Die Sage vom Freiheitskämpfer Robin Hood existiert nicht nur in der Herkunft her schon in verschiedenen Ursprüngen, Abwandlungen und Hinzudichtungen, sondern wurde über die letzten Jahrzehnte auch noch mehrfach umgeändert, anders für die jeweilige Generation strukturiert und auch zuweilen modernisiert; selbst nur auf den medialen Bereich Film und Fernsehserie bezogen ist eine Werkschau schon eine Lebensaufgabe, wobei in diesen Gefilden aber die narrativen Überschneidungen im Grunde größer als die Veränderungen sind. Mal widmet man sich mehr den Kindern, mal mehr den 'Junggebliebenen', der Stoff selber ist aber wie seine 'Genrekollegen' um etwa den Zorro vermehrt auf die abenteuerlustigen Heranwachsenden, als (zumeist männliche) Jugendphantasie, hier übrigens auch, aber direkt für die Erwachsenen und einige Tabubrüche dahin plus gesteigerte Brutalität und tödliches Drama angelegt. (Siehe auch bspw. Zorro - Spiel mir das Lied der Wollust oder Zorro und seine lüsternen Mädchen, beide 1972, respektive Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen, 1971.)
Sexuell konnotiert oder gar mit erotischen Beigeschmack ist an dieser im Wald unter sich lebenden Männertruppe und ihrem Kampf gegen den im Schloss hausenden Sheriff von Nottingham im Grunde erstmal: nichts. Die Wahl von Autor und neben Erwin C. Dietrich Co-Regisseur Richard Kanter, der später noch in das Hardcore-Genre wie Sensual Encounters of Every Kind (1978) wechselte und hier und in bspw. Mädchen in der Rückenlage (1969) oder Das Schiff der liebestollen Frauen (1968) quasi dafür übte, auf gerade diesen Eintrag ist mutmaßlich und höchstwahrscheinlich nur der anhaltenden Popularität und des zugkräftigen Namens geschuldet, als Gimmick für das Marketing, und Anreiz für die (geringe?) Käuferschar, die schon immer mal sehen wollte, wie der Held ihrer Jugend die grünen (hier sind es dunkelorangefarbene) Strumpfhosen ablegt und die holde Maid Marian im Sherwood Forest flachgelegt (und sich mit einem ebenso geifernden Will Scarlett erbittert darum prügelt und die Freundschaft bricht).:
Robin Hood [ wahrscheinlich der am besten trainierte aller Hoods: Ralph Jenkins ] lebt mit seinen Mannen Little John [ Frank Nathan ], Bruder Tuck [ Eddie Nova ], Will Scarlett [ Paul Smith ] und Alan-A-Dale [ Al Cranston ] in Saus und Braus im Sherwood Forest, wo sie es wild mit den Mädels treiben und nur ab und an, dann aber umso energischer vom Sheriff von Nottingham [ C.S. Poole ] und dies im Auftrag von Prinz John [ Steve Vincent ] und Sir Guy [James Brand ] belästigt werden. Als diese eines Tages als Falle Maid Marian [ die mit dem größten Busen: Dee Lockwood ] in den Wald zu ihrem früheren Freund Robin schicken, entspinnt sich eine verhängnisvolle Intrige, die vor allem auch von Lady Sallyforth [ Lynn Cartwright ] vorangetrieben wird und wo am Ende Mord und Totschlag steht.
Regisseur Kanter wählt dabei einen derberen Einstieg, der scheinbar gar nicht so recht zu dem angekündigten und auch nur kurz kommenden Kasperletheater im und ohne Kostüm passen mag, und forsch mit einem Bedrohungsszenario und dem Ausbruch von Gewalt, dem Zeigen von Blut und Tod auch und der violenten 'Inbesitznahme' zweier Frauen inmitten ihrer verwundeten oder gefallenen Männer auch beginnt. Der Wechsel der Tonart von Mord und Totschlag hin zu einem zwischenzeitlich angerissenen Sing- und vermehrt Lustspiel mit teils parodistisch anmutenden Tönen (das stets schallende Gelächter aller Beteiligten hat man sich offensichtlich von Opas Kino, der Bearbeitung durch Val Guest etwa abgeschaut, und der obligate Stockkampf mit Little John zur Überquerung des Flusses könnte auch von Mel Brooks stammen) als ein merkwürdiges Gebaren; wobei die erste Idee mit den Anziehen von Gefahr und Nötigung laut der Denke der Filmemacher vielleicht nicht die schlechteste Idee war, während das Nachhinein etwas zu sehr Larifari ist, und man wohl auch deswegen tonal immer mal wieder wechselt und zurück zu den Anfängen von Düsternis, Schlägen und Vergewaltigungen und kurz vor Ende noch in einen mittelalterlichen Folterkeller mit Bondageeinlagen geht. Viel geht es auch um Demütigung, um Machtmissbrauch, um Steigerung der Lust durch Dominieren und Ausüben von Gewalt, lüstern sind da vielleicht die Täter, aber die Opfer sicher nicht.
Freie Liebe also nur im Nudistencamp von Hood selber, sexuelle Revolution lokal auf die Anhänger der Freikörperkultur begrenzt, wird in diesem eher spärlich sprießenden Walde mit dem Anflug von Abgestorbenheit und Gelbstich ein Platz für viel Wein, Weib und Gesang, eine Art hingeworfenes Ferienlager bloß ohne Aufsicht errichtet, ein halbherzig glimmendes Lagerfeuer in der Mitte des Kreises, dass als Zeichen der Dekoration noch das auffälligste neben dem Bärenfell und dem Strohgelage im Hauptzelt ist. Dort werden die Leute ausgezogen oder tun dies gleich bei Ankunft selber, mal freiwillig und mal dazu 'überredet', im Heu selber Hoppe, Hoppe, Reiter gespielt, während draußen im kahlen Felde das stete Dauervergnügen am Laufen und auch da viel Offenherzigkeit und Nackibums an der Tagesordnung ist. Kalt sieht es dort allerdings aus, sodass das Ausziehvergnügen der Leute hier eher einseitig, also wenn überhaupt auf der Seite des Zuschauers vielleicht, aber auch da so richtig nicht ist. Zu sehen gibt es durchaus viel, wogende Brüste und nackte Schenkel, wird hier allerdings keine Verführung vom Regisseur angestrebt und ist Erotik im Sinne von Prickeln und Anreizen nicht das hauptsächliche Ziel.