Review

iHaveCNit: Stella.Ein Leben. (2024) – Kilian Riedhof – Paramount

Deutscher Kinostart: 25.01.2024

gesehen am 24.01.2024 in der Spotlight-Sneak

Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 5, Platz 13 – 21:00 Uhr

Wie schnell kann man vom Opfer zum Täter werden und in welche moralischen Konflikte gerät man damit ? Dieser durchaus reflektionswürdigen Thematik versucht sich Kilian Riedhof in seinem Film „Stella.Ein Leben.“ zu nähern, in dem er über ein Biopic einen wichtigen Teil des Lebens von der deutschen Jüdin Stella Goldschlag zu inszenieren, für das Paula Beer in der Hauptrolle besetzt worden ist.

Die deutsche Jüdin Stella Goldschlag singt in einer Jazz-Combo und träumt genau wie ihre Elten davon, nach Amerika zu kommen und eine Karriere am Broadway zu starten. Doch wir befinden uns im zweiten Weltkrieg und die Schlinge zieht sich für jeden Juden immer enger zu, so dass Stella und ihre Eltern jeden Moment deportiert werden könnten. Bis Stella einen jüdischen Passfälscher trifft und einige Zeit später der Gestapo in die Hände fällt. Dort wird sie vor das moralische und konfliktreiche Dilemma gestellt zum persönlischen Schutz Juden an die Gestapo zu verraten.

Der Film ist relativ nüchtern und gar etwas dröge inszeniert und erzählt worden, wobei er sich bewusst eher sklavisch an eine chronologische, sprunghaft holprige Abarbeitung hält statt das Ganze durch eine nicht lineare Erzählung etwas kreativer und dynamischer werden zu lassen. Diese Dynamik wird an mancher Stelle versucht durch eine hektische, teils verschwommene, mit Bewegungsunschärfe arbeitende und auch teils suchende und heranzoomende Kameraführung auszugleichen, doch mic hat die Kameraführung und auch ein damit verbundener Schnitt eher genervt und irritiert. Trotz der nüchteren Inszenierung schafft es der Film auch, natürlich in der Darstellung der Ereignisse eine gewisse, verträgliche Härte aufzuweisen – auch bei teils brutalen Sequenzen. Der Film arbeitet auch dieses doppelte Machtgefälle (Frau und Jüdin gegenüber männlicher SS und Gestapo) und auch damit verbundene mögliche Privilegien heraus. Mit seiner Ausstattung schafft der Film natürlich auch eine stimmige Atmosphäre und auf der darstellerischen Seite hat mich Paula Beer mit dem, was ihr der Film geben konnte entsprechend überzeugen können, auch wenn das moralische Dilemma und der Konflikt in der Tiefe nicht spürbar war. Damit bleibt dieser Film, unabhängig seiner doch wichtigen und aufzuarbeitenden Thematik, etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück.

„Stella.Ein Leben.“ - My First Look – 7/10 Punkte





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