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Wer wie Regisseur Dwight H. Little seit den 80ern erfolgreich Serien („Prison Break“) und vereinzelt Horrorfilme („Halloween 4“) herausbringt, kann es sich auch mal erlauben, drei Horrorikonen zu besetzen und dabei zwei sträflich zu vernachlässigen. Leider schafft er es nicht, Slasher, Dämonenhorror und Halloweengrusel zu einer Einheit zu verschmelzen.

Einen Tag vor Halloween verschlägt es die Freunde Wyatt und Robby zum Haus der legendären Natty Nocks, die in den 70ern im Ort als Hure verschrien war und in ihrer Scheune verbrannt wurde. Hier beobachten sie, wie ein Fremder (Bill Moseley) eine Unbekannte offenbar umbringt. Doch niemand will ihnen im Zuge der Legende des Hauses und dem nahenden Halloween glauben…

Nach einem halbwegs atmosphärischen Einstieg, bei dem lediglich die CGI-Flammen stören, lässt man sich ein wenig Zeit, die wenigen Figuren und die jeweilige familiäre Situation einzuführen, was durchaus gelingt und Sympathien schürt. Indes bleibt die Figur des Unbekannten im Knocks Haus nebulös: Er zieht sich mit bemaltem Gesicht alte Horrorfilme im Keller rein, ist nebenher als (falscher) Polizist unterwegs und wohnt in einem Haus, welches offiziell seit Jahren unbewohnt ist.

Allerdings entsteht bei alledem lange Zeit kein Nervenkitzel. Die Bedrohung baut sich viel zu langsam auf und zu selten offenbaren sich übersinnliche Einflüsse wie ein Hexengesicht in einer Scheibe. Die Bedrohung durch den Fremden wird erst nach einer geschlagenen Stunde konkreter, - bis dahin vermag selbst auf atmosphärischer Ebene nichts zu zünden, da die Ausstattung in Sachen Halloween, bis auf einen effektiven Gang durch ein geisterbahnhaftes Haus eher kläglich ausfällt.

Zwar zieht das Tempo gegen Finale etwas an und es wird auch ein wenig blutig, doch diesbezüglich mutet die FSK16 fast schon ein wenig zu hoch gegriffen an. Die kurzfristige Spannung wird wiederum von einem Ausgang überschattet, der aufgrund seiner Willkür und mangelnden Kontextes so gar nicht zum Vorherigen passen will.

Dem können die Mimen nur bedingt entgegen wirken. Robert Englund absolviert einen Gastauftritt als Erklärbär mit Hintergrundinformationen, während eine Danielle Harris als Mutter und Maklerin überhaupt nicht gefordert wird. Moseley performt routiniert, vermag jedoch keine markanten Akzente zu setzen und auch die Jungmimen liefern allenfalls durchschnittliche Leistungen ab, zumal sie sich durch einen Wust wenig origineller Dialoge quälen müssen. Letztlich liefert der Score immerhin taugliches Material, einschließlich eines eingängigen Hauptthemas.

Augenscheinlich konnte sich das Drehbuch des unerfahrenen Autors Benjamin Olson nicht für eine klare Richtung entscheiden, weshalb das Treiben wenig Suspense, jedoch viel Leerlauf aufweist und in allen angestrebten Punkten halbgar anmutet. Handwerklich wird zwar Routine geliefert, doch storytechnisch wirkt die Chose wie ein Schnellschuss, dem es hüben wie drüben an Feinschliff mangelt.
Knapp
4 von 10
 

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