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Vielleicht wurde es auch mal Zeit, aus dem Schatten eines Produzenten und Nebendarstellers zu treten und die Umsetzung einer Graphic Novel selbst vorzunehmen. Entsprechend ist „King of Killers“ das Regiedebüt von Kevin Grevioux, der zudem das Drehbuch verfasste und, - einmal mehr als Nebendarsteller in Erscheinung tritt.

Garan (Alain Moussi) ist ein geübter Auftragskiller, der nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau und der Krankheitsdiagnose seiner Tochter in ein tiefes Loch fällt. Doch dann lockt ihn das lukrative Angebot eines unbekannten Auftraggebers nach Tokio, wo er den besten seiner Zunft, Drakos (Frank Grillo) eliminieren soll. Zu seiner Verwunderung trifft er im Hotel auf weitere Auftragskiller mit demselben Ziel…

Die recht klischeebeladene Vorgeschichte hätte gewiss eine Straffung vertragen können, denn für eine bessere Figurenzeichnung der Hauptfigur taugen die ersten 30 Minuten nur bedingt.
Zumal es nicht sonderlich professionell anmutet, dass ein Killer seinem Job in einer gut gefüllten Kneipe nachgeht und noch nicht einmal einen Schalldämpfer benutzt.

Etwas Fahrt nimmt die Sache auf, als es zum Stelldichein der Killer kommt und zunächst einige Seitenhiebe verteilt werden, wonach das wahre Ziel von Drakos offen gelegt wird.
Danach konzentriert sich das Treiben in regelmäßigen Abständen auf Zweikämpfe, die wahlweise mit Waffen ausgetragen werden und die eine ganz ordentliche Härte an den Tag legen. Zwar sehen einige CGI hinsichtlich des ohnehin eher niedrigen Budgets nicht sonderlich überzeugend aus, doch die Choreo kann sich demgegenüber durchaus sehen lassen.

Primär Alan Moussi, der als gebürtiger Stuntman bereits Erfahrungen in zwei Aufgüssen vom Kickboxer sammeln konnte, offenbart eine grundsolide Akrobatik, die in Ansätzen der eines Jean-Claude van Damme nicht unähnlich ist. Aber auch Grillo bewegt sich agil durch die Szenerie, die im Verlauf etwas mehr Abwechslung hätte vertragen können, da der Schauplatz nicht über die Räumlichkeiten eines präparierten Hauses hinauskommt, welches partiell unter einer etwas zu schwachen Beleuchtung leidet.

Storytechnisch bleibt das Konstrukt eher vage, Auflockerungen sind kaum auszumachen und die Konstellation des Finales ist sehr offensichtlich. Ein paar minimale Twists liefern immerhin die Möglichkeit einer Fortsetzung, die sich bei der gegebenen Ausgangslage sogar recht interessant gestalten könnte.
So bleibt es beim schlichten Actioner, der weder sonderlich originell oder gar innovativ daherkommt, der mit der Konzentration aufs Wesentliche in der zweiten Hälfte jedoch vieles richtig macht.
6 von 10  

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