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Die wenigsten, die den Film "Time Bandits" kennen wissen vermutlich, dass der Film aus George HarrisonsProduktionsfirma "Handmade Films" stammt. Gegründet wurde diese Firma 1978, als EMI das Drehbuch zu "Das Leben des Brian" ablehnte und der Film fast nicht zu Stande gekommen wäre. George Harrison wollte das als großer Monty Python Fan nicht zu lassen und so entstand die Firma, in der bis zum Jahr 1990 immerhin 23 Filme produziert wurden. Unter anderem eben auch "Time Bandits".

Auch wenn der Film (aus mir unerklärlichen Gründen) bereits ab 6 Jahren freigegeben ist, würde ich ihn mal lapidar als "Märchen für Erwachsene" beschreiben. Der kleine Kev ist ein armes vernachlässigtes Kind (<-- deutliche Kritik an der TV-Gesellschaft würde ich mal sagen), das aber keinesfalls Ideenlos ist. Durch Bücher regt er seine Phantasie an, was ja, wie man sieht hervorragend klappt ;-). Die Idee, dass aus dem kleiderschrank mal zur Abwechslung nicht der böse, schwarze Mann kommt, sondern eine Horde netter kleiner Zwerge ist doch gut! Wobei, so nett sind die Zwerge ja nun auch nicht, aber richtig böse eben genauso wenig. Ein tollpatschiger und irgendwie liebenswerter kleiner Ganoventrupp. Durch Kevin werden dann eben die "7 Zwerge" (sicher nicht unbewusst angelehnt an gleichnamiges Märchen) komplettiert.
Wenn man bedenkt, dass der Film eben bereits für 6-jährige sehenswert sein soll, muss ich sagen, dafür ist z. B. das oberste Wesen oder auch andere Gestalten deutlich zu gruselig gemacht. Ich würde meinem Sohn, der auch mittlerweile 6 Jahre alt ist, den Film auf keinen Fall zeigen! Selbst mit 12 müsste man da wohl noch überlegen ob das wirklich das richtige ist. Mit der Art von Humor kann ein 6-jähriger evrmutlich auch noch nicht wirklich viel anfangen. Für mich als erwachsenen trifft das allerdings voll ins Schwarze. Gestalten wie der kindische Napoleon, den der nahegerückte Sieg nicht interessiert und der sich viel lieber an Schauspielertruppen interessiert und eine Vorliebe für Kleinwüchsige hat oder Agamemnon, der sich als wahre Vaterfigur für Kevin entpuppt - aber am besten ist immer noch der schwule Robin Hood und seine nicht wirklich weiblich erscheinende Maryann (wie schreibt sich die denn?) - zum brüllen komisch! Also wer den trockenen britischen Humor von Monty Python mag, der muss sich diesen Film unbedingt gönnen!
Wo wir gerade bei Monty Python sind: aus der Truppe sind ja auch mit John Cleese und Michael Palin zwei würdige Vertreter am Start und auch sonst ist der Film überfüllt mit großartigen und vor allem bekannten Akteuren wie z. B. Sean Connery, Shelly Duvall, Ian Holmes etc…

Was soll man zur Story noch sagen? Sehr phantasievoll, recht gut durchdacht, der Kampf Gut gegen böse als Rahmenhandlung, dazwischen gespickt mit netten geschichtsträchtigen Ereignissen und dazu noch eine kleine Prise Gesellschaftskritik wie es eigentlich immer bei Gilliam der Fall ist und irre komisch. Wie ich denke eine gute Mischung.

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