Die alten Haudegen um Sylvester Stallone expandieren ein viertes Mal, obgleich sich gar nicht mal so viele bekannte Gesichter hinzu gesellen. Zudem sollte das Team tendenziell verjüngt werden, wobei das Drehbuch diesbezüglich sehr fragwürdige Prioritäten setzt.
Als ein Einsatz in Libyen fehlschlägt, müssen sich die Elite-Söldner der Expendables neu formieren. Während Lee (Jason Statham) von der Truppe ausgeschlossen wird, soll ausgerechnet seine Ex Gina (Megan Fox) das Kommando übernehmen, um auf einem Frachter unter der Leitung von Rahmat (Iko Uwais) an jene Zünder zu gelangen, die in Libyen durch die Lappen gingen. Derweil agiert Lee auf eigene Faust und erhält ungeahnte Unterstützung…
Nach neun Jahren Pause wird die Reihe nach vielem Hin und Her doch noch einmal fortgesetzt. Unter der Regie von Scott Waugh („Need for Speed“) entstand ein Actioner, der auf dem Papier einiges richtig macht, in der Umsetzung jedoch oft daneben liegt.
Die bereits etablierten Figuren, verkörpert durch Dolph Lundgren, Randy Couture und vor allem Stallone verkommen beinahe zu Randfiguren, die kaum zum Geschehen beitragen, wogegen Statham schon aufgrund seiner physischen Energie immerhin als eigentliche Hauptfigur taugt.
Einen weiteren Schwachpunkt bilden die Neuzugänge. Ein 50 Cent wird darstellerisch wohl nie auf einen ganzen Dollar kommen und auch bei Megan Fox sind nach einigen Gesichtskorrekturen zuviel nicht mehr viele Regungen auszumachen. Jacob Scipio verkörpert so etwas wie den blassen Nachfolger von Antonio Banderas, während Levy Tran als zweite Frau im Bunde viel zu sehr im Hintergrund agiert, obgleich ihre interessante Art mit Waffen umzugehen, deutlich mehr Screentime erfordert hätte.
Gleiches gilt für die Kampfsportasse Tony Jaa und Iko Uwais. Jaa untermauert in seinen wenigen Momenten, wie quirlig er nach vor wirbeln kann und auch Uwais hat augenscheinlich nichts von seiner Fitness eingebüsst. Doch auch ihre Einsätze sind auf wenige Szenen begrenzt und es dominieren im Verlauf deutlich mehr Schusswaffen, denn Fäuste und Tritte. Wobei hier der Einsatz von CGI nicht so negativ auffällt wie bei der Gestaltung einiger Hintergründe wie New Orleans. Nach einem Budget von 100 Millionen US-Dollar sehen derartige Momente wahrlich nicht aus.
Während sich ein Großteil der Action aufgrund solider Choreographie und patentem Timing sehen lassen kann, schwächelt die Story nicht nur aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit. Etwaige Twists sind eine Meile gegen den Wind zu riechen, während vermeintlich auflockernde One-Liner mehrheitlich verpuffen. Ein weiteres Manko ist die Überschaubarkeit der wenigen Schauplätze, die im Grunde auf zwei begrenzt sind und bei denen sich ein Großteil der Handlung auf einem Frachter abspielt, der folgerichtig wenig Abwechslung bietet, - auch wenn der Einsatz eines Motorrades an Bord ein paar schicke Moves einbindet.
So kann sich ein Duo in einer Kneipe schon mal kurzfristig mit Schlagringen und Schulterwurf behelfen, Harndrang kann in bestimmten Situationen regelrecht befreiend sein und nervige Influencer werden nicht mit Daumen nach unten, sondern mit der ganzen Faust quittiert. Dennoch macht das Unterfangen nur bedingt Laune, das hohe Tempo kaschiert nicht den fehlenden Witz und die etwas überstrapazierten CGI, die primär zum Finale durchschimmern. Die figurentechnischen Neuzugänge bereichern die Konstellation leider nicht und so dürfte sich das Konzept der Reihe wohl endgültig erledigt haben.
Knapp
5 von 10