Review

Während des Zweiten Weltkriegs gab es dermaßen viele Schauplätze und hervorzuhebende Ereignisse, dass es trotz geschichtlicher Aufzeichnungen oftmals schwierig ist, den Wahrheitsgehalt bei filmischen Aufarbeitungen zu überprüfen. Geht man im Zweifel also besser davon aus, dass sich Louis Mandylor mit Regie und Hauptrolle einfach mal ein wenig austoben wollte und sich allenfalls bei der Ausgangslage auf wahre Fakten stützt.

Oktober 1942 auf den Solomonen-Inseln im Pazifik: Der ehemalige Boxer Caputo (Mandylor) ist neu auf dem Stützpunkt, wo er auf seinen Jugendfreund James (Donald Cerrone) trifft, mit dem noch die eine oder andere Aussprache ansteht. Doch bevor es dazu kommt, wird der Stützpunkt von japanischen Einheiten angegriffen. Über einen Zeitraum von drei Tagen muss sich die Truppe diversen Angriffswellen entgegenstemmen, bevor Verstärkung eintrifft…

Den eigentlich exotisch anmutenden Schauplatz weiß Mandylor nur sehr bedingt zu nutzen. Anfangs gibt es ein paar flüchtige Landschaftsaufnahmen, doch im Verlauf verschwindet dieses Flair komplett, als es in der zweiten Hälfte im austauschbaren Dschungel einzig ums Ausharren und Verteidigen geht. Leider nutzt die Erzählung den eher lahmen Vorlauf nicht, um die Typen eingehender zu charakterisieren. Die Fehde zwischen den Jugendfreunden wird lediglich umrissen, dazwischen werden Individuen mit Einzelszenen hervorgehoben, um sie innerhalb der zweiten Hälfte erst gar nicht mehr erscheinen zu lassen, wobei lediglich ein Geistlicher (Quinton Jackson) etwas mehr Ambivalenz erhält.

Als es kurz vor der Halbzeit endlich zur Action kommt, offenbaren sich einige inszenatorische Schwächen, die unter anderem auf das geringe Budget zurückzuführen sind, da etwa einige Explosionen infolge von Luftangriffen überdeutlich aus dem Rechner stammen. Gleiches gilt für zahlreiche Einschüsse und Mündungsfeuer. Darüber hinaus sind Schnellfeuerwaffen eines bestimmten Typs mit unterschiedlichen Sounds untermalt, gefallene Gegner und deren Waffen sind bei der kommenden Angriffswelle plötzlich verschwunden, der Einsatz eines Fernglases ergibt wenig Sinn, wenn der Feind nur zwanzig Meter entfernt lagert und Mondphasen waren auch schon mal verlässlicher, da nach Halbmond in der darauf folgenden Nacht direkt der Vollmond zu sehen ist.

Derweil hält sich das Mitfiebern in Grenzen, obgleich den Nahkampfszenen eine gewisse Dynamik und Härte anhaftet. Die Choreo geht in Ordnung, während das kampferprobte Darstellertrio ein paar nette Moves einfließen lässt. Geht ja auch, wenn der Gegner die Gewehre kollektiv als Hiebwaffen einsetzt, anstatt sie abzufeuern. Der Score bleibt in diesem Zusammenhang zumindest weitgehend bodenständig, obgleich er einige Male hart am Rand des pathetisch-heroischen kratzt.

Letzten Endes bleibt die Handlung arg generisch und weiß weder inszenatorisch noch erzählerisch einen markanten Höhepunkt zu bilden. Es kommt kein Nervenkitzel zustande und trotz darstellerischer Bemühungen geht der Stoff zu keiner Zeit in die Tiefe oder liefert anderweitig Ecken und Kanten, um sich von der nur allzu breiten Masse abzuheben.
Teile der Action gehen in Ordnung, doch substanziell hätte man deutlich mehr Empathie hervorkitzeln können.
4,5 von 10



Details
Ähnliche Filme