Vor 15 Jahren haben die CIA-Top-Spione Matt und Emily nach einer Mission ihren Tod vorgetäuscht und führen seitdem gemeinsam unter neuer Identität ein beschauliches Dasein mit zwei Kindern und Vorstadt-Häuschen. Nun taucht aber dummerweise ein Internet-Video auf, das die beiden dabei zeigt, wie sie in Erfüllung ihrer elterlichen Pflichten ihre bratzige Teenager-Tochter Alice aus einem Club eskortieren und dabei mit ihren Martial-Arts-Skills ein paar Krawallbrüder zusammenwichsen. Kurz darauf stehen die Bad Guys von damals wieder auf der Matte, die immer noch hinter einem elektronischen Gadget her sind, mit dem man die Stromversorgungen ganzer Städte lahmlegen kann und das Matt damals in weiser Vorraussicht auf dem britischen Landsitz von Emilys Mutter Ginny versteckt hat, die zu ihrer Zeit ein hohes Tier beim MI6 gewesen ist... Ob man den 2025er-"Back in Action" nun besser findet als die gleichnamige 90s-Actiongülle mit Billy Blanks und Roddy Piper (ziemlich stuller Streifen, aber es kracht!) bleibt mal jedem Betrachter selbst überlassen, der Titel ist hier allerdings auch proklamatorisch zu verstehen, denn Cameron Diaz feiert hiermit nach zehnjähriger Leinwand-Abstinenz ihr Schauspiel-Comeback und knüpft - zumindest, was Stunts und Fights anbelangt - durchaus an alte "Drei Engel für Charlie"-Zeiten an. Okay, man hätte ihr für die Rückkehr vor die Kamera schon ein filmisches Vehikel mit etwas mehr eigenem Profil gewünscht, denn die Spy-Comedy-Sparte wird da doch nicht erst seit gestern auf die immergleiche Art und Weise beackert: Ähnlichkeiten zu solchen Streifen wie "Knight and Day", "Mr. & Mrs. Smith" (sind beide etwas besser als der hier), "Kiss & Kill" (ist etwas schwächer) oder jüngst erst "Ghosted" (ist absolut beschissen) sind da mehr als nur vage vorhanden und werden auch gar nicht erst verhehlt. Bei dem Schablonen-Plot hat man sich ergo kein Bein ausgerissen, aber die mehr als gute Chemie des Hauptdarsteller-Duos hebt die Angelegenheit über das übliche Netflix-Niveau. Der Geheimagenten-Bullshit Marke Hollywood ist hier genauso unglaubwürdig wie sonstwo auch, aber dafür glaubt man dem Streifen, dass Cameron Diaz und Jamie Foxx dem Geheimagenten-Bullshit Marke Hollywood den Rücken kehren und gemeinsam eine Familie gründen würden... und das ist schon viel wert! Regisseur Seth Gordon fährt wie schon bei seiner 2017er-TV-Serien-Adaption "Baywatch" das heutzutage übliche Maß an Action auf (teils augenscheinlich aus dem Rechner, teils aber auch noch gute, alte Handarbeit) und lässt Gags und Sprüche mit akzeptablem Timing recht passgenau sitzen. Wenn man den mochte, kommt man hiermit also vermutlich auch klar. Mit über 110 Minuten ist das Ganze auf den ersten Blick zwar angesichts der dünnen Geschichte aus der Konserve Laufzeit-mäßig überaus gut bestückt, aber davon müssen Netflix-typisch mal wieder etwa zehn Minuten Abspann subtrahiert werden, was die Sache ein wenig relativiert. Tatsächlich hatte ich mit dem hier mehr Spaß als erwartet und die Aussicht auf einen in der letzten Szene kräftig angeteaserten "Back in Action 2" versetzt mich zumindest nicht in derartiges Entsetzen, wie das sonst bei zusammengeschusterten Streaming-Titeln so der Fall ist... von daher kann man die Chose durchaus als Erfolg werten. Fazit: Sorgt für Unterhaltung und sonst nix. Reicht auch.
7/10