Review

GODZILLA No. 30

GODZILLA MINUS ONE

(GOJIRA -1.0)

Takashi Yamazaki, Japan 2023

Vorsicht – das folgende Review enthält SPOILER!


Nach dem Unikat Shin Godzilla war es wieder ein paar Jahre lang ruhig um den berühmtesten Botschafter des japanischen Kinos geworden (das Treiben der Ungeheuer im US-„Multiversum“ und die Anime-Trilogie von 2017 und 2018 klammere ich einmal aus), bis er 2023 mit Godzilla Minus One auf die Leinwand zurückkehrte – einer vergleichsweise groß angelegten Produktion, die auch international für eine Menge Wirbel gesorgt und den Tōhō-Studios sogar einen Oscar für die visuellen Effekte (!!) eingebracht hat. Tatsächlich pendelte sich die Reaktion von Publikum und Kritik rasch zwischen Wohlwollen und veritabler Begeisterung ein, und glaubt man der IMDb-Note, dann haben wir hier sogar den besten Godzilla-Film aller Zeiten. Was wir auf jeden Fall haben, ist der am weitesten zurückblickende Godzilla-Film aller Zeiten, denn die Handlung von Godzilla Minus One ist noch vor den Ereignissen in Ishirô Hondas bislang als unantastbare Geburtsstunde des Großen Grünen geltendem Ur-Godzilla von 1954 angesiedelt. Selbstbewusstsein und Erneuerungswillen dürfen wir also schon einmal konstatieren – und damit Vorhang auf.

1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Unser (menschlicher) Protagonist Koichi Shikishima ist Kamikaze-Pilot, sieht aber nicht mehr ein, dass er in einem Krieg, der zweifelsfrei verloren ist, noch sein Leben lassen soll. Daher täuscht er einen Schaden an seinem Flugzeug vor und notlandet auf der Insel Odo, wo es einen kleinen Militärstützpunkt mit einigen Technikern gibt. Die Fachleute untersuchen sein Flugzeug und können keinen Schaden feststellen, aber ihr Leiter Sosaku Tachibana, der ahnt, was hier gespielt wird, zeigt Verständnis für Koichis Entscheidung – der Abtrünnige darf bleiben. Des Nachts wird die kleine Truppe jedoch sehr unsanft geweckt: Ein riesiges, einem Dinosaurier ähnelndes Ungetüm greift den Stützpunkt an. Die Männer suchen Zuflucht in einem Graben und Tachibana schickt Koichi in dessen Flugzeug, damit er im geeigneten Moment mit der dort installierten 20-Millimeter-Kanone auf das Monster feuert – das sollte reichen, um den ungebetenen Gast zu erledigen. Koichi schafft es auch bis zu seinem Flugzeug, aber als er das Ungetüm im Visier hat und schießen müsste, versagen ihm die Nerven, weil er Angst hat, seinen riesigen Gegner nur zu verletzen und damit erst recht aufzubringen. Tachibana kann rufen, wie er will – Koichi schießt nicht. Stattdessen dreht einer von Tachibanas Männern durch und feuert mit dem Gewehr auf das Reptil. Damit hat er genau das getan, was Koichi gerade vermeiden wollte, und so holt das Monster zum Gegenschlag aus, schnappt sich die Männer, schleudert sie Dutzende von Metern weit durch die Gegend und macht Kleinholz aus dem Stützpunkt. Koichi kann auf seinem Rückzug gerade noch dem Flugzeug ausweichen, das auf ihn geschleudert wird, verliert aber nach der folgenden Explosion das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, ist Tachibana dabei, die Leichen seiner Leute einzusammeln. Außer ihm und Koichi hat niemand das Massaker überlebt, und natürlich gibt Tachibana die Schuld daran unserem Protagonisten, der im entscheidenden Moment gekniffen hat. Koichi aber macht sich nunmehr in gleich in zwei Fällen Selbstvorwürfe wegen seiner Feigheit. Eine schwere Last ist es, die er da mit sich herumtragen muss.

Nach dem Ende des Krieges trifft Koichi wieder in Tokio ein, das zu großen Teilen in Trümmern liegt. Sein Haus ist niedergebrannt und seine Eltern haben die Angriffe auf ihre Stadt nicht überlebt – ebenso wenig wie die Kinder ihrer Nachbarin Sumiko Ota, die Koichi mit schweren Vorwürfen konfrontiert, weil ein Kamikaze-Flieger eigentlich nicht zurückkommen dürfte. Feiglingen wie ihm sei es zu verdanken, dass ihre Kinder tot sind, meint sie. Deprimiert und von Albträumen geplagt macht sich Koichi daran, aus den Resten des elterlichen Hauses eine zumindest notdürftig bewohnbare Unterkunft zu errichten. Eines Tages wird vor seiner Behausung eine Diebin verfolgt, die ihm auf ihrer Flucht ein Baby in die Hände drückt und im Menschengetümmel untertaucht. Als wieder Ruhe eingekehrt ist, findet Koichi das Versteck der jungen Frau und gibt ihr das Kind zurück. Es ist allerdings gar nicht ihr eigenes – eine Sterbende hatte es ihr anvertraut.

Koichi nimmt Noriko, so heißt die junge Frau, und das Baby erst einmal mit zu sich, um ihnen etwas Essbares anzubieten. Danach sollten sie eigentlich wieder ihrer Wege ziehen, aber Noriko nistet sich mit dem Kind bei Koichi ein und er bringt es nicht fertig, die beiden ins Ungewisse zu schicken. Angesichts der herrschenden Versorgungslage steht es freilich vor allem um die Zukunft des Babys schlecht – hier hilft nun ausgerechnet Nachbarin Sumiko, die selbstlos ihren einzigen Beutel Reis spendiert. Koichi kann die kleine Zwangsfamilie in der Folge mit dem Verdienst aus Gelegenheitstätigkeiten mehr schlecht als recht über die Runden bringen, bis er im März 1946 endlich eine feste Arbeit findet, und eine hervorragend bezahlte noch dazu.

Das müsse einen Haken haben, meint Noriko, und da hat sie recht: Koichi wird im Dienst des Ministeriums für Entmilitarisierung auf dem kleinen Holzkutter „Shinsei Maru“ unterwegs sein, um draußen im Meer nach Minen zu suchen und diese unschädlich zu machen. Ein kreuzgefährlicher Job. Eine vernünftige Alternative gibt es indes nicht, und so geht’s an die Arbeit. Gemeinsam mit dem Kapitän Seiji Akitsu, dem ehemaligen technischen Offizier der Marine Kenji Noda und dem jungen Helfer Shiro Mizushima ist Koichi nun auf hoher See unterwegs, um Minen zu entschärfen, wobei er sich schnell als unentbehrlich erweist, weil er als Einziger die Kanone zielführend einsetzen kann, mit der man aus sicherer Entfernung auf die Minen schießt, um sie zur Explosion zu bringen. Zu tun gibt’s genug – es ist die Rede von 60.000 (!) amerikanischen und japanischen Minen, die draußen im Meer herumschwimmen. Während die Männer auf der Shinsei Maru Waffen beseitigen, wird anderenorts jedoch schon wieder an neuen gearbeitet: Im Juni 1946 findet im Gebiet des Bikini-Atolls ein folgenschwerer Nuklearwaffentest statt ...

Im Mai 1947 stoßen unsere Minensucher vor den Ogasawara-Inseln (wo auch sonst ...) auf ein völlig zertrümmert herumtreibendes Schiff. Das könne nur das Werk eines riesigen Tiers sein, meint Noda, und ja, es ist das Werk genau des riesigen Tiers, mit dem sie es bald zu tun haben werden. Noda weiß in dieser Sache etwas mehr als seine Mitstreiter und klärt sie nun auf: Tatsächlich ist in der betreffenden Gegend ein riesiges Monster beobachtet worden, und um es zu bekämpfen, wurde das Schlachtschiff „Takao“ entsandt. Die Zeit, bis es am Ort des möglichen Geschehens eintrifft, sollen Kapitän Akitsu und seine Besatzung überbrücken, sprich sie sollen dieses Monster ein wenig beschäftigen, so es Beschäftigung wünscht – angesichts ihres traurigen Holzboots ist das eigentlich ein Todesurteil. Und leider wünscht das Monster alsbald Beschäftigung beziehungsweise verschafft sie sich ganz von selbst: Eine Fünfzig-Meter-Echse taucht auf und attackiert unsere Helden, nachdem sie das Schwesterboot der Shinsei Maru kurzerhand zerbissen hat. Für den Fall eines solchen Angriffs haben Akitsu und seine Leute zwei der sichergestellten Minen an Bord, die ihnen das nunmehr in Anlehnung an eine alte Überlieferung der Odo-Bewohner „Godzilla“ genannte Ungetüm vom Hals halten sollen. Ihr Einsatz gelingt: Eine der Minen detoniert neben Godzilla und eine sogar in dessen Maul. Aber das reicht nicht, denn das Monster schwimmt nur mäßig beeindruckt und dank enormer Selbstheilungskräfte kerngesund weiter hinter ihnen her, kommt näher und näher, reißt schon das Maul auf ... und wird plötzlich von mehreren großkalibrigen Granaten, die auf seinem Körper explodieren, zur Seite geschleudert – die Takao ist da! Dummerweise ist sie das aber nicht mehr lange: Der nun endgültig ungehaltene Godzilla nimmt ganz frech Kurs auf das Schlachtschiff, zerlegt es erst einmal nach allen Regeln der Kaijū-Kunst und lässt die Reste mit seinem hier noch unter Wasser eingesetzten nuklearen Atemstrahl in einer gigantischen Explosion vergehen. Nun weiß man endgültig, mit welch einem fürchterlichen Gegner man es zu tun hat. Und so werden, nachdem unsere Helden glücklich zurückgekehrt sind, diverse Abwehrmaßnahmen für den Fall getroffen, dass Godzilla in der Gegend von Tokio an Land gehen möchte.

Er möchte. Und er lässt sich von nichts und niemandem und schon gar nicht von den vorhandenen Abwehrmaßnahmen (vornehmlich eine Kette mit kleineren Bomben) aufhalten. Sein Weg führt ihn in Tokios Stadtteil Ginza, wo er in einer ersten Ur-Godzilla-Gedächtnis-Sequenz erst einmal einen Vorortzug „vernascht“ beziehungsweise mit dem Maul von den Schienen pflückt. Als ob das nicht schon generell schlimm genug wäre, sitzt nun aber auch noch Noriko in diesem Zug – und muss mit geringen Erfolgsaussichten ums Überleben kämpfen, als ihr Waggon hoch oben in der Luft schwebt. Doch sie hat Glück: Als sie sich nicht mehr festhalten kann, befindet sie sich just über dem Wasser des Hafenbeckens, und so fällt sie weich. Koichi weiß indes, dass sie in Ginza unterwegs ist und macht sich sofort auf die Suche nach ihr, als er im Radio von Godzillas Angriff erfährt. Auch dabei ist es um die Erfolgsaussichten eher schlecht bestellt, aber wieder hilft das Glück: Er findet die pudelnasse Noriko und kann sich mit ihr in Sicherheit bringen.

Sicherheit? Was für eine Sicherheit? Immerhin stampft Godzilla gerade durch die Stadt ... und dem scheint die miese Laune angeboren zu sein, denn er legt nun das halbwegs vom Krieg verschonte Ginza in Schutt und Asche. Und wie: Mit seinem Atemstrahl fegt er das ganze Stadtviertel in Sekundenschnelle hinweg und sorgt schließlich für eine weitere quasinukleare Explosion (eine unfassbare Sequenz). Diesmal hat zumindest Noriko kein Glück – sie wird vom Luftzug über alle Berge geblasen, nachdem sie Koichi noch schnell hinter eine schützende Hauswand geschubst hat. Godzilla aber hat genug und macht sich auf den Heimweg.

Die Bilanz ist verheerend: Es werden 30.000 Tote und Verletzte gemeldet, 20.000 Gebäude wurden zerstört und das Gebiet innerhalb von Godzillas Aktionsradius ist auch noch radioaktiv verseucht. Was nun? Hilfe von den Amerikanern ist nicht zu erwarten, da sie gerade Zoff mit der Sowjetunion haben und den Streit nicht durch eine erhöhte militärische Aktivität im Fernen Osten eskalieren lassen wollen, und in Japan sind weder die Regierung noch andere Behörden zu tauglichem Handeln fähig, während das Militär noch mit den Kriegsfolgen zu kämpfen hat. So müssen es denn die Bürger selbst übernehmen, das Riesenmonster auszuschalten, weshalb sie das „Sonderkomitee Katastrophenschutzmaßnahmen“ gründen. Die Denkarbeit innerhalb dieses aus Freiwilligen bestehenden Gremiums obliegt scheinbar allein dem gerade noch als Minensucher tätigen Kenji Noda, und er ist ein Schnelldenker: Schon während der konstituierenden Sitzung des Komitees hat er einen präzise ausgearbeiteten Monsterausmerzungsplan und sogar einen ebenso präzisen Monsterausmerzungsplan B parat. 

Plan A will sich die „Kraft des Meeres“ sowie die Wirkung des Fluorchlorkohlenwasserstoffs zunutze machen und sieht wie folgt aus: Godzilla soll, so er sich an der Meeresoberfläche aufhält, mit FCKW-Blasen umgeben werden, was den Effekt hat, dass sein natürlicher Auftrieb beseitigt wird und er schnell nach unten sinkt, bis er in Meeresbodennähe vom Wasserdruck der Tiefsee zerquetscht wird. Das FCKW will man aus Gasflaschen freisetzen, die an einem Seil hängen und von zwei Schiffen gewissermaßen um ihn herumgewickelt werden, und idealerweise soll die Aktion im Bereich der Saragami-Bucht stattfinden, weil das Meer dort 1.500 Meter tief ist. Plan B sieht derweil vor, Godzilla schon vor dem Abtauchen mit einer Art Schwimmreifengürtel zu umgeben, der bei Bedarf durch Fernsteuerung blitzartig aufgepumpt werden kann und Godzilla mit so hohem Tempo nach oben reißt, dass er an Dekompression dahinscheidet (lieber Autor, wenn ich mir diese Pläne so anschaue, ähm ... ach, lassen wir’s, lassen wir’s ...).

