Review

Ein Film wie ein drittes Ei… das sich als Tumor entpuppt! 

Wer hat hier nach gekräht? Du? Schande über dich! „Expendables 4“ schickt (hoffentlich zum letzten Mal) ein paar alte Haudegen in den Söldnerkrieg gegen dümmliche Terroristen und Verräter aus den eigenen Reihen. Obwohl die meisten ehemaligen Helden wie Jet Li oder Arnold eh schon in den letzten Teilen nach und nach abgesprungen sind und jetzt fast nur noch eine jüngere Garde die meiste Screentime füllt. Megan Fox. 50 Cent. Ein Art junger Banderas auf Wish bestellt. Das sind nun die „Helden“ mit denen wir uns in diesem unnötigen und schon an eine Frechheit grenzenden vierten Teil zufriedenstellen müssen. Sly ist schnell raus. Statham ist wie so oft auf Autopilot. Asiatische Klopperstars wie Jaa oder Uwais wirken völlig deplatziert und vergeben. „Expend4bles“ wirkt porentief artifiziell und näher an sowas wie Asylum als an Hollywood. Und insgesamt habe ich seinen „Flopstatus“ dieses Jahr kaum einem Kinofilm mehr gegönnt. Und das obwohl ein paar der Faltenfressen wirklich noch immer Filmhelden aus meiner Kindheit sind. Aber das ist - verzeiht mir meine Ausdrucksweise - einfach scheisse. So willkommen wie ein Furunkel am Zeh. So effektiv wie drei Beamte am frühen Freitagnachmittag. So oldschool wie Tiktok. Ätzend. Eines der schlechtesten Werke des Jahres. Selbst bei niedrigsten Erwartungen. 

Selbst Sly schreibt sich raus…

Schon bei Teil 3 machte sich bei mir das Gefühl breit, dass diese Revivalactionreihe durch ist. Eine Staffelstabübergabe klappte nicht. Bock machte das kaum noch. Nun, nochmal fast 10 Jahre später, werden ein paar der Altstars doch erneut reaktiviert und aus ihrem Vorkoma geholt. Selbst wenn es in Slys Fall durchaus wahrscheinlich ist, dass er eh nur ein paar Tage am Set war bzw. gar nicht wirklich mit den anderen zusammen, abgesehen von den kurzen Szenen in der Bar seines Charakters Barney. Ansonsten hält sich die Legende, die einst alles initiierte, komplett im Hintergrund oder raus, überlässt einem ebenfalls immer rostiger und vor allem lustloser wirkenden Statham das Rampenlicht. Und einer Megan Fox, bei der einem alle Fußnägel hochrollen. Dem nuschelnden 50 Cent, der nie auch nur ansatzweise ein Actionstar war. Lagerhallen und Frachtschiffen aus der Retorte, dem PC, dem C-Movie-Kühlschrank. Ostblockproduktionsschmarn mit einstiger Hollywoodelite. Fertig ist eine aufgewärmte Schiesssuppe mit ganz ekligen, schleimigen Erbsen und Würstchen mit Knorpelstückchen. „Expend4bles“ ist ein Armutszeugnis und typisch Filmtitel, der seine Nummerierung mitten in sein Wort einbaut. Vielleicht deckt das für Sly, Lundgren und Co. die nächsten vier Mieten. Actionfans - sowohl alter wie neuer Schule - macht das allerdings Migräne und ganz böse Träume. Kopfschütteln pur. Das sollten sich solche Ikonen klemmen. 

Alarmstufe: Rot

Franchiserating (hoffentlich abgeschlossen!)

The Expendables - 7/10

The Expendables 2 - 7,5/10

The Expendables 3 - 5,5/10

Expend4bles - 3,5/10

Fazit: ein ganz kümmerlicher Witz von einem Actionfilm. Teil 3 war schon längst nicht mehr wirklich gut und zeigte, dass die alte Garde überholt, die Luft schneller als gedacht raus war. Dieser zu späte und hingerotzte Nachklapp, Cashgrab, Zeitklau ist allerdings nun absolut nur noch ein Schatten aller Altstars und einstigen, augenzwinkernden Ambitionen. Wenn Megan Fox' Gesicht das echteste an deinem Film ist, dann hast du ein Problem! 

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