iHaveCNit: Die Unschuld (2024) – Hirokazu Kore-eda – Wild Bunch
Deutscher Kinostart: 21.03.2024
gesehen am 29.03.2024 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 6, Platz 9 – 16:00 Uhr
Der Kinostarttermin vom 21.03.2024 ist einer mit sehr vielen Kinostarts, die allesamt für mich interessant sind. Bei diesen Kinostarts hat sich auch der neue Film des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda mit dem japanischen Titel „Kaibutsu“ bzw. dem internationalen Titel „Monster“, der bei uns kurzfristig den Titel „Die Unschuld“ bekommen hat. Bedingt durch nervige Umstände, die meine Fahrten ins Lieblingskino hätten sehr komplex, unentspannt und aufwendig werden lassen, konnte ich „Die Unschuld“ leider nicht bereits letztes Wochenende sehen, geschweige denn in meiner Lieblingssneakreihe, weil sich an dem Tag der Sneak einiges kannibalisiert hat. Der Film hat in der Sneak eine Durchschnittswertung von 2,1 bekommen. Ich hätte dem Film an dem Abend eine vorsichtige 2 gegeben. Auf jeden Fall ist er der beste Kinostart des letzten Wochenende gewesen.
Saori ist nach dem Tod ihres Mannes alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Minato zusammen. Doch seit einiger Zeit verhält sich Minato komisch, er zieht sich immer mehr zurück. Der Schuldige scheint in Minatos Lehrer, Hori schnell gefunden, so dass sie nach Wahrheiten über die Veränderungen bei ihrem Sohn sucht, in die auch der Klassenkamerad Yori scheinbar verwickelt ist. Noch ahnt sie nicht, was tatsächlich vorgeht.
„Die Unschuld“ ist ein stiller, unberechenbarer und spannender Film der multiperspektivisch, vielschichtig und verschachtelt seine Geschichte erzählt – zunächst aus der Sicht der Mutter, dann aus der Sicht des Lehrers und der Sicht des Jungen. Dieser Aufbau dieser Geschichte ist wie ein mysteriöses Puzzle, dass wir uns selbst zusammensetzen und erarbeiten dürfen, während es uns emotional und moralisch herausfordert, uns viel über uns Menschen, Menschlichkeit, Empathie, Vorurteile, Vorverurteilungen und auch zum Teil auch ein wenig über die japanische Gesellschaft erzählt. Darüberhinaus ist er auch „Coming-Of-Age“ und bietet hier eine zeitgleich zärtliche versöhnliche, als auch traurige und tragische Note an. Der Film ist ingesamt schön inszeniert, von einem tollen Ensemble gespielt und auch der letzte Filmsoundtrack des verstorbenen Ryuichi Sakamoto unterstreicht die spannende, komplexe Emotionalität des Films ungemein. Selbst wenn es für mich ein wenig schwer gewesen ist, Zugang zum Film zu finden, der irgendwo zwischen „Die Jagd“ und „Close“ liegt.
„Die Unschuld“ - My First Look – 9/10 Punkte