In Ermangelung besserer beziehungsweise auch nur annähernd erfolgversprechender Einfälle gehen die Mitglieder des Komitees unter Nodas Leitung ans Werk. Koichi hat jedoch wenigstens noch eine zusätzliche Idee: Falls sich Godzilla nicht ins beabsichtigte Zielgebiet begeben mag, will er wieder als Pilot wirksam werden und das Monster mit einem Flugzeug an den rechten Ort locken. Das findet sehr wohl Anklang, nur muss dafür auch noch ein funktionstüchtiges Flugzeug aufgetrieben werden – die Armee hat jedenfalls keins zur Hand. Dank seiner Beziehungen kann Noda aber zumindest ein nicht funktionstüchtiges auftreiben: In einer alten Lagerhalle steht einer der wenigen Prototypen des „Shinden“-Jägers herum, der einst als hoch moderne Wunderwaffe gehandelt wurde, bis die japanische Kriegsniederlage seinem Werdegang ein jähes Ende setzte. Um Nodas schadhaftes Flugzeug diensttauglich zu machen, bedarf es nun eines besonders begabten Mechanikers – und Koichi kennt da einen ...

Über ein paar Umwege nimmt er Kontakt mit Sosaku Tachibana auf und bittet diesen um seine Hilfe. Tachibana kommt tatsächlich, ist aber noch immer so schlecht auf Koichi zu sprechen, dass er ihn erst einmal verprügelt. Hernach beruhigt er sich jedoch wieder, und als ihn Koichi in seinen ganz persönlichen Geheimplan einweiht, legt er los und liefert in kurzer Zeit einen voll funktionsfähigen Shinden-Jäger ab, in dessen Bauch eine fette Bombe schlummert ... Koichi möchte sich nun nämlich seinem Kriegstrauma stellen und wenn notwendig doch noch zum Kamikaze-Piloten werden, sprich in Godzillas Maul fliegen und dort im wahrsten Wortsinn die Bombe platzen lassen.

Zunächst setzt er sich aber für die Umsetzung des tollen Noda-Plans ein: Als Godzilla eigensinnig nicht am geplanten Ort aufkreuzt, sondern erst einmal an Land geht, fliegt ihm Koichi so lange vor der Nase herum, dass die Zerstörung des lästigen Flugzeugs für den Großen Grünen zur Ehrensache wird und er ihm folgt – bis in die Saragami-Bucht, wo schon vier Kriegsschiffe warten, die Nodas Komitee zur Verfügung gestellt wurden. Ein erstes bewegt sich umgehend frontal auf Godzilla zu und wird ebenso umgehend von dessen Atemstrahl atomisiert, aber das ist kein Problem, denn es war von den cleveren Menschen nur als Bauernopfer gedacht und nicht bemannt. Im Gegenteil: Godzilla, der nun auch nicht einen Nuklearstrahl nach dem anderen durch die Gegend schießen kann, muss sich erst einmal wieder „aufladen“ und verschafft nun zwei weiteren Schiffen die Möglichkeit, um ihn herumzukreisen und ihn mit dem Seil einzuwickeln, an dem die FCKW-Flaschen hängen. Im rechten Moment wird die Zündung ausgelöst und das FCKW freigesetzt ... und fürwahr sinkt das Monster flott nach unten, bis ein Messinstrument anzeigt, dass es in 1.538 Meter Tiefe angelangt ist. Jubel bricht aus – Noda und seine Leute glauben ernsthaft, dass sie Godzilla besiegt und ins Jenseits geschickt haben.

Nein, haben sie natürlich nicht, denn schon ruckt es am Seil, an dem das Monster noch hängt. Zeit für Plan B: Die Schwimmringe werden blitzaufgeblasen, sodass Godzilla wie gewünscht in die Höhe und den erhofften Dekompressionstod gerissen wird. Aber leider nicht ganz – in einer Meerestiefe von 800 Metern stoppt die Fahrt. Also muss Godzilla vermittelst des an ihm befestigten Seils in die Höhe befördert werden, was sich jedoch als schwierig und schließlich unmöglich erweist, weil die Kranausleger der zwei beteiligten Schiffe unter der Last des Monsters umknicken. Das war’s mit Nodas Plan B. Oder? Nun, noch nicht ganz, denn jetzt nahen zahlreiche kleinere Schiffe, deren Kapitäne von Mizushima, den man aufgrund seiner Jugend an Land gelassen hatte, mobilisiert wurden – Japans Zivilbevölkerung zeigt sich verantwortungsbewusst und unerschrocken. Gemeinsam kann man Godzilla nun an die Oberfläche ziehen, doch mit der Dekompression ist’s Essig. Genau genommen hätte man ihn also lieber unten lassen sollen, denn nun läuft man Gefahr, von ihm per Atemstrahl geröstet oder manuell vernichtet zu werden ...

Auftritt Koichi: Jetzt hat er alle Feigheit abgelegt und rast mit seinem Shinden-Jäger mitten hinein ins einladend offene Maul des Monsters. Sekundenbruchteile später explodiert die von ihm mitgeführte Bombe und reißt Godzilla den halben Kopf weg. Da reichen nun auch keine Selbstheilungskräfte mehr – die Sache ist entschieden. Der Große Grüne kippt ins Meer. Schade ist es freilich um Koichi Shikishima, der bei seinem Einsatz den Heldentod gefunden hat ...

