Review

"Man kann nie zu reich sein, zu dünn oder zu gut bewaffnet."

Das titelgebende "Virus" sieht eine außerirdische Lebensform in uns... der Menschheit. Aus unendlichen Weiten gekommen und von der Raumstation Mir aufgefangen verbreitet sich die an einen elektrischen Blitz erinnernde Lebensform auf einem russischen Forschungsschiff mitten auf dem Ozean. Zur gleichen Zeit schippert ein Schlepper durch das von einem Orkan aufgewühlte Meer und trifft auf das mittlerweile verlassene Forschungsschiff...

Besonders der Beginn ist äußerst spektakulär in Szene gesetzt. Die Übernahme der Raumstation und des Schiffes sowie die Gewalten des Meeres sehen zu Anfang sehr gut aus. Gerade die Spannung und Atmosphäre feiern hier ein hoch, dass später kaum noch erreicht wird. Denn nachdem die Crew des Schleppers gezwungenermaßen auf dem Forschungsschiff verbleibt stellt sich die, für einen Standard Horrorfilm übliche, Dezimierung der Charaktere ein.

Vorteil gegenüber anderen Science-Fiction-Horrorfilmen ist das Thema. Die Idee eine außerirdische Lebensform in Form einer künstlichen Intelligenz Maschinen auf Menschen zu hetzen ist noch frisch und unverbraucht. Hier lässt der Streifen seine Muskeln spielen. Die Effekte und Kreaturen sind bis auf ein paar sichtlich künstliche Ausnahmen recht ansehlich. Unterlegt durch einen unheimlichen Soundtrack und vielen Licht und Schatten Effekten stellt sich eine tolle düstere Atmosphäre ein. Dies ist eindeutig die Stärke des Filmes.

Schwächen liefern sich, für das Genre übliche, zahlreiche Logikfehler. Wie kommt beispielsweise eine Möwe auf ein Schiff mitten im Ozean?
Die Begrenzung des Schauplatzes auf ein Forschungsschiff lässt zudem nicht sonderlich viel Abwechslung zu.
Dies wäre zu verschmerzen wenn das restliche Konzept stimmig wäre. Leider krankt es bei diesem schnellen Hollywood Auswurf an Innovation. Wie auch in anderen Filmen dieser Art werden die Charaktere auf die ein oder andere widerliche Art und Weise aus dem Verkehr gezogen und als Obulus in Form eines Cyborgs wieder in den Ring geworfen um seine einstigen Kameraden zu zerlegen. Bei den Szenen in der die Reste der Crew aus "Ersatzteilen" zu erwähnten Maschinen modifiziert werden empfehle ich übrigens nichts zu essen.

Gerade schauspielerisch hätte ich von den Altstars Jamie Lee Curtis, William Baldwin und Donald Sutherland wesentlich mehr erwartet. Aber sie rennen oder hetzen durchgängig, so wie die anderen klischeehaften Figuren, mit fast immer gleicher Miene umher und verbreiten keinerlei Charme oder Identifikationsmöglichkeit.

Gesamt gesehen verbleibt ein durchaus spannender und unterhaltsamer Science-Fiction-Horrorfilm mit frischem Potential, welches durch klischeehafte Charaktere, gewöhnliche Erzählstruktur und schwachen Schauspielern nicht zu mehr genutzt wurde.

5 / 10

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