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Wer 16 Gewinne auf diversen Festivals abräumt, kann eigentlich keinen Murks produzieren, doch diverse Auszeichnungen des zuweilen vielleicht einzigen Anwärters täuschen so manches Mal über die wahre Qualität hinweg. Insofern verwundert es nicht, dass sich der Endzeit-Actioner des italienischen Regisseurs Frederico Alotto als halbgare Angelegenheit entpuppt.

2025: Nach einer globalen Pandemie und anschließender Verstrahlung sind Frauen zu 95 % steril und nur noch eine Handvoll Menschen bevölkert die Erde. Als der Cowboy Dog (Andrea Zirio) auf die schwangere Mia (Ortensia Fioravanti) trifft, keimt Hoffnung in dem Streuner auf, denn sie bedeutet Aussterben oder Neustart…

Neu ist die Story beileibe nicht. Regisseur Alotto und Hauptdarsteller Zirio geben sich erst gar keine Mühe, ihrer Dystopie neue Facetten beizumengen. Mal abgesehen von kurzen Genreausflügen, die sich nur bedingt ins Gesamtbild fügen. Reduziert auf nur wenige Figuren entpuppt sich die Chose auch als Roadmovie mit dem Abgrasen diverser Schauplätze, die mit zerfallenen Ruinen und anderen Lost Places zwar die angemessene Ausstattung mitbringen, beim genaueren Hinsehen jedoch irgendwo in Italien verortet sind und nicht, wie behauptet in den USA.

Dies entspricht auch einigen gelungenen Luftaufnahmen uriger Landschaften, welche keinesfalls in Amerika zu finden sind, während Warnschilder in italienischer Sprache ebenfalls dagegen sprechen. Zumindest ist im Verlauf eine Handvoll Gegner auszumachen, denn ansonsten würde das Konfliktpotenzial gegen Null tendieren. Die dazugehörige Action fällt allerdings eher grobschlächtig aus und auch die wenigen blutigen Einschüsse per CGI zeugen von einem eher geringen Budget. Gleiches gilt für die Kamera, die nicht immer die optimale Distanz zum Geschehen aufweist.

Spannend gerät es überdies nur einmal, als jemand einen Abhang herab zu stürzen droht, während der Ausflug ins Westerngenre mit High Noon von schwacher Dramaturgie zeugt und die wenigen Untoten deutlich zu spät auf den Plan treten, um überhaupt noch für Relevanz zu sorgen. Ein weiteres Manko bildet Hauptdarsteller Zirio, dem es schlicht an Charisma mangelt und dessen Figur, mal abgesehen von anfänglichen Absonderungen im Off, betont wortkarg auftritt. Seine Gespielin trägt ebenfalls wenig Aktives zum Geschehen bei.

Entsprechend mäandern die 86 Minuten ohne Höhepunkte vor sich hin und so ziellos die Wanderung bisweilen anmutet, so endet sie auch ohne eine nennenswerte Pointe. Der Score geht okay und die Masken einiger Nebenfiguren stechen kurzfristig ins Auge, doch inhaltlich fällt die Chose, insbesondere auf Action und Tempo bezogen, eher eintönig aus.
3,5 von 10

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