Mit „Under Control“ versucht sich Jackie Chan auf einer etwas anderen Schiene – und versagt fast auf ganzer Linie.
Handlung hat der von Chan geschriebene Film kaum eine: Das junge taiwanesische Fischermädchen Bu (Shu Qui), die von Romantik träumt, folgt einer Liebeserklärung via Flaschenpost nach Hongkong. Doch selbige wurde von einem Schwulen an seinen Ex-Freund abgeschickt. Bu trifft in Hongkong den reichen Geschäftsmann C. N. Chan (Jackie Chan) und sieht in ihm ihren Traumprinzen…
Die Hauptattraktion von Jackie Chans Filmen sind meist die Kampfszenen, die über die oft dürftige Handlung hinwegtäuschen. Doch davon gibt es in „Under Control“ kaum etwas zu sehen: Zwei kurze Kloppereien mit den Handlangern eines Konkurrenten sowie zwei Duelle gegen einen Champion. Selbige Duell sind wirklich die Highlights von „Under Control“, die den Film vor der totalen Belanglosigkeit retten: Fetzig choreographiert und mit hohem Tempo zeugen sie von Chans unglaublicher Körperbeherrschung trotz fortgeschrittenen Alters.
Ansonsten hat der Film größtenteils allerdings nur Langeweile zu bieten, denn die Romanze spult einfach nur Standardsituationen des Liebesfilms ab ohne wirklich ein Gefühl für seine Protagonisten zu entwickeln. Die Dialoge sind kitschig und wenn dann noch CGI-Sternschnuppen blinken und CGI-Delphine jubeln, dann steigt der Brechreiz beim Zuschauer. Auch der Humor reicht nichts aus, aus dem Film noch eine Romantikkomödie zu machen, denn die Gags zünden überhaupt nicht. Ich persönlich habe mich nur über die rülpsenden Fische amüsieren können; ansonsten gibt es albernen unkomischen Slapstick und dämliche Klischeewitze über Schwule, Fischer usw.
Viel schrecklicher ist jedoch die Tatsache, dass kaum etwas passiert. Die Streitigkeiten zwischen Chan und dem befreundeten Konkurrenten bringen die wenigen Kloppereien notdürftig unter, aber ein echter Feind ist er nicht. Ohnehin ist „Under Control“ schrecklich moralinsauer: Der Konkurrent muss geläutert werden, Chan erkennt, dass Erfolg nicht alles ist und die Liebe wichtig usw.
Auch schauspielerisch ist es mit dem Film nicht weit her, obwohl Jackie Chan eine solide Performance abliefert. Shu Qui hingegen guckt wie eine Schauspielschülerin im ersten Ausbildungsjahr mit einem einzigen Schmollmund-Gesichtsausdruck. Auch der Rest der Darsteller stellt sich bestenfalls mittelmäßig an, wobei Tony Leung hier sicherlich noch am besten wegkommt.
Somit ist „Under Control“ ein weitestgehend missratendes Jackie Chan Vehikel, das nur von den wenigen Kämpfen vor dem totalen Bodensatz gerettet wird, denn die Handlung ist langweilig und öde.