Für Regisseur Jared Cohn dürfte es nahezu ein Abwasch gewesen sein, als er seine Trilogie der Naturkatastrophen abwickelte: Dasselbe Team an Schauspielern am Start, eine nahezu identische Crew im Hintergrund und ein leicht variierendes Drehbuch, - natürlich vom selben Autor. Da lässt sich die Produktionsschmiede Asylum selbst zum 25jährigen Jubiläum nicht lumpen: Der Dreierpack ist eben günstiger.
Eine verheerende Tieffront und damit verbundene Eistemperaturen führt das Wissenschaftsteam REACT um Molly und Familie erneut zusammen. Mithilfe von drei Stimmgabeln in den Wolken soll Riesenhagel neutralisiert werden, was zunächst zu gelingen scheint, doch schon droht eine noch schlimmere Konstellation…
Nach „Megaquake“ und „Super Volcano“ folgt also der vermeintliche Abschluss der Trilogie, welche am Ende dennoch mit einem Cliffhanger daherkommt, um sich eine eventuelle Fortsetzung vorzubehalten. Auch ohne Kenntnisse der Vorgänger sind die sieben relevanten Weltretter zügig etabliert und deren Mission ist ebenso klar: Die Welt vorm eisigen Supergau retten.
Denn, das offenbaren zwischenzeitlich fast comichaft anmutende Effekte: Bei derartigen, nie näher definierten Temperaturen erfrieren Leute binnen weniger Momente zu Eisskulpturen.
Auf halbwegs temporeiche Passagen folgen leider stets geschwätzige Episoden, welche diverse Schwächen schonungslos offenbaren. Die Darsteller performen durch die Bank unterdurchschnittlich, was auch einen William Baldwin als Senator einbezieht, die Dialoge streifen oft völlig naive Gefilde mit einigen Wortneuschöpfungen und zu allem Überfluss übersetzt die schreckliche Synchro häufig 1:1, was dann zu Sätzen wie „Er brach sich den Fuß“, anstatt „Er hat sich den Fuß gebrochen“ führt und kaum lebensnah klingt.
Auch die Effekte begrenzen sich auf ein Minimum. Immerhin ist die Wahl der Schauplätze außerhalb des Wissenschaftszentrums mit Eis und Schnee gelungen, einschließlich einiger Staus auf verschneiten Straßen und gefährlichen Fahrten in eisigen Gefilden. Doch spätestens beim großen Hagel werden die CGI überdeutlich als solche erkennbar und obgleich ein Raumschiff von innen noch einigermaßen glaubhaft ausgestattet ist, entpuppt es sich von außen als billiges Model ohne Details.
Zwar setzt die Handlung anfangs auf drei parallel ablaufende Handlungsstränge und bringt damit einigermaßen Tempo und Abwechslung ins Spiel, doch sobald einmal mehr taktiert und geplant wird, hängt der Stoff dramaturgisch komplett durch. Da bringen auch ein, zwei zwischenmenschliche Einlagen nicht viel, zumal der Humor völlig ausgeklammert wird und sich der Stoff trotz hanebüchener Einlagen recht ernst nimmt.
Insofern kann man „Ice Storm“ aufgrund mangelnder Action und ausbleibender Schauwerte selbst als Freund der Billigschmiede auslassen, denn er generiert trotz der überschaubaren Laufzeit von 85 Minuten zu selten Spannung und einen damit einhergehenden niedrigen Unterhaltungswert.
3,5 von 10