Review

In flirrender Hitze beginnt die Geschichte, ein Italowestern fast, einzelne Einstelllungen, auf die Details ausgerichtet, mehr Sonne als Schatten, eine nahezu menschenleere Gegend, der Rest an Überlebenden ist entweder Freund oder Feind, so genau weiss man das hier nicht. Schüsse fallen beizeiten, ein Angebertum herrscht vor, eine Kaserne im Blickfeld, die Ruine davon. Ein uramerikanisches Genre wird hier bedient, nicht mehr seit Bad Girls (1994) oder Schneller als der Tod (1995) oder Little Jo - Eine Frau unter Wölfen (1993) so gezeigt und gezeichnet, Wonder Woman im Wilden Westen hier den Weg bereitet:

In der im Wilden Westen befindlichen Stadt "Last Stand" taucht eine weibliche Revolverheldin auf, die sich zwischen dem andauernden Kampf der normalen Bevölkerung, angeführt von Bat Lash [ gesprochen von Brett Dalton ], und den von den Banditen geleiteten Jonah Hex [ gesprochen von Troy Baker ] entscheiden muss. Trotz oder wegen einem ersten Gespräch mit Hex entscheidet sich die Frau in der Pattsituation für die Stadtbewohner. Währenddessen nimmt der Kriegsherr Travis Morgan [ gesprochen von Teddy Sears ] auf dem Planeten Skartaris einen von seinem Erzfeind, dem Zauberer Deimos [ gesprochen von Damian O'Hare ] entsandten Söldner gefangen, der ihm allerdings anbietet, in Austausch für die Freiheit den Weg zu Deimos' Burg zu zeigen, was mit allerlei Gefahren verbunden ist. Bedrohungen ausgesetzt sind auch die Bundesagenten Clark Kent [ gesprochen von Darren Criss ] und King Faraday [ gesprochen von Frank Grillo ] unweit der Stadt Grovers Mill, als dort Berichte über ein abgestürztes Ufo eingehen, was auch der State Trooper Bruce Wayne [ gesprochen von Jensen Ackles ] und die Zeugin Diana Prince [ gesprochen von Stana Katic ] so berichten.

Der 7. Film im DC Animated Movie Universe, deren zweiten Phase, der 52. Film DC Universe Animated Original Movies Line-up, inspiriert von den Vorlagen "Warworld Rising", "The Arena" sowie "Warworld Revolution", mit dem Goldenen Lasso wird natürlich gehandhabt, der braune Fusel ausgeschüttet und eingeflößt, die Stadt im Goldrausch aufgegangen und ausgegangen, nur das Üble über geblieben, kaum Zivilisation vorherrschend, das Recht des Stärkeren herrscht, "There's an opportunity for you in here." Die letzten rechtschaffenen Menschen wollen fliehen, auf sie wurde geschossen, eine Belagerung, ein Fluchtversuch, schnell unterbunden, eine Kleinfamilie in Bedrängnis, die Eltern schnell erschossen. An der kleinen Tochter will man sich auch vergreifen, oder sie wenigstens töten, eins von beiden, ein Kopfschuss als Verteidigung, das Blut spritzt, der Bösewicht hat ein halb aufgeschnittenes, halb offenes, schlecht verheiltes Gesicht. Der Sheriff schaut tatenlos zu, ist groß mit den Worten, mit den Taten nicht, die Kaserne erneut unter Beschuss bzw. mit einer Ladung Dynamit angegriffen, frisches Blut im alten Genre, eine Anekdote, eine Episode, aus einem Gespräch schnell ein Kampf gemacht, sich den Männern entgegengestellt. Die Szenerie ist bekannt, ein Saloon, ein Stadttyrann, eine Diktatur, alles soweit bekannt, in neuer Verwendung hier, ein Duell auch bald, Einer gegen Drei, extra die Uhr dafür gestellt. der Totengräber, sollte es einen noch geben, hat jedenfalls gut zu tun, Geschäfte werden gemacht, viel Aggression und Offensive, ein Plan durchschaut und unterbunden. Ein Raubüberfall auf einen Zug geplant gewesen, ein Zufall, dass zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Person auch ist, eine Einführung spart man sich auf, die Hintergründe nicht erläutert, einiges an Wunderkraft und Explosion dafür gezeigt, ein kleines und kurzes, aber voluminöses Abenteuer, mal handgreiflich, mal brutal auch, "Would you have stayed?", ein fließender Übergang in die nächste Epoche, keine Vorrede, kein Abschied, drei Segmente, kriegerische Auseinandersetzung, siehe Titel.

