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Eine Boulevardkomödie in einem kleinen Pariser Theater wird auf einmal rüde von einem Besucher unterbrochen. Yannick gefällt das Stück nicht. Der Nachtwächter hat extra einen Tag Urlaub und eine einstündige Reise auf sich genommen, um sich ein wenig unterhalten zu lassen – und nun das hier. 

Man fühlt sofort mit, mit diesem bodenständigen Theaterkritiker, denkt an zahlreiche eigene Erlebnisse in missglückten und zähen Stücken. Gleichzeitig hat man auch Mitleid mit den armen Schauspielern, die sich an diesem mittelmäßigen Eifersuchtsstück abarbeiten müssen. Vor allem, als Yannick, des Theaters verwiesen, kurze Zeit später mit einem Revolver zurückkehrt. 

Wüsste man nicht, dass der Film von Surrealkomiker Quentin Dupieux stammt, man würde mitfiebern wie in einem Thriller. Yannicks unberechenbare Art sorgt in Kombination mit seiner Bewaffnung für eine ständige unterschwellige Bedrohung, die man so aus den sonstigen Filmen des Autors und Regisseurs nicht kennt. Das Lachen viel bei Dupieux noch nie so schwer wie hier. 

In nur sechs Tagen wurde YANNICK an einem Ort gedreht, nach 67 Minuten ist der Spuk, bzw. das Stück vorbei, gekappt an genau dem Punkt, an dem es bei anderen Filmen spannend werden würde. Eine schöne, kurzweilige Fingerübung von Vielfilmer Dupieux.

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