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Merkwürdige Dinge gehen im Kinderzimmer von Kevin vor. Während sich seine Eltern unten die Show „Your Money or Your Life“ ansehen, springt ein Ritter auf einem Pferd durch seinen Kleiderschrank in sein Zimmer. Doch damit nicht genug, bald darauf taucht eine Gruppe Kleinwüchsiger bei ihm auf, die mithilfe einer Karte durch die Zeit springen und Raubzüge begehen. Dabei immer auf der Flucht vor dem Obersten Wesen schließt sich Kevin ihnen an und reist mit den Kerlen durch Zeit und Raum.

Das von Terry Gilliam inszenierte Fantasyabenteuer bietet so vor allem eine episodenhafte Struktur, in welcher sich Kevin in immer wieder neuen Zeitabschnitten der Vergangenheit tummelt. Von Napoleon bis Agamemnon deckt das eine weite Spanne ab und spielt gegen Ende noch mit einer mystisch-religiösen Komponente. So gibt es im Design immer wieder mal Abwechslung, gedreht wurde in Wales, England und Marokko. Auch mit der Modellarbeit und den realen Sets kann der Streifen punkten.
Das Szenario selbst ist recht phantastisch, dazu gesellt sich noch eine Prise Humor. Dass manch absurde Szene dabei an Werke von Monty Python erinnern, wenn auch in abgeschwächter Form, ist kein Wunder. Neben Gilliam finden sich im Team noch John Cleese und Michael Palin wieder, welcher mit Shelley Duvall in mehreren Rollen auftritt. Sean Connery, Ian Holm und Kenny Baker sind ebenfalls zu sehen, die Besetzungsliste ist durchaus prominent.

Doch so phantasievoll das hier auch geschrieben ist, wirklich zünden will der Film bei mir nicht. Das liegt zum einen daran, dass das hier trotz aller Bemühungen immer etwas zu sparsam aussieht und dafür einige Szenen einfach zu lange ausgespielt werden. Dennoch transportiert der Film eine Hektik, die dazu auf dem Papier im krassen Gegensatz steht. So entsteht eine durchgehend merkwürdige Mischung und ein ebensolches Gefühl, immer wieder fehlt es am richtigen Timing des eingebrachten Schwungs, Es wirkt holprig ausbalanciert. Und das, obwohl die Ideen quasi im Minutentakt hier die Bühne entern. Dafür macht die Nebelmaschine Überstunden und das Ende ist angenehm unstandardisiert.
Unterm Strich für mich ein unausgewogenes Abenteuer, was bei all dem Einfallsreichtum durchaus schade ist.

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