Inhalt:
Hongkong 1969. Zhang Chun (Ti Lung) ist ein überaus sensibler und unausgeglichener junger Mann. Er arbeitet als Büro-Angestellter für eine Versicherung, das eher ungern, und er flüchtet sich in Tagträume von einem Leben im Müßiggang und Luxus.
Entsprechend flusig fallen seine Arbeiten aus, und der Chef ist sichtlich unzufrieden.
Zhang hat nur 2 Menschen um sich, die ihm näher stehen. Da ist zum einen das Bar-Mädchen Mary (Angela Yu), zu der die "Beziehung" aber eher rein sexueller Natur ist. Zum anderen ist da Zhang´s einziger Freund, der Automechaniker David (David Chiang). Der versucht zu beschwichtigen, kann aber dem Treiben Zhang´s nur hilflos zusehen.
Seinen Arbeits-Frust versucht Zhang mit sexuellen Spielereien mit Mary zu kompensieren. Beide treiben es im Büro der Versicherung auf Zhang´s Schreibtisch, doch werden sie vom Nachtwächter überrascht. Schon wieder ist Zhang seinen Job los!
Nunmehr ziehen er, Mary und David nebst Oldtimer-Cabrio durch das Nachtleben. Hierbei lernt Zhang die bildhübsche Wen Rou (Li Ching) kennen. Er verliebt sich in das Mädchen, diesmal sind es echte Gefühle, und Wen erwidert diese. Beide treffen sich häufiger.
Doch ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern. Wen Rou entstammt einem steinreichen Hause..., ihr Vater ist Unternehmer, und als solcher auf seinen tadellosen Ruf bedacht. Diesen Ruf will Wen´s borniert-spröder Bruder (Chan Hung) schützen.
Er steht Zhang misstrauisch gegenüber..., dieser hat mittlerweile in einer Handels-Firma wieder beruflich fußgefasst.
Als jedoch der neue Chef von Zhang, von dessen neuer Beziehung Wind bekommt, verbietet er ihm, Wen weiter zu treffen, da er Schwierigkeiten mit seinem Geschäftspartner, dem Vater Wen´s, befürchtet.
Jetzt tickt Zhang aus, zerstört das Mobiliar seines Arbeitsplatzes und verlässt wutschnaubend die Firma. Einzig Wen gibt jetzt dem Leben Zhang´s noch Sinn, doch schlägt er über die Stränge und Wen´s Bruder greift ein.
Die erste Warnung an Zhang, den Kontakt mit Wen zu meiden, ist dank der Schläger-Gang ihres Bruders ziemlich eindeutig.
Doch es kommt noch schlimmer: Bei einer weiteren Auseinandersetzung wird das Oldtimer-Cabrio zerstört, und David, der Zhang beim Kampf gegen die Schläger von Wen´s Bruder helfen will, wird schwer verletzt, und stirbt im Taxi auf dem Weg ins Hospital.
Nunmehr verliert Zhang endgültig den Halt..., mit einer Pistole, die ihm durch Zufall in die Hände fällt, macht er sich auf den Weg zur Villa von Wen´s Familie und erschießt ihren Bruder!
Nunmehr ist die Polizei Zhang auf den Fersen, jedoch kann er sich auf einem Auto-Friedhof, einst einer der Treffpunkte des Liebespaares, verstecken.
Eine völlig verzweifelte Wen Rou erreicht den Schauplatz..., und die Polizei lässt nicht lange auf sich warten...., und so nimmt das Drama seinen Lauf........
Fazit:
Als ich die DVD das erste mal sah, ging ich vorab davon aus, einen weiteren KungFu-Eastern mit meinem Shaw-Lieblingsgespann Ti Lung / David Chiang zu betrachten..., zumal ja auch Chang Cheh wieder Regie führte.
Doch weit gefehlt. Es handelt sich bei diesem Streifen, "Dead end", um einen melodramatischen Film fast ganz ohne Action. Zwar sind im Vorspann die beiden besten Fighting-Instructors Shaw´s, Lau Kar Leung und Tang Chia, genannt, doch hatten sie sehr wenig zu tun. Lediglich einen heftigen, ganz coolen Fight, zwischen Ti Lung/David Chiang und der Gang von Chan Hung galt es hier ein bissel zu choreographieren.
Ansonsten ist der Film Chang Cheh´s ein Melodram, ein Melodram mit überzeugenden Darstellern und einer beklemmenden Character-Analyse. Chang Cheh versucht mit teils melancholischen, teils surrealen Bildern eine Character-Zeichnung über einen äußerst sensiblen jungen Mann zu fertigen, der Schwierigkeiten hat, im Leben Fuß zu fassen und eine relativ geregelte Gefühlswelt aufzubauen.
Der Film ist daher interessant, auch wenn Chang mitunter Probleme mit der Inszenierung hat, die Story plätschert mit Mittelteil so vor sich hin, manches ist etwas kitschig, plakativ und klebrig.
Dennoch bleibt man gefesselt am Bildschirm. Chang gelingt es zum Ende hin, den dramatischen Faden wieder aufzunehmen, die Ereignisse kulminieren und es wird auch gewalttätig.
Der Film "Dead end" lebt aber nicht nur von seiner Storyline, sondern vor allem von den Darstellern. Während David Chiang in seiner kleinen Rolle eher blass bleibt, spielt Ti Lung seinen schwierigen Character mit der nötigen darstellerischen Kraft, für Beklemmung beim Betrachter sorgend, eben einen Typen, der mit dem Leben nicht klar kommt. Nicht nur David und Li Ching sind hier hilflos..., irgenwie auch der Zuschauer.
Li Ching spielt das niedliche Girl, die aber auch verzweifelt und hilflos ist..., gegenüber den Problemen ihres Geliebten und den gesellschaftlichen Zwängen einer betont konservativen Hongkonger Öffentlichkeit in jenen Jahren, die sich vom maoistischen Festland und dem Räuberhöhlen-Immage abheben wollte.
Am Ende bleibt die "Baby-Queen" verloren zurück.....
Im Cast ist übrigens auch Wang Chung zu entdecken, innerhalb der Gang von Chan Hung, der die Rolle des borniert-spröden Bruders routiniert runterspult.
Die Kulissen in diesem Film sind besonders. Zwar gibt es auch viele Außenaufnahmen..., doch wurden offenbar ganze Straßen-Züge im Studio nachgebaut, das gibt die surreale Note.
Überhaupt die Straßen-Szenen..., wieder eine Zeitreise ins damalige Hongkong..., damals schon ein horrender Verkehr, mit dem alten VW-Käfer und den Zwei-Tacktern...
Ein etwas anderer Film der Shaw Brothers mit Eastern-Stars in einem reinen Drama. Lohnt einen Blick....