Ach was. Wer das geglaubt hat, ist wirklich naiv. Natürlich lässt Autor und Regisseur Takashi Yamazaki (unter anderem Yamato – Schlacht um Japan, Lupin III: The First, Space Battle Ship Yamato, Parasyte 1 und 2 und der starke Returner) seinen fast zwei Stunden lang im Fokus stehenden Helden nicht sterben. Nicht in einem Mainstreamfilm, und das ist Godzilla Minus One schließlich mit Haut und Haar. Und so geschieht Folgendes: Noda und seinen Leuten steht noch der Mund ob Koichis tollkühner Aktion offen, da sieht man auch schon einen Fallschirm am Himmel ... an dem ebenjener Koichi hängt. Tachibana hatte nämlich seinen Frieden mit ihm gemacht und war so nett, einen Schleudersitz in den Shinden-Jäger einzubauen. Koichi landet munter und zufrieden und darf sich nun als Retter Japans fühlen. Damit sollte es bewältigt sein, das Feiglings-Trauma. Schade nur, dass seine liebe Noriko ...

Ach was. Yamazaki holt zum Happy-End-Rundumschlag aus und lässt Koichi die Nachricht erreichen, dass Noriko zwar einige ernste Verletzungen davongetragen hat, aber sehr wohl noch am Leben ist. Und so kann Koichi sie im Krankenhaus besuchen, während unten im Meer an Godzillas Überresten irgendetwas herumgrommelt ...

Nein, auch dieses längst alberne „Es lebt doch noch etwas“-Klischee kann sich Yamazaki nicht verkneifen, wie eben auch die Unsitte, Tote oder tot Geglaubte wieder zurück ins Leben zu zaubern. Ich hab’s schon hundertmal gesagt und sag’s hier wieder: So etwas ist billig und nervt. Das soll nicht heißen, dass ich mir Noriko tot gewünscht habe – nie und nimmer habe ich das. Man hätte uns nur nicht einreden sollen, dass sie’s ist. Bei Koichi dauert der gleiche Betrug indes nur ein paar Sekunden, das soll durchgehen. Und noch etwas ist mir in der Schlussphase sauer aufgestoßen: Auch Godzilla Minus One ist sich nicht zu schade dafür, seinen Helden mit strammen militärischen Ehrenbezeugungen feiern zu lassen. Spätestens hierbei hatte ich das Gefühl, doch nur einen weiteren Film aus Godzillas Millennium-Ära gesehen zu haben und nicht das veritable Großereignis, das sich für lange Zeit anzubahnen schien. Godzilla Minus One startet nämlich stark: Durch das Nachkriegs-Szenario mit seinem Widerhall von Tod und Zerstörung zieht sofort ein ernsthafter Grundton ein, dank dessen man den Figuren hier anders begegnet als im gewöhnlichen Kaijū Eiga, wo das Personal nur allzu gern in abstrusen Handlungen herumstolpert und kaum mehr zu tun hat, als die Zeit zwischen den Monsterauftritten zu überbrücken. Hier ist das anders – zumindest mit Koichi und Noriko fühlt man sich schnell verbunden und nimmt an ihrem Schicksal Anteil, zumal es eben kein leichtes ist und sie die Gestaltung ihrer Zukunft bei null beginnen müssen.

Zunächst geht es ums nackte Überleben, vor allem für das Baby, dessen sie sich angenommen haben, und das ist ungemein fesselnd. In dieser Phase, sprich knapp dem ersten Drittel des Films, funktioniert Godzilla Minus One ganz ohne Monster – ich habe den Titelhelden für längere Zeit absolut nicht vermisst. Wann aber kann man so etwas als Kaijū-Eiga-Liebhaber schon einmal sagen? Selbst Hideaki Annos gleichermaßen bitter ernster Shin Godzilla schwächelt auf der Figurenebene beträchtlich, weil man unter den zahllosen fast gleichberechtigt agierenden Anzugträgern, die dort von einer Beratung zur nächsten eilen, keine brauchbare Bezugsperson finden kann. So lebendig wie in Godzilla Minus One, das darf man ruhig so festhalten, waren die Figuren in einem Kaijū Eiga noch nie (die spontan geschätzt drei Filme des Subgenres, die ich noch nicht kenne, werden diese Aussage gewiss nicht widerlegen). Aber auch das Titelmonster, das hier wieder als Kaijū-Alleinunterhalter und ohne erkennbaren Grund, sprich aus reiner Boshaftigkeit heraus unterwegs ist, macht eine blendende Figur. Sein früher erster Auftritt auf der Insel Odo ist dabei relativ mäßig – Godzilla hat zu dieser Zeit noch nicht seine richtige Größe und wirkt auch durch die CGI-Umsetzung wie der T-Rex aus den Jurassic Park-Filmen. Das zieht weitgehend wirkungslos an einem vorüber. Anders sieht es schon bei seinem Aufkreuzen im Mai 1947 aus, als er schlussendlich die Takao zerstört, und wenn er kurz darauf Ginza hinwegpustet, dann ist das die wuchtigste und atemberaubendste Monstersequenz in der gesamten Kaijū-Eiga-Historie – zumindest ich fand sie nicht zuletzt auch aufgrund ihrer grandiosen Inszenierung (das Zusammenspiel mit dem Score ist sensationell) noch ein wenig eindrücklicher als die Zerstörung Tokios in Shin Godzilla oder Godzillas Kampf gegen den Mecha Kiryū in Godzilla – Tokyo SOS. Irre. Das war dann allerdings schon der Höhepunkt – hernach kommt nichts mehr, was in Sachen Monsteraction an diese Sequenz anknüpfen kann. Godzilla meldet sich erst zum finalen Kampf zurück und sieht sich dort deutlich in der Defensive. Aufgrund dessen hatte ich nach dem ersten Ansehen auch den Eindruck, dass der Große Grüne hier entschieden zu kurz kommt – wirklich im Gedächtnis bleibt nur die Ginza-Sequenz. Als ich noch ein zweites Mal in den Film hineingeschaut habe, hat sich diese Auffassung jedoch ein wenig relativiert und ich konnte die Meeres-Auftritte Godzillas nun auch genügend wertschätzen. Ja, die haben es ebenfalls in sich.

