EGOSHOOTER habe ich als ein Zusammenschnitt des Alltags eines Jugendlichen empfunden, der nicht weiß, was er Besseres mit seiner Zeit und Freiheit anfangen könnte, als ständig alles zu filmen. Seine Kamera ist quasi bei all seinen Alltagssituationen präsent. Hierbei liegt auch der große Kritikpunkt: Es wird fast ausschließlich Belangloses und Unspektakuläres gezeigt. Bis auf den Einbruch in der Villa passiert nichts nennenswert Interessantes, was letztlich für reine Langeweile beim Zuschauen sorgt. Ich habe den Film sogar als so elendig langweilig empfunden, dass ich froh war, als dieser vorbei war. Ich musste mich zwingen, dem Film zu folgen und, obwohl ich munter und ausgeschlafen an den Film ging, machte sich schon nach dem ersten Drittel des Filmes Müdigkeit breit. In CRAZY und NAPOLA geht Darsteller Tom Schilling großartig in seinen Rollen auf und kommt sehr überzeugend rüber, in EGOSHOOTER hingegen ist seine Darstellung zwar nicht schlecht, jedoch lässt der Film ihm kaum Spielraum, sich in seine Rolle zu entfalten. Überhaupt lernt man als Zuschauer die Charaktere nur oberflächlich kennen, was dazu führt, dass man an keiner Stelle des Filmes auch nur annährend mit den Personen mitfühlen kann.
Die "billige" Machart und die Tatsache, dass hier "originalgetreu" ohne weitere Nachbearbeitung (wenn man vom Schnitt und Titeleinblendungen mal absieht), Originalton und mit einer Handycam (höchstwahrscheinlich eine Digital8 von Sony, wie im Film zu erkennen, als der Hauptdarsteller sich im Spiegel filmt) gedreht wurde, störte mich noch am wenigsten, da ich Amateurfilmen gegenüber generell aufgeschlossen bin.
Mein Fazit:
Leider hat der Film weder der geringsten Charme noch kann er den Zuschauer dazu bringen, sich auf ihn einzulassen oder sich gar mit einem der Charaktere zu identifizieren.
In meinen Augen waren es knapp 80 Minuten verschwendete Zeit, die man leider nie wieder bekommt.
1 von 10 Punkten