Die mysteriöse Serie von Todesfällen sorgt für Panik in der Gesellschaft: Alle Opfer sind Bräute, die während ihrer Hochzeitszeremonie einfach unvermittelt zusammenbrechen. Dahinter steckt Dr. Lorenz: Mittels eines Gifts versetzt er die jungen Frauen in einen scheintoten Zustand und stiehlt dann ihre „Leichen“, um ihnen Körperflüssigkeiten abzuzapfen, die die Grundlage für die „Medizin“ sind, mit der er seine eigene alternde Ehefrau jung und schön hält. Eine Reporterin und ein Arzt kommen ihm auf die Spur.
Frisch aus Kanada importiert (drei Lugosi Filme auf einer DVD) und auf den heimischen Gebrauchtmarkt geworfen, kann man auch Corpse Vanishes bewundern, der offensichtlich bisher noch nie in deutscher Sprache synchronisiert wurde. Man muß also Sprachkenntnisse mitbringen, bekommt aber im Gegenzug Lugosis irgendwie herrlichen osteuropäischen Akzent mitgeliefert. Allerdings würde ich die Story doch eher als Krimi oder Thriller bezeichnen, denn sowohl die gewohnten Fledermäuse als auch die Vampirzähne müssen in der Requisitenkiste bleiben.
Hier gibt er den Wissenschaftler, der in schönster Bathory-Manier seine rasch alternde Frau (die mit über 80 aber noch recht knusprig aussieht) mittels des Lebenssaftes junger Frauen zu verjüngen und zwar auf recht clevere Weise. Kurz mit giftiger Orchidee in den Scheintod versetzen, Körper mopsen und der ollen Vettel zuhause die Jugendvitamine spritzen. Mir hat Lugosi nur dabei einfach zu nett und zu wenig sinister gewirkt, da fehlt die grimmige Großaufnahme der Augen und auch sonst die diabolische Aura. Sterben tut auch niemand bis auf seine beiden Freakshow Diener und deren Mutter, insofern ist das wirklich reine Krimihandlung, wenn ihm eine forsche Reporterin (mutig, eine starke Frauenrolle und das 1942, kennt man sonst eher anders, aber gut, 2x in Ohnmacht fliegen tut sie auch) auf die Schliche kommt.
Es gibt da eben zeitlose Filme, denen auch die Jahrzehnte kaum etwas ausmachen, aber Corpse vanishes würde ich da nicht zu zählen. Der Horrorgehalt tendiert aus heutiger Sicht gegen null, atmosphärisch ist wenig los da man auf alte Schlösser und Gruften völlig verzichtete und auch die Darsteller nicht zum laut klatschen animieren. Nach etwas über einer Stunde ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei, man hat aber nicht das Gefühl einem wirklich Klassiker beigewohnt zu haben.
5/10