Wenig erbaulich ist der harte Alltag der Johannesburger Polizisten Chili und Shoes - gerade wieder ging ein Einsatz um einen Goldraub schief. Dabei sind die beiden Kollegen so unterschiedlich, wie man sich dies nur irgendwie vorstellen kann: der kreuzbrave, ruhige Shoes (Presley Chweneyagae) glaubt immer noch daran, daß er durch seine Tätigkeit dem Gesetz dient und somit Gutes tut, während der temperamentvolle Chili (S'Dumo Mtshali) angesichts der grassierenden Korruption keine Illusionen mehr hat, daß das ständige Katz- und Mausspiel in Wirklichkeit eine Sisyphosarbeit ist und am Ende nichts bewirkt.
Durch seine Undercover-Tätigkeit kommt Chili mit einer Gruppe Räubern in Kontakt, die zwar einen größeren Coup planen, deren Ziele ihn jedoch ansprechen: die wie eine Familie auftretenden Gangster wollen die Beute nicht selbst behalten, sondern an ein örtliches Waisenhaus verteilen, das aktuell von der Schließung bedroht ist. Kurzerhand gesellt sich der in Zivil auftretende Chili der Gruppe hinzu - und gerät damit in Gegensatz zu seinem langjährigen Kollegen, der davon überhaupt nicht begeistert ist, ihn aber dennoch deckt.
Ziel des Überfalls, der lange vorbereitet wird, ist ein schwarzer Multimillionär, der im Privatflugzeug reist und - so wird es kolportiert - Kinder in seinen Goldminen arbeiten läßt. Chili verinnerlicht immer mehr die vermeintliche Richtigkeit seines geplanten Tuns, kann seinen Kollegen jedoch nicht davon überzeugen. Womit er allerdings auch nicht gerechnet hat, ist die allgemeine Gier nach dem Reichtum, vor der auch die Dezernatsleiterin der ermittelnden Johannesburger Kripo nicht gefeit ist. Die Folge ist ein turbulenter Raubüberfall mit mehreren rivalisierenden Parteien...
Für seinen Actioner iNumber Number: Jozi Gold legte Regisseur Donovan Marsh besonderen Wert auf eine auffällige Kameraarbeit, die sich in zahlreichen stylischen Aufnahmen, Drohnensequenzen und manch ungewohnter Perspektive widerspiegelt, worin ihn eine Reihe (ziemlich sinnlos) durchgeknallter Nebenfiguren unterstützt - leider sind die beiden Hauptfiguren des im Übrigen wenig durchdachten Plots dagegen derart farblos, daß man mit ihnen in keinster Weise mitfiebern kann.
So schleppt sich die erste Hälfte des mit 113 Minuten ohnehin überlangen Streifens ziemlich zäh dahin und fällt mehr durch skurrile (Neben-)Figuren auf wie jene des "Hyänenmannes" (eines wohlhabenden Goldräubers, der jene Tiere verehrt und ständig von einem dieser Raubtiere begleitet wird) oder Chilis und Shoes Chefin, die es schafft, in fast jedem Satz mindestens zweimal die Wörter Scheiße oder verfickt unterzubringen. Die beiden ungleichen Polizisten jedoch gehen miteinander ziemlich pfleglich, ja schon naiv-freundschaftlich um, stets ersucht Chili seinen Kollegen um Verständnis für seine Entscheidung, denn die beiden kennen sich bereits seit Kindertagen, als Shoes ihn einmal vor dem Ertrinken gerettet hatte - gähn!
Als dann die moderne Robin-Hood-Truppe antritt, denen sich Chili recht bedenkenlos anschließt (etwa ab Filmmitte), ist zwar klar, wohin die Reise geht, doch mit dem tränentreibend vorgetragenen hehren Zielen beginnt dann erst recht die große Langeweile. Ein paar halbherzige Actionszenen später findet dann das große Finale auf einem Schrottplatz statt, dessen Ausgang - meilenweit vorhersehbar - natürlich für keinerlei Spannung mehr sorgt.
Was, so fragt man sich, bezweckt die Regie mit iNumber Number: Jozi Gold ? Ist es wirklich nur die erzähltechnisch mit der Brechstange vorgetragene Erkenntnis, daß man sich lieber mit den Gesetzlosen zusammentun soll, um am Ende etwas (Gutes?) zu bewirken? Das bleibt eine der vielen offenen Fragen zu dem Streifen, die man allerdings am Ende auch schon wieder vergessen hat, denn mehr als die - übrigens recht ordentlich gestaltete - Computerhyäne bleibt einem nämlich ohnehin nicht im Gedächtnis. 3 Punkte.