Dennoch beginnt Godzilla Minus One nach der Ginza-Episode langsam, aber sicher an Qualität zu verlieren. So ist mir persönlich die Theatralik, mit der Koichi sein Trauma zur Schau stellt, zunehmend auf die Nerven gegangen – mitunter wirkt er in all seiner Verbitterung doch etwas unsympathisch. Das mag allerdings nicht jeder so sehen. Ein objektiveres Problem ist derweil der hanebüchene Unfug, den Noda zur Bekämpfung des Monsters ersonnen hat – sein FCKW-Flaschen-Umwicklungs-und-Schwimmreifen-Plan ist nicht minder dämlich als so manches, was uns in früheren Jahren aufgetischt wurde (mir schoss hier sogar wieder einmal das Wort „Asylum“ durch den Kopf ...). Klar, wenn Godzilla mit einer „blubbernden“ Substanz im Meer getötet werden soll, dann verweist das auf Dr. Serizawas „Oxygen-Zerstörer“ aus Ishirô Hondas Ur-Godzilla, aber sinnvoller wird es davon auch nicht, und ebenso wenig greift das Argument, dass im Kaijū Eiga ja ohnehin allerlei Absurdes erlaubt ist, denn Godzilla Minus One nimmt sich schließlich bitter ernst. Wenn man sich aber auf diesen Ernst eingestellt hat, dann wirkt Nodas Blubberei eher irritierend.

Vor dem Ur-Godzilla verbeugt sich Takashi Yamazaki übrigens mehrfach – ganz dezidiert in der bereits erwähnten Zug-Szene, mit der Wahl der Odo-Insel als Auftaktschauplatz oder als ein Reporter diensteifrig bis in den Tod hinein aus nächster Nähe vom Angriff des Monsters berichtet (womit leider ausgerechnet die dümmste Szene des Honda-Klassikers zitiert wird). Nahezu unentbehrlich ist ferner natürlich die ikonische Musik von Akira Ifukube, die man hier mit prachtvollem Klang zu hören bekommt – wobei sie eine Verbindung nicht nur zum ersten, sondern zu fast allen älteren Godzilla-Filmen herstellt. Selbst die Ogasawara-Inseln kommen in Yamazakis Arbeit wieder zu ihrem Recht: In ihrem Umkreis hat sich der Große Grüne schon vor Dekaden besonders gern herumgetrieben. Und doch fehlt hier etwas ganz Fundamentales, nämlich eine Erdölraffinerie, die Godzilla quasi zum „Aufwärmen“ demoliert und in Flammen aufgehen lässt. Möglicherweise hat ihm ja in dieser Sache der Krieg die Arbeit abgenommen (respektive den Spaß verdorben) – im Frühling des Jahres 1947 könnten noch alle Raffinerien in der Nähe von Tokio zerstört gewesen sein.

Immerhin, zurück zum Thema, lässt es Yamazaki wenigstens nicht so weit kommen, dass sich das bedeutendste Monster der Filmgeschichte von FCKW-Blasen und Schwimmreifen über den Jordan schicken lässt – etwas mehr müssen die Menschen schon tun, und das bietet Koichi die große Chance, endlich seine Schulden als Kamikaze-Pilot zu begleichen (auch wenn er sich dabei unehrenhaft rettet ...). Wirklich spektakulär ist das freilich nicht: Dass Godzilla, den normalerweise nicht einmal die gesamte japanische Armee mit ihren modernsten Waffen aus der Ruhe bringt, von einer einzigen Bombe (auch wenn es nicht die kleinste ist) getötet wird, ist eher ernüchternd. Der Sieg über das Monster kann freilich nicht viel aufregender ausfallen, weil er allein Koichi gehören muss. Yamazaki fokussiert sich ganz auf ihn und die Bewältigung seines Traumas, das schließlich auch für das Nachkriegstrauma der japanischen Nation steht. Und so gibt es anstelle eines originellen und des Titelhelden würdigen Finales eine leidliche, für empfindliche Mägen eventuell sogar unbekömmliche Menge an Heldenkitsch und Pathos – die Aufarbeitung der Kriegsereignisse, so man sie aus der Handlung herauslesen will, gerät reichlich plump und oberflächlich. Mit Blick auf die Rolle, die Japan im Zweiten Weltkrieg gespielt hat, schmeckt der hier praktizierte Patriotismus (das Militär, vertreten durch Koichi, muss eben unbedingt doch noch über irgendetwas siegen, und wenn’s ein Monster anstelle der Amis ist), sogar noch etwas unangenehmer. Es wäre schön gewesen, wenn man den Ehrbegriff der japanischen Streitkräfte nicht kultiviert, sondern kritisch hinterfragt hätte.

