Review

Als Monty Python Anhänger und Freund des schwarzen britischen Humors ist es natürlich ein Muss, mir auch endlich mal Time Bandits bewusst angeschaut zu haben. Die Erwartung war aufgrund der Tatsache, dass Terry Gillian Regie führt und zusammen mit Michael Palin das Drehbuch schrieb, dementsprechend hoch.

Direkt am Anfang bekommt man dann auch schon den ersten gesellschaftskritischen Hieb präsentiert, da der kleine Kevin von seinen fernsehsüchtigen Eltern vernachlässigt und herumkommandiert wird und ihnen elektrische Geräte wichtiger sind als die Gedanken oder Gefühle ihres Sohnes. Und so flüchtet sich dieser Nachts in eine Parallelwelt, in der er all das auslebt, was Jungs bzw. Kinder in seinem Alter interessant finden. Eines Nachts verirrt sich dann plötzlich eine Truppe von sieben Zwergen in sein Zimmer, dass sie durch den Kleiderschrank betreten. Eine gewisse Änlehnung an das grimm'sche Märchen ist hierbei denke ich bewusst gewählt.
Man erfährt, dass die Zwerge mit Hilfe einer Karte durch Zeitlöcher und in verschiedene Epochen der Geschichte reisen können. Natürlich machen sie das nicht zum Spaß und die Karte haben sie auch nich ehrlich erworben, sondern aus reiner Profitgier. Und so kommt es dazu dass sie vom obersten Wesen verfolgt werden, dem Erschaffer des Kosmos, der seine Karte natürlich zurück haben möchte.

Die Gruppe der Zwerge ist so unnachahmlich dargestellt, dass man sie direkt vom ersten Augenblick an gern haben muss. Ständig gibt es Rangeleien, Seitenhiebe und andere Neckereien, was den Film natürlich immer auf seine eigene Art und Weise auflockert. Es macht einfach Spaß, dem Ensemble zuzusehen, in das sich der kleine Kevin im Verlaufe des Films gut einreiht, jedoch eher vernünftig und bedacht reagiert und nicht auf die Provokationen der Zwerge eingeht.

Und so treffen die 8 auf ihrer Reise durch die Zeit verschiedene Persönlichkeiten wie Agamemnon, Robin Hood oder Napoleon, die Gilliam auf seine ganz eigene Art persifliert und ihnen seinen eigenen Stempel aufdrückt. Das ganze endet in der Begegnung mit dem ultimativen Bösen in der Festung der Finsternis, ein Wesen, welches nach der Zeitkarte trachtet, um die Welt zu unterwerfen und das Böse regieren zu lassen. Auch hier wird nicht mit Humor gespart und in verschiedenen Szenen kommt der typisch britische Humor zum Vorschein, was zu Gefallen mag. Und so endet das Ganze doch ein wenig überraschen und wartet ganz am Schluss des Film noch mit einer extra Priese schwarzem Humor auf.

Alles in allem bin ich in den 110 Minuten, die der Film geht, durchweg gut unterhalten worden, habe das eine oder andere Mal schmunzeln und auch lachen müssen und war im Endeffekt zufrieden mit dem, was mir Terry Gilliam serviert hat. Einen interessanten und intelligenten Zeitreisefilm, gespickt mit gutem Humor, schönen Schauplätzen, tollen Hauptdarstellern und einem guten Drehbuch.

Ein wenig mehr Humor hätte dem Film mit Sicherheit gut getan, da er (was ich aber auch nicht erwartet habe) nicht ans britische Meisterwerk "Das Leben des Brian" heranreicht. Alles in allem eine gute 7.

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