. Ein brutales wie banales Armutszeugnis nur leicht besser als "Morbius" und Madame Spinnennetz... was ein Kampf, was ein Krampf. Eingestampft.

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