Review

Nachdem ich nun zum ersten Mal einen Film von Erwin C. Dietrich, offensichtlich einen der größten deutschsprachigen Erotikfilmer der 60er und 70er Jahre, gesehen habe bin ich doch ziemlich enttäuscht. Zugegebenermaßen sollte man bei einem Titel wie „Robin Hood und seine lüsternen Mädchen“ keine Perle des Kinos oder geschweige denn eine werkgetreue Adaption von Howard Pyles Jugendbuchklassiker erwarten. Doch auch Trash-Vergnügen und Sinnlichkeit vermag sich nur selten einzustellen – was angesichts des Plots sicherlich angemessen gewesen wäre.

Im Großen und Ganzen wird auch hier die altbekannte Story von Robin Hood erzählt, allerdings in einer Light-Version: Robin Hood ist vor Prinz John und dem Sheriff von Nottingham in den Sherwood Forest geflohen. Dort hat er eine lustige und teils notgeile Gemeinschaft um sich aufgebaut. Um Robin aus seinem Versteck zu locken, wird Jugendfreundin Marian als Köder benutzt…

Hört sich nicht sehr komplex und wendungsreich an? Richtig, Alles läuft hier ziemlich berechenbar ab. In einem Abstand von etwa 5 Minuten (ich habe die Zeit nicht gestoppt) bekommt man immer mal wieder ein nacktes oder nur teils entblößtes „lüsternes Mädchen“ bzw. dessen Hinteransicht zu sehen, was die extrem dialoglastige und langweilige Alibi-Handlung etwas aufpeppt. Ein paar ungestüme Sex-Szenen gibt`s obendrauf, allerdings sind diese wenig sinnlich und erotisch, sondern eher schlecht als recht teils mit zwischengeschnittenen Natur-Aufnahmen (?)! Ebenso die mies choreografierten – wollen wir es einmal so bezeichnen – Action-Szenen mit ein paar kurzen Fecht-Duellen und dilletantisch hingeschluderten Prügeleien. Sollen das schon die komödiantischen Elemente sein? Über Erwin C. Dietrichs Qualitäten als Regisseur lässt sich also mehr als streiten. Die Leistungen der weitgehend unbekannten Darsteller sind bei diesem Trash-Filmchen ohnehin zu vernachlässigen.

Fazit: Schlecht. Die sog. Action-Szenen sind mies choreographiert, die Sex-Szenen unerotisch und der farbenfrohe Film nimmt sich selbst noch viel zu ernst. Immerhin entschädigen die nackten Mädels in dem Film halbwegs für allzu groben Unfug und sorgen zumindest für einige wenige sexuelle Wallungen. Einzig für Trash-Fans wirklich interessant.
Bleibt schlussendlich nur eine Frage: Warum eine FSK-18 für dermaßen harmlose Alibi-Erotik?

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