Ergänzend kann auch diese Ausschussware der nur ganz selten mal ansehbare B-Kost produzierenden Mannen von Cinetel Films unter ferner liefen eingeordnet werden. Der ganz routiniert werkelnde Filmemacher Jonathan Winfrey („Black Scorpion“, „Carnosaur 3: Primal Species“), einst unter Roger Corman „groß“ geworden, muss selbstverständlich auch hier Massen von Stock Footage mit einer hanebüchenen Story zusammenpappen, um so etwas wie einen Unterhaltungsfilm auf das Publikum loszulassen. Erwischt hat es hier neben „Sudden Death“ und „Backdraft“ vereinzelt auch „The Glimmer Man“ und „Rush Hour“ oder „Volcano“. Ich bin mir nicht ganz sicher, bei ein paar Szenen ging es etwas schnell. Mal abgesehen von der miesen CGI-Explosion zum Schluss wurde jedenfalls jede mehr oder weniger spektakuläre Sekunde mal wieder zusammengeklaut.
Der Rest des Films erfüllt dann die erwarteten Lückenfüller-Qualitäten bei denen der Zuschauer nicht gerade in Jubelarien ausbrechen möchte. Anschlussfehler noch und nöcher, unglaubwürdige Reaktionen, ein unnötig wirr-komplexer Plot und hirnrissige Einfälle erfüllen auch diesen Cinetel-Mist. Von reichlich improvisierten Sets und keinen Deut zur Handlung beitragenden Szenen reden wir erst gar nicht.
Als Zuschauer muss man hier mit einem auf den ersten Blick erst mal simplen Bombenleger-Thriller Vorlieb nehmen, der nur hintergründig viel politisch kalkulierten Wind machen will, auch wenn das arg lächerlich in Bezug auf die Handlung wird. Aber dort lagen ja noch die Stärken der Produktionsstätte.
Beau Stoddard (Randall Batinkoff, „The Peacemaker”, „Higher Learning”), ein in Ungnade gefallener Ex-FBI-Agent, der nun bei der Postkontrollbehörde seine Brötchen verdient, wird Augenzeuge einer gewaltigen Explosion in einer Anwaltskanzlei (Susan Stahnke in ihrem sekundenlangen U.S. – Debüt) und reimt sich anhand an den Haaren herbeigezogener Indizien zurecht, dass nur eine Paketbombe in Frage käme. Folgerichtig muss die Post sich da auch mit involvieren und wer käme da eher in Frage als er? Zumal er die alte Truppe ohnehin noch kennt und die den Hengst mit der Spürnase trotz anfänglichem Zögern mit in die Ermittlungsakten schauen lassen, um sich eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen.
Der Cast kann sich nebenbei bemerkt sehen lassen und das nicht nur weil Elizabeth Berkley („Showgirls“) gut aussieht. Bokeem Woodbine („The Rock”, „The Big Hit”) ist genauso ein erfahrener Darsteller wie Stan Shaw („Cutthroat Island“, „Snake Eyes“), der hier den Unsympathen, der Beau einst feuerte, raushängen lässt.
Die Ermittlungen selbst verlaufen fad und fördern auch wenig zutage. Die Verdächtigen werden fast aus dem Hut gezaubert und die entdeckten Beweise gegen sie, sind auch schön weit hergeholt. Immerhin unterbricht ein solide umgesetzter Shootout (Warum muss man Verdächtige eigentlich immer erschießen anstatt anzuschießen?) zur Halbzeitmarke die dröge Monotonie etwas, bevor Beau sich mit Jane (Berkley) wieder in Ermittlungen stürzt, wobei die auch mehr damit beschäftigt sind sich anzuzicken als endlich mal Fortschritte zu machen und einer Ungeheuerlichkeit auf die Schliche zu kommen.
Es fasziniert mich nebenbei bemerkt immer wieder wie belanglos Cinetel-Filme vor sich hinplätschern können, einigermaßen unterhalten und dann nie weiter im Gedächtnis hängen bleiben – weder positiv noch negativ.
Schlimmer sind da nur die ewigen Logikfehler, wenn Beau dann völlig unbehelligt in jede FBI-Institution eintreten darf oder er ganz problemlos im Finale durch ein Labyrinth von Gängen im Eishockeystadion den Bombenleger findet (Da hätte man dann auch sicher mal etwas Suspense herauskitzeln können...).
Der vermeintliche Plottwist ist dann auch keiner mehr, weil längst vorherzusehen, da sich die Darsteller dementsprechend verhalten.
Fazit:
Wer von Cinetel Films nicht genug bekommen kann, den will ich nicht davon abhalten sich „Detonator“ anzuschauen. Die Darsteller sind tatsächlich ganz solide und Jonathan Winfrey weiß auch was er da macht. Nur das viele Stock Footage und die wirklich dröge abgespulte Ermittlungsarbeit (Indizien, Zeugenbefragungen, Nachforschungen und wieder von vorn...), die dann von Gevatter Zufall jedes mal begünstigt wird, versprüht wenig Spannung. Der wenige Humor ist dann auch zu handzahm, die eine Schießerei zu wenig Action, die Charaktere herrlich ambivalent, die Handlung inspirationslos wie einsilbig und weitere, selbstgemachte Effekte mies. Genau wie der Film eben...