Review

Von Adam Sandler mit seiner Happy Madison Productions produzierte Gaunerkomödie als Veröffentlichung für einen Streamingdienst, mit alter und neuer Besetzung, mit genügend Anreiz für jedermann, mit viel Starrummel für Groß und Klein, die ganze Familie vor dem Fernseher vereint, "I like it. I love it.", Adam DeVine als Anführer der Truppe, entsprechend der Humor, die Meisten schauen den Film sowieso wegen des 'and', dem Brosnan, hier als Frohnatur:

Der Bankmanager Owen Browning [ Adam DeVine ] steht kurz vor der Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin, der Yoga-Lehrerin Parker McDermott [ Nina Dobrev ], auch sehr zur Freude seiner Eltern Neil [ Richard Kind ] und Margie [ Julie Haggerty ], die sich allerdings nicht nur über den Beruf der zünftigen Schwiegertochter Gedanken machen, als auch über die bisherige Abwesenheit ihrer Eltern, Billy McDermott [ Pierce Brosnan ] und Lilly [ Ellen Barkin, welche allerdings kurz vor der Trauung doch ihre Aufwartung machen. Als kurz darauf die Filiale von Owen durch zwei maskierte Bankräuber überfallen werden, ahnt nicht nur dieser Schlimmes, sondern auch der FBI-Agent Roger Oldham [ Michael Rooker ], der schon länger hinter den sogenannten 'Ghost Bandits' her ist. Zudem mischt sich auch die osteuropäische Gangsterführerin Rehan Zakaryan [ Pooma Jagannatha ] in die zunehmend aus dem Ruder laufende Angelegenheit ein.

Mit He-Man Referenzen fängt man an, mit einer schlechten Rückprojektion, wie in einer Sitcom, das ist es hier auch, das Gelächter auf der Tonspur fehlt, es wird viel getextet, es gibt den Wortwitz, es gibt sowieso viel Text, in der Wiederholung, der Running Gag, das sieht besser aus als es tatsächlich ist. Typisch amerikanisch ist es auch, das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, man sollte sich nur darauf einstellen, eine amerikanische Sitcom in Überlänge, mit DeVine als Star, mit dem Rest als Zusatz, als Anreiz, als Wertschätzung. Dialoge und Monologe stürzen auf einen ein, schon in den ersten Minuten, ein erster Wulst an Fragen und Antworten, es dreht sich um die Prämisse, jeder Film braucht ein Grund, einen Anfang, hier ist es der Besuch der Schwiegereltern, die man bisher nicht kannte und nun doch kennenlernen sollte, vor der Hochzeit oder zur Hochzeit auch noch, also rechtzeitig vor dem "Ja" sagen, sie kennt seine schon. Hektisch ist das zu Beginn, ein bisschen ordinär auch, mit ein paar schlechten Effekten, mit etwas Skurrilität und Sterilität, mit einer Groteske, mit einer schwarzen Satire, mit Blut durch einen Kopfschuss, mit einem brennenden Arm. Viele popkulturelle Differenzen werden hier gemacht, manche sind eher eklig gehalten, es wird sowieso frisch und fromm und frei draufgehalten, es wird mit der Familie und den Kollegen getroffen und gesprochen, es gibt sexuelle Anspielungen, die Kamera immer dran, da stehen die Schwiegereltern schon in der Tür. Brosnan zu sehen macht Laune, seinetwegen hat man schliesslich eingeschaltet, es werden die Formalitäten gelassen, es gibt einen dicken Bruderkuss, von Mann zu Mann, die ersten Geheimnisse und Derbheiten gemacht, Brosnan zeigt Spielfreude, das ist wichtig hier.

Partnerlook hat man an, das andere Ehepaar, nicht die eigentlich zu Trauenden, man unterhält sich über das erste Treffen, eine süße Geschichte (nicht wirklich), es wird drauf angestoßen, viel getrunken, DeVine hält sich meist in der Küche auf, er könnte auch der King of Queens sein, eine Sitcom halt, nur ein Setting, ein großer Kühlschrank, ein großer Herd, eine Art Landhausküche in L-Form, man versucht sich zu verstehen, gegenseitig, es wird gefragt, was die Schwiegereltern als Erstes tun wollen, in lauten Komödien mitspielen ist die Antwort, entsprechend wird das so gedreht. Immer eine Nummer darüber, immer eine Nummer zu lärmig, zu lästig, bis es endlich zur Sache geht, zur eigentlichen Problematik, dem Gangstergeschehen, dem drumherum. Ein Fehler wurde gemacht, unfreiwillig, das weiß man hier noch nicht, der Zuschauer weiß es, das reicht, es wird gekotzt, reichhaltig, ein Überfall findet statt, auch hektisch gemacht, auf Aggressivität prononciert, ein Verbrechen von der Polizei aufgenommen, eine Erinnerung kommt zum Vorschein, ein Ausfragen und Ausreden von vorher. Rooker taucht auf, als Mann der Ermittlungen, der Zuschauer ahnt es schon, die Indifferenzen, es gehrt zurück ins weiße Vorstadthaus, ein Sportwagen als Hochzeitsgeschenk, man ist sich zu 85 % sicher, dass man die Bankräuber kennt, zudem ist man in die Kriminalität mit einbezogen, ein doppeltes Problem. DeVine hat vorher u.a. Game Over, Man! (2018) gedreht, als Stirb langsam (1987) Persiflage, dort funktionierte die Mischung irgendwie besser, die Hommage und die Spezialität, es werden die eigenen Eltern nun eingebunden, als Mitwisser und Fragende, ein Tisch zu Sechst nun, zwei junge Menschen und vier ältere, es wird peinlich von beiden Seiten, es wird peinlich nur für einen.

Eine Frage steht im Raum, eine Verfolgung, eine Beobachtung, eine Observation wird angestrebt. Und vollzogen, mit allen Pointen, die man sich nicht denken kann, zusätzlich wird eine Drohung ausgesprochen, ein Gangsterfilm regiert für einen Moment, das ist noch das Beste hier, der Crime inkludiert. Gefilmt ist das solide, es interessiert nur nicht wirklich, es wirkt meistens unsympathisch, es involviert nicht wirklich, es hat kein richtiges Fundament für die Witze, alle spielen für die Show. Die Infiltration und die Exekution der Prämisse beginnt etwa bei der Hälfte des Filmes, es wird episodisch, ein Besuch bei der Bäckerei, die Waffen gezogen, die Wahrheit an die Öffentlichkeit gemacht und gebracht, es wird wild geschossen, etwas Nahkampf, eine erste flinke Actionszene, ein paar Stunts, gerne mehr davon, mindestens drei, vier, fünf Stück noch, dann wird vielleicht ein gescheiter Film draus. Ein zweiter Bankraub später holt man wieder einige Stuntarbeit heraus, sowie eine James Bond – Referenz, die Shootouts durchaus knallig, leider im falschen Film, in einer unnötig nervenden Umrandung, schade um die Materialschlacht mit den Polizeiwagen, die fliegenden, wirbelnden Karosserien, die Zerstörung eines ganzen Friedhofs; der viel geschmähte oder ganz übersehene CHiPS (2017) beispielsweise konnte beides vereinen, die Second Unit und den Humor, hier bleibt es einseitig, eine Geschmacksverirrung nur und pur.

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