Der erfolgreiche Nachtclubsänger Johnny [ David Chiang ] wird von seiner alten Gaunerbande erpresst und soll bei einem Juwelierraub als Tarnung und Schutzschild herhalten.Als dieser beim Eintreffen am Tatort seine alte Liebe Lily [ Wong Ping ] wiedersieht, wehrt er sich gegen den Überfall, schlägt seine Bande in die Flucht und wird selbst von der schiesswütigen Security verletzt. Da der einzige Zeuge seiner Unschuld stirbt, nimmt die Polizei ihn als Verdächtigen an; seine ehemaligen Kumpane sind ihm auch auf den Fersen...
Abgesehen von ganzen 5 intonierten Songs [ eigentlich sinds 4 vollständige und 2 angesungene ] ein ganz normaler Thriller, wobei die musikalische Untermalung auch entweder ganz am Anfang oder am Ende stattfindet, dazwischen also auch beruhigt jemand ohne Faible für Mandopop zugreifen kann.
Die von Chang Cheh getexten Songs kommen auch eher lustig herüber, nicht nur wegen den Lyrics, sondern auch die choreographierten Auftritte, die Kostüme und der Anblick von einem versteinerten David Chiang als Sänger und einem eindeutig mehr Spass habenden Ti Lung als Drummer sorgen leicht für Heiterkeit.
Dankbar nimmt man auch zur Kenntnis, dass nur zu gegebenen Anlässen gesungen wird, sprich bei Konzerten, nicht einfach mitten in der Handlung. Es ist also kein Musical, wie manche befürchtet haben dürften.
Die Geschichte fängt ganz gut an, Johnny [ der mit Künstlername anscheinend "Narcissus" heisst und auch so aussieht ] wird durch eine fingierte Nachricht an die alte Diebesunterkunft gelockt, dort wartet die Gang und nimmt ihn erstmal ihn die Mangel, versucht es zumindest. Die Wege bis zum geplanten Überfall, der ungefähr in der Mitte stattfindet, sind auch eindeutig die besseren; nach dem Überfall wirds etwas träger, was nicht nur an der Verletzung Johnny's liegt. Bei der grossen Liebesgeschichte mangelt es an Tempo, die gespielten Emotionen sind zu dick aufgetragen und die Ausreden, warum sie sich nicht früher bei ihm gemeldet hat bzw. warum sie nicht von ihm gefunden wurde [ die Polizei sucht sie auch ] sind einfach zu fadenscheinig, um das Wiedersehen prickelnd zu machen. Auch die Ermittlungsarbeiten der Polizei bewegen sich auf ganz ausgetrampelten Faden, letztlich klären sie selber in mühsamer Arbeit nur das, was der Zuschauer schon längst weiss.
Dafür bleibt die Verfolgung von Johnny durