Lange Zeit hatte ich mich bzgl kleiner Klassiker aus dem Horrorbereich auch um „Daughter of Dr.Jekyll“ bemüht, der bei uns den einprägsamen Titel „Die Totengruft der Dr. Jekyll“ trägt. Ausnahmsweise stimmt der sogar mal, denn es gibt hier tatsächlich einen Geheimweg vom Labor (mit den beliebten Erlenmeyerkolben) in eine Totengruft, wo man die Familienerbin mal dekorativ auslegen kann, bevor…
…ach Mist, an dieser Stelle muss ich ja stoppen, weil der Film genau eine spoilerwürdige Info mit sich rumträgt und dafür exakt drei Personen (davon zwei enorm unwahrscheinlich) infrage kommen.
Man erwarte also keinen raffinierten Plot oder irgendwelche (außer der einen) Überraschungen, der Film schlurft sich erfolgreich über seine gut eine Stunde Laufzeit, in der Gloria Talbott durch diverse Visionen eines tödlichen Angreifers in ihren Träumen kreischen darf, ehe die ganze Wahrheit ans Licht kommt. John Agar ist ihr da keine große Hilfe, der war schon bei John Wayne nur Garderobe und nettes Beiwerk. Also läuft man durchs aus, probiert Geheimgänge und puzzelt in Ritterrüstungen herum. Aber kostengünstig Atmosphäre hat man mit kleinen Mitteln passabel hinbekommen und so stellt sich zwar nicht der ganz große Grusel ein, aber ein Hauch der alten Schule der Universal-Monster, die noch am nächsten an dieser Sparfuchsversion dran liegen.
Edgar G.Ulmer war ein kompetenter Regisseur, selbst mit Schnürsenkelbudgets und er holt auch hier das Maximum aus dem Schnellschuss heraus, was bei enorm steifen Hauptdarstellern wie John-Wayne-Gschpusi John Agar auch immer ein wenig Herausforderung war. Gloria Talbott macht das ganz ordentlich und Arthur Shields Charaktergesicht läuft ohnehin von ganz allein.
Später sollten sich einige Elemente dieses kleinen Films dann in den europäischen Gruslern bei Hammer, Cinecitta und Co dann wiederfinden, aber die „Totengruft“ ist einfach noch ein netter kleiner Schnellschuss, wie so viele Horrorfilme der notleidenen 50er, als die Kasse mehr oder minder nur mit Sci-Fi zu machen war.
5/10