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Stimmt schon. Womöglich gibt es keinen italienischen Actioner, in dem Helden auf überzeugende Weise die Welt retten. So behauptet es zumindest vorliegender Stoff selbst während eines kurzen Dialogs. Und die Sandalenfilme, in denen ein Spartakus allenfalls sich selbst vor einem Löwen rettet, zählen wohl kaum zu jener Kategorie.

Teenager Max leidet noch immer unter dem Verlust seines Bruders Beo, der nach einem Experiment vor einem Jahr spurlos verschwand. Mit seinen Freunden Flebo und Greta zieht es sie in jenes Labor, wo das Trio unbeabsichtigt eine Zeitmaschine aktiviert und sie direkt ins Jahr 1939, ins faschistische Rom katapultiert…

Die Zeitreise-Paradoxien versucht die Erzählung weitgehend auszuklammern, in dem sie vermehrt auf typische Coming-of-Age Elemente setzt. Dennoch bleiben die Teenager austauschbar und erscheinen darüber hinaus recht oberflächlich. Schlimmer noch: Es werden ständig Namen von Film- und Videospielhelden in die Runde geworfen, weil es offenbar für ein eigenes Profil nicht langt.

Aber auch die Antagonisten gleichen eher Karikaturen. Neben einem vernarbten Nazi-General gibt es noch die verrückte Wissenschaftlerin, doch beide treten so comichaft in Erscheinung, dass man sie kaum ernst nehmen kann, - aber soll, da sich der Stoff, bis auf wenige Momente sehr ernst nimmt.

Das manifestiert sich primär in der ersten Phase der Zeitreise, als die drei 1939 mit ihren Alltagsklamotten aufkreuzen und von allerlei Augen kritisch beäugt werden. An der Ausstattung gibt es nichts zu bemängeln, selbst die Kulissen gehen mit ihrer glaubhaften Architektur als realistisch durch. Es wurden nicht wenige Komparsen bemüht und hier und da sind überdies einige Fahrzeuge jener Zeit zu bestaunen. Weniger realistisch wirken demgegenüber die Schergen des Bösen, die mit schwarzer Kluft und Gasmaske in Erscheinung treten und auch der Widerstand, der sich in Form von Schwertern gegen schießwütige Nazis zu behaupten versucht, wirkt sprichwörtlich ein wenig aus der Zeit gefallen.

Um bei Schwertern zu bleiben: Die Action liefert ein zweischneidiges. Die Choreo geht okay und es gibt einige ansehnliche Moves mit ungewöhnlichen Kameradrehungen, doch bei alledem geht es auffallend blutleer zur Sache und auch nach einigen massiven Schlägen zeigen sich die entsprechenden Figuren ohne Blessuren. Fast könnte man meinen, der Stoff sei bewusst harmlos inszeniert, um ein mehrheitlich junges Publikum anzusprechen, wobei frische Ideen weitgehend ausbleiben.

Gerade das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Dekaden bietet eine große Fläche, um etwaige Kontraste herauszuarbeiten. Diesbezüglich wird das Prinzip eines Videospiels herangezogen, um technischen Fortschritt zu veranschaulichen, anstatt etwa auf die Technik des Mobiltelefons einzugehen, welches im Jahr 1939 landet. Hier wird eine Menge Potenzial grob fahrlässig beiseite geschoben.

Einen ähnlich negativen Eindruck hinterlässt das letzte Drittel, als der Kampf gegen die fiesen Wichte in die entscheidende Phase geht. Anstatt aufs Gas zu drücken und das Physische sprechen zu lassen, driftet der Stoff immer wieder ins Melodramatische ab, was man den oberflächlichen Figuren kaum abnimmt, wozu die allenfalls mittelmäßigen Mimen ebenso beitragen. Dass der Synthie-Score kaum in die Zeit von 1939 passt und noch weniger einige modern anmutende Songs, ist nur eine weitere Randnotiz im Bereich der Mankos.

Bezeichnenderweise wirkt ein bulliger Schmied auf Seiten der Guten während seiner kurzen Auftritte sympathischer als das vermeintliche Heldentrio innerhalb der knapp 108 Minuten Laufzeit. Es mangelt an Pep, humorigen Einschüben und einer ausgefeilten Story, die auch mal mehr als nur Spannung auf Sparflamme aufkommen lässt. Trotz der ordentlichen Ausstattung eine unnötige Zeitreise.
3,5 von 10



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