Review

Reverse-„Magnificent… 6“

Deutlich und hitzig im Fahrwasser von John Sturges' Überhit produziert die umtriebige und mit allen Wassern gewaschene Italo-B-Movie-Legende Enzo Castellari „Töte alle und kehre allein zurück“ - über eine eingefleischte Söldnerbande im wilden Westen, die von den Südstaaten für ein Selbstmordkommando gegen den Feind engagiert und hintergangen werden… 

Italowesterntestosterogeschnetzeltes

Der mehr als sexy und verlockend klingende Titel „Töte alle und kehre allein zurück“ verspricht gar nicht mal zu viel. Castellari kommt zwar nicht an seine amerikanischen Vorbilder heran, er sollte später noch eine Schippe drauflegen und noch bessere Western drehen, ein Chuck Connors ist kein Henry Fonda und die Balance aus brutaler Ballerei und augenzwinkerndem Söldnerbrei will nicht immer ganz bekömmlich sein. Ein „The Wild Bunch“ etwa spielt in einer ganz anderen Liga. Da müssen wir noch drüber reden. Und doch ist Castellari hier ein flexibler Vielkönner gelungen. Die hauptsächliche Bande ist bunt, charakterstark und bleibt im Gedächtnis. Vom rothäutigen Schlitzer über den bärigen Prügler bis zum blonden Revolverheldjüngling - sie haben alle genug Charisma und bekommen genug Charakterisierung, um nicht abzusaufen. Die Jagd nach dem Gold hält auf Trab. Es gibt einige wirklich spektakuläre Stunts und Setpieces. Und ich würde mich sehr wundern, wenn der Score nicht in Quentin Tarantinos Plattensammlung ist. Zurecht! Castellari macht das Beste aus all seinen Einschränkungen in Italien und ich habe diesen kühnen Steinbruchbrüdern gerne zugesehen! Alles schwitzt, alles brutzelt, alles spuckt, alles juckt. Ich weiß nicht, ob überhaupt eine einzige Frau kurz in diesem prallgefüllten Testosteronsack zu sehen war… Mehr Herrenbesteck geht kaum! 

Fazit: wilde, rüde, ruppige, kurzweilige und schwitzige Spaghettikanone hoch 6… Castellari liefert mit seinen Möglichkeiten ab! 

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