Mit dem Schwert und der Axt wird im zweiten Teil, in der Mitte, einer Art Talon im Kampf gegen das Imperium gefightet, wieder eine Person gegen viele, mit nackten, muskulösen, definierten Oberkörper, auch hier geht es nur um eines, um Gold und Reichtum, geritten wird auch, einige Namen in die Wüste, die Einöde hinein gerufen, eine Sage initialisiert, einem Albtraum gleich, einem schlechten Rausch, gezeichnet mit anderen und dennoch gleichen Bildern, viel Wildnis, viel Männerwelt, wenig Frauen im Hintergrund, die Menschheit verdammt, hier versucht sich die Hauptfigur auch noch zu erinnern, zuvor war ein klarer Kampf, ein Einsetzen bekannter Kräfte ausgemacht. Zwischendurch wird man in den Gedärmen eines riesigen Urviechs gefangen, den Bauch aufgeschlitzt, eine Detailtreue in der Optik, eine mystische, mythische, grausame Welt. Zu Wasser, zu Lande und aus der Luft greifen die Wesen an, die Mannschaft reichlich dezimiert, immer noch als Sklave, zwischen Sandalenfilm und Fantasy gefangen. Spielen tut das In einem Land vor unserer Zeit, Als die Frauen noch Schwänze hatten, mit Gewalt und Sexualität auch gespielt, eine Reise, der Weg ist das Ziel, die Welt mit Rätseln, mit Fallen, mit Geheimgängen gespickt; erst als Gefangener mitgeführt, dann aus der Befreiung heraus, seine eigene animalische Legende voller Eigennutz und Versatzstücken des Gruselns gestrickt.

Im blendend aussehenden Schwarzweiß wird die dritte Episode gehalten, ein Film Noir scheinbar, ein Agentenfilm, ein Science-fiction-Film, der Amerikanische Way of Life soll beschützt und bewahrt werden, draußen mitten in der Einöde, im klirrenden Schnee, mit Officer Wayne und Agent Kent, vor einem Diner treffend, eine Zeugenbefragung im nächtlichen Winter. Die Regierung ist eingeschaltet, die Zeugen sind normale Bürger, teilweise Arbeiter, Angestellte, ein junges Pärchen, die Menschen zittern nicht vor Kälte, es ist die Angst, die sie zum Zittern bringt. Miss Prince ist auch anbei, auch sie hat einiges gesehen, sie ist die Querverbindung der ganzen Handlung, drei Fragmente mit einer personellen Überschneidung, eine Verwirrung herrscht vor, keiner traut dem Anderen, Panik herrscht vor. Um UN-Amerikanismus geht es hier auch, um die McCarthy-Ära, nur mit anderen Mitteln, um Angst vor Fremden, um politische Positionen und feindliche Invasoren. Eine Aufholjagd durch den Frost, Metawesen in der Attacke, eine Tanklasterexplosion. Erkundigungen in der unberührt scheinenden Natur werden gemacht, der Stil sieht fantastisch aus, eine Grey-Look Demonstration, auch ein paar Antworten, etwas Farbe hier und da, was die Stimmung eher verschlechtert als verbessert, man hatte sich an das 40er/50er Jahre Aussehen gewohnt, es lieb gewonnen, nun kommt plötzlich auch verbal ein ganz anderer Ton. Von der Mystery zur Aufklärung, zu Schüssen gegeneinander, vom Jack Arnold zu Peter Medak und Stuart Orne, von der Besonderheit zur Beliebigkeit, schade ist es und leider drum, nun auch mit Erklärung und Erläuterungen, weg von der Spekulation,in der sich ziehenden Auflösung; qualitativ ein Abfall, wenn auch mit einem besonderen Cameo. 

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