Alle Kurzkommentare


8

Ein Träumchen in Technicolor, frei nach 1001 Nacht, im großen alten Hollywood-Gewand. Halt, nicht ganz. Eigentlich haben wir hier eine britische Produktion, allein die Kriegswirren haben jene über den Ozean gezwungen. Und auch einiges an deutschem Blut, der damals großen (Film)Nation, fließt in diesem Meisterwerk. Zum Beispiel der Ursprungs-Regisseur und der Darsteller des Bösewicht Jaffar. Neben ihm ist "Mogli" Sabu der Star, offensichtlich mit starkem körperlichem Wachstum im langwierigen Dreh-Prozess. Es gab seinerzeit die Vision den prachtvollsten Abenteuerfilm aller Zeiten zu drehen. Das Ergebnis kann sich auch heute noch sehen lassen, natürlich mit etwas Nostalgie-Brille. Die Reise ins Land der Fantasie braucht zwar die Hälfte der Laufzeit, sprich etwas zu lang, aber dann kommen die ganzen umwerfenden Animationen. Blue Screen, heute leider das komplette Grundgerüst der meisten Filme, hier liegt die wesentliche Geburtsstunde.

5

Natürlich sollte man einen Film von 1940 nicht mit heutigen (sensibleren) Augen betrachten und Dinge wie White Washing oder Blackfacing, die hier beide stattfinden, waren halt damals fester Bestandteil von Hollywood. Diese Märchenverfilmung hat einfach nicht den zeitlosen Status wie ein KING KONG oder ein WIZARD OF OZ, denn die üppige Darbietung von Farben ist für uns heute etwas Selbstverständliches und wird gar nicht mehr als Effekt wahrgenommen. Auch an Action und eigentlichem Abenteuer könnte noch ein bisschen mehr drin sein in der Erzählung, die kurioserweise zur Hälfte aus einem Flashback besteht. Charmant sind immer noch der Ritt auf dem fliegenden Teppich sowie sämtliche Projektions- und Miniatur-Tricks rund um den gigantischen Flaschengeist. Die etwas banale Kali zeigt aber, dass vergleichbare Fantasy-Streifen später z.B. durch die Stop Motion Arbeit eines Ray Harryhausen ganz erheblich profitieren sollten.

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