Feng Ta-Kang sitzt unschuldig in der Todeszelle. Eigentlich wollte er den Mord an einer Gruppe von Kaufleuten verhindern, wurde aber anstelle der wahren Mörder verhaftet. Fengs harmloser Zellengenosse Yang Lin erhält indes von einem der Killer den Auftrag, Feng zu töten, bevor dieser aussagen kann ...
David Chiang ("Have Sword, Will Travel") ist einer der absoluten Superstars der Shaw Brothers. Mit seiner dritten Regiearbeit inszenierte er die klassische Revenge-Story im Martial-Arts-Gewand und übernahm gleich eine der Hauptrollen. Allerdings zeigt Chiang selbst wenig von seinen Kampfkünsten. Die Fights überlässt er fast komplett seinem Co-Star Tsai Hung ("Shaolin Temple").
Chiang legte bei "The Condemned" das Augenmerk jedoch nicht unbedingt auf Martial-Arts, sondern mehr auf die Geschichte rund um Freundschaft und Rache. Eine lange Exposition und viele witzige Situationen im Gefängnis bestimmen die ersten 60 Minuten. Erst zum Ende hin durfte Stamm-Choreographer Tang Chia so richtig zulangen. Auf Trampolin und Seil wurde dabei größtenteils verzichtet.
Von den knallharten Duellen gestaltet sich vor allem ein Fight als wirklicher Hingucker, der obendrein noch in der gleichen Kulisse umgesetzt wurde, in der schon das Finale zu Chiangs Revenge-Streifen und "Kill Bill"-Vorlage "Vengeance!" (1970) entstand.
Immerhin gibt es wenigstens bei "The Condemned" ein kleines Happy-End für das sympatische Heldenduo.
In Nebenrollen spielen übrigens bekannte Gesichter wie Fung Hak-On, Lee Hoi-Sang und "Matrix"-Choreograf Yuen Wo-Ping.
"The Condemned" ist ein bunter, spannender Shaw-Brothers-Klassiker, der durch ungewöhnlich viel Story auffällt und obendrein mit seinen (wenigen) Kampfszenen zu begeistern weiß.
8/10 Punkten.