Eine schöne Grundidee, die der Streifen, beruhend auf einem Manga mit sich bringt. Denn normalerweise notiert man sich auf einer To-Do-Liste nervige Sachen, die in absehbarer Zeit zu erledigen sind. Besser und natürlich angenehmer wäre eine Liste mit 100 Dingen, die man schon immer mal machen wollte. In einigen Belangen könnte hierfür eine Zombie-Epidemie von Nutzen sein, da man kaum mehr auf jemanden Rücksicht nehmen muss und sei es nur das Zünden von Feuerwerk an einem x-beliebigen Tag.
Anfangs war der Mittzwanziger Akira begeistert von seinem neuen Job im Büro einer Werbeagentur, doch nach einem Jahr ist er völlig ausgelaugt. Eines Morgens bemerkt er, dass die Stadt von Zombiehorden überrollt wurde. Um sein einsames Dasein angenehmer zu gestalten, arbeitet er eine Wunschliste ab, auch wenn er sich dabei zuweilen in Lebensgefahr begibt…
Nach einer kurzen, jedoch durchaus lebhaften Einführung in den Arbeitsalltag der Hauptfigur, was einen deutlichen Wink in Richtung Ausbeutermentalität beinhaltet, steht Akira eine Weile einzig und allein im Mittelpunkt des Geschehens, mal abgesehen von den Zombies.
Der mitunter etwas naive Kerl wächst einem rasch ans Herz, seine Unbekümmertheit lässt ihn mit Glück einige Attacken überleben, zudem kann er sich über Kleinigkeiten wie eine entrümpelte Wohnung freuen.
Ganz allein bleibt er jedoch nicht, da er im Verlauf zwei Wegbegleiter erhält, woraufhin die Geschichte zum kleinen Road-Trip wird.
Die dazugehörigen Kulissen beeindrucken vor allem im ersten Drittel, da sich sogleich eine apokalyptische Stimmung etabliert, während phasenweise recht viele Zombies unterwegs sind, deren Gestaltung viel Liebe zum Detail erkennen lässt. Auch sorgen manche Untote in skurrilen Situationen für Aufheiterung, etwa als Erntebauern oder Badegäste.
Lieder schlagen die Zombies nur selten blutig zu, explizite Gewaltausbrüche oder auffällige Fressszenen sind nicht auszumachen.
Obgleich zwischenzeitlich einige Wünsche der Liste in Bilder gepackt werden und ein positives Gefühl innerhalb der Misere erzeugen, schleichen sich spätestens im Mittelteil einige Längen ein. Auch beim finalen Akt dauert es ein wenig, bis endlich wieder Action dominiert und ein Zombiehai auf den Plan tritt, den es in dieser bizarren Form wohl auch noch nicht gab. Zumindest ist zum Finale ordentlich was los und anbei müssen sich manche Leute entscheiden, wie und mit wem sie den Rest ihres Daseins verbringen wollen.
Darstellerisch ist bei alledem nichts anzukreiden, der Score bringt eine taugliche Mischung in eher zurückhaltender Form mit, während sich der Einsatz von Computereffekten aufs Nötigste beschränkt und eher auf Handarbeit gesetzt wird. Die positive Haltung ist dem Treiben durchaus anzurechnen, nur leider gehen ihm zwischenzeitlich ein wenig die Ideen aus und mit rund 129 Minuten ist das Werk deutlich zu lang ausgefallen. Dennoch ein brauchbarer Beitrag aus dem Zombiebereich, der beileibe nicht so albern und überdreht ausfällt, wie man es eventuell hätte befürchten können.
6,5 von 10