Rein gar nichts mit dem Krieg hat allerdings das Holzhammer-Happy-End zu tun, das der Autor hier anschleppt und seinen Film damit offiziell zur Massenware erklärt. Und die Godzilla-Zellen, die sich zum Schluss unten im Meer fleißig regenerieren und sicherheitshalber den Boden für eine Fortsetzung bereiten sollen, sorgen endgültig für einen uninspirierten und phantasielosen Abschied – zumal Godzilla Minus One kein Film ist, der nach einer Fortsetzung verlangt. Der nächste Godzilla-Streifen, der hoffentlich bald kommt, kann gut und gerne wieder bei null starten. Vielleicht im Mittelalter? Ein paar Schlösser und Burgen zu zertrümmern, wäre doch mal eine schöne Abwechslung für den Großen Grünen. Er müsste sich nur um die nötige Kernkraft kümmern.

Visuell ist Godzilla Minus One derweil ein Fest – der Streifen kommt mit kristallklaren Breitwandbildern daher, die zwar phasenweise einen leichten „Nachkriegs“-Sepia-Schleier tragen, aber spätestens bei den Meeres-Sequenzen eine beeindruckende Pracht entfalten. Auch tricktechnisch zeigt sich ein gutes Bild – das sollte auch so sein, denn Godzilla Minus One hat wie schon erwähnt tatsächlich einen Oscar in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ einstecken dürfen! Mein Gott – dass den Tōhō-Studios einmal eine solche Ehrung zuteilwird, hat wohl auch bis weit ins neue Jahrtausend hinein kein Mensch vermutet (wenn ich allein an einige katastrophale Rückprojektionen noch zu Heisei-Zeiten oder die lausigen Rechnereffekte zu Beginn der Millennium-Ära denke ...). Ob die Auszeichnung wirklich verdient ist, soll indes dahingestellt bleiben, denn nicht alles, was die Tōhō-Computer hier produziert haben, ist wirklich State of the Art. Wenn beispielsweise in Ginza reihenweise Häuser zu Bruch gehen, dann sieht das nicht hundertprozentig echt aus, und auch bei den gigantischen quasinuklearen Explosionen, die Godzilla mit seinem Atemstrahl erzeugt, gibt es eindeutig Reserven. Gebäudezerstörungen waren aus meiner Sicht beispielsweise in Godzilla – Tokyo SOS beeindruckender als hier, aber dabei spielt auch der Blickwinkel eine wichtige Rolle: Im vorliegenden Fall ist‘s etwas schlechter als erhofft, während es bei gelungenen Modellbauszenen eben etwas besser war als erwartet. Wirklich großartig ist jedoch Godzilla selbst geraten, der uns hier selbstredend in einer reinen CGI-Umsetzung begegnet – seit Shin Godzilla ist die Uhr für Gummimonster abgelaufen. In Godzilla Minus One ist die Illusion perfekt: Der Große Grüne sieht durchweg echt und lebendig aus und begeistert immer wieder mit seinem bei Bedarf hellblau leuchtenden Rückenkamm, der sehr viel spitzer und „scharfkantiger“ ist als in vergangenen Jahrzehnten und entsprechend bedrohlicher wirkt – das hat nichts mehr mit den Wabbelkämmen der Shōwa-Ära zu tun. Wenn man meckern wollte, dann könnte man ein paar leicht unrunde Bewegungsabläufe oder das etwas zu „brave“, sprich mitunter an einen Hund erinnernde Maul bemängeln, aber das sind Kleinigkeiten. Grundsätzlich ist dieser Godzilla aber ganz konservativ gestaltet – Extravaganzen wie in Shin Godzilla gibt es nicht. Ergänzend sei zum Thema Optik noch erwähnt, dass in den Vereinigten Staaten unter dem Titel Godzilla Minus One Minus Color auch eine Schwarz-Weiß-Version dieses Films veröffentlicht wurde – das klingt sehr interessant und hat auch unbestreitbar seinen Reiz, sollte aber nicht jedermanns Sache sein.

