iHaveCNit: Auf dem Weg (2023) – Denis Imbert – Warner
Deutscher Kinostart: 30.11.2023
gesehen am 01.12.2023
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Lumiere – Reihe 5, Platz 12 – 20:15 Uhr
Es ist schon interessant, einige Wege von Personen zu verfolgen. Der Name Sylvain Tesson zum Beispiel ist mir filmisch bereits schon einmal begegnet. Im meditativen, poetischen Dokumentarfilm „Der Schneeleopard“ ist Tesson gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Vincent Munier im Himalaya einige Zeit verbracht auf der Suche nach dem titelgebenden Schneeleoparden. Aus einer Zeit Tessons vor diesen Ereignissen hat der poetische, meditative Schriftsteller mit Erzählungen eine Reise zu Fuß durch Frankreich nach einer schweren Verletzung unternommen, die nun die Grundlage für den Film „Auf dem Weg“ von Denis Imbert mit Jean Dujardin in der Hauptrolle ist.
Der Reiseschriftstelle Pierre war einst ein verwöhnter Lebemann, der auch komplett den Bezug zu seinen Wurzeln verloren hat. Bis ihn eine schwere Verletzung ins Koma und auf den Boden der Tatsachen zurückwirft. Als Folge der Verletzung sind Rücken und Beine in Mitleidenschaft gezogen worden, doch entgegen dem Rat seines Umfelds und der Ärzte macht er sich auf dem Weg, 1.300 km vom Süden Frankreichs in Mercantour über das Zentralmassiv bis in die Normandie über verlassene Pfade zu wandern.
„Auf dem Weg“ hat auch mich aus aktuellem Anlass berühren können. Vor kurzem bin auch ich bei einem Sturz hart auf dem Knie aufgekommen und befinde mich gerade im Prozess der Heilung. Allgemein hat mich der Film begeistern und berühren können. Mit etwas über 90 Minuten ist der Film vielleicht eine Spur zu kurz geraten, denn die Wanderung durch Frankreich und auch die Zeichnung des von Jean Dujardin gespielten Pierre entfaltet hier nicht ihr vollständiges Potential, denn die nichtlineare Struktur des Films – gerade in der Einbindung von Rückblenden bremst den Film für mich etwas aus und lässt ihn bruchstückhaft wirken. Denn die großartigen Landschaftsaufnahmen bei der Wanderung durch Frankreich mit schönen Ecken in Ergänzung mit der meditativen Poesie löst bei mir eine Begeisterung aus und alleine das macht den Film aus meiner Sicht bereits sehenswert – selbst wenn Dujardins Protagonist nicht immer die Sympathien auf seiner Seite hat.
„Auf dem Weg“ - My First Look – 8/10 Punkte.