Review

Aschermittwoch ist alles vorbei

„La Morsure“ aka „Bitten“ handelt von zwei Freundinnen in einer Mädchenklosterschule, die sich eines abends aufmachen und eine abgeschiedene Hausparty besuchen - doch feurige Träume und Omen werfen ihre Schatten über diese märchenhafte Nacht…

Schatten die schwimmen, Wälder die wanken, Mädchen die weinen und Zigaretten die qualmen. Lippen die bluten, Lidstrich der verläuft, Freiheit die sich immer durchsetzt. Freundinnen die helfen, Liebe die Hoffnung gibt, Kapellen die brennen, Spinnen die snacken und Schallplatten die swingen. „Bitten“ erinnert an zauberhaften „Horror“ a la „Die Zeit der Wölfe“ oder stylische Vampirkulthits wie „The Hunger“. Zwischen Pubertätsängsten, Außenseiterbanden und feuchtem Vampirtraum. Collagenkunst. Etwas blass, etwas behäbig, etwas belanglos. Aber auch sehr, sehr ansehnlich, süß und melancholisch. Nischig, definitiv Special Interest. Zwielichtiger Walzer des Nahtodes. Klassische Gothic Horror-Motive, entschleunigt und eher mit internen Konflikten. Poetisch und einlullend. Mit Flair, Charme, Textur. Müde sollte man aber am besten gar nicht sein. Immer noch eine bessere Liebesgeschichte als „Twilight“. Der Vampir sieht ein bisschen aus wie Tom Holland. Das ist aber nebensächlich.

Fazit: hypnotisch-harmlose Blutsaugerballade im sexy Swingin' Sixties-Style wie einst Franco und Rollin. Nicht ganz so freizügig. Romantisch, hübsch, edle Rocksongauswahl. Trippelschritte auf dem Coming-of-Age-Vampirpiano. Eher behäbig als bissig. Passiert halt wenig. Böse Zungen nennen das eher Bildschirmschoner als Film. Trotzdem schön, dass das noch gemacht wird. 

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