Darstellerisch ist es vor allem an Ryunosuke Kamiki als Koichi Shikishima und Minami Hamabe als Noriko Oishi, dem Titelhelden ein starkes, interessantes und handlungstragendes menschliches Personal zur Seite zu stellen. Beide machen ihre Sache tadellos, wobei der grundsympathische Ryunosuke Kamiki (Krieg der Dämonen, Dainipponjin, Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno) rollenbedingt mitunter etwas missgelaunter daherkommt, als man sehen will, während Minami Hamabe (Yamato – Schlacht um Japan, Shin Kamen Rider) nicht nur ebenfalls eine sehr einnehmende Person ist, sondern auch wunderbar natürlich spielt. Ihr zuzusehen, macht Freude. Neben ihnen fällt vor allem der mit seiner Nickelbrille sehr intellektuell wirkende und charismatische Hidetaka Yoshioka als Monsterbekämpfungsplanschöpfer Kenji Noda ins Gewicht, und in den wichtigsten Nebenrollen überzeugen die souveräne Sakura Andô als Koichis Nachbarin Sumiko Ota und Munetaka Aoki als Mechaniker Sosaku Tachibana, obgleich Letzterer auch nicht immer gut gelaunt sein darf. Als weitere Besatzungsmitglieder der Shinsei Maru, sprich Kapitän Akitsu und Helfer Mizushima, sind schließlich Kuranosuke Sasaki und Yûki Yamada zu sehen, denen aber kein memorables Schauspiel abverlangt wird. Umso memorabler ist zu guter Letzt der großartige Score von Naoki Satô – bei dem passt wirklich alles. Vielfach schleicht er sich ganz leise an, um dann in fetten, dunklen Akkorden oder gar apokalyptischen Chören zu kulminieren, aber auch ein zurückhaltendes Akustikgitarrenmotiv hat er im Programm. Was immer jedoch erklingt – es hört sich ganz wunderbar an und wird nie aufdringlich oder kitschig. Eine längere Passage (im Anschluss an den Ginza-Angriff) hat mich sogar sehr stark an Henryk Góreckis eindringliche 3. Sinfonie erinnert. Und natürlich weiß Naoki Satô auch, was alle Welt über das eigene Schöpfertum hinaus von ihm erwartet und verneigt sich vor Akira Ifukubes unsterblichen Ur-Godzilla-Kompositionen, die uns hier wie schon erwähnt genau im rechten Moment entgegendröhnen.

Besonders in solchen Momenten, aber auch in seiner Gesamtheit betrachtet, kommen wir zum Ende, ist Godzilla Minus One großes Kino und zieht endgültig einen Schlussstrich unter die Zeiten, in denen sein Titelheld eher belächelt und seine Auftritte als Trash wahrgenommen wurden – obgleich es sich dabei, das muss dringend festgehalten werden, um sehr sympathischen und unbestreitbar kultigen Trash gehandelt hat (ich will an dieser Stelle einmal nicht von den teilweise unangenehm pathosüberladenen Filmen der Millennium-Serie reden). Takashi Yamazakis Versuch, ernst zu nehmende inhaltliche Aspekte mit einem traditionell agierenden und ebenso traditionell (sprich auf haarsträubende Weise) bekämpften Titelmonster unter einen Hut zu bekommen, ist allerdings nicht vollends von Erfolg gekrönt – zum Ende hin gehen dem Skript die Ideen aus und Godzilla Minus One ergibt sich ohne erkennbare Gegenwehr dem Mainstream westlicher Bauart. Da hatte Shin Godzilla mit seinem grauenhaften Schlussbild deutlich mehr Gewicht. Ungeachtet dessen ist Godzillas 30. Kinoauftritt noch immer absolut sehenswert und hat auch mir viel Freude bereitet. Ob es nun tatsächlich der beste ist, den der große Grüne jemals hatte, sei dahingestellt – objektiv betrachtet spielen Godzilla Minus One und Shin Godzilla auf jeden Fall in einer höheren Liga als die älteren Streifen, aber wie man sie subjektiv empfindet, steht auf einem anderen Blatt.

Damit bin ich in Prinzip auch schon beim Fazit zu meinem gesamten, nunmehr abgeschlossenen Godzilla-Review-Projekt – und nein, ich kann wirklich nicht sagen, welcher der 30 Gojira Eiga mir am besten gefallen hat. Die Unterschiede zwischen den meisten dieser Streifen sind aus meiner Sicht marginal, und wenn ich sie heute nach meinen persönlichen Bewertungskriterien sortieren würde, dann wäre auf diese Liste kein ausreichender Verlass: Schon nach den nächsten Sichtungen könnte sie ganz anders aussehen – da kommt es bisweilen auch ganz einfach auf die Tagesform an. Solche weiteren Sichtungen soll es indes definitiv geben, denn man tut immer gut daran, ein, zwei Stündchen mit dem Großen Grünen zu verbringen, egal, wie grün er nun wirklich ist oder nicht. Streng genommen sollte man sogar stets und ständig Godzilla-Filme ansehen.

(12/24)

Auch hier noch einmal 8 von 10 Punkten aus persönlicher Sicht, ansonsten sichere 7 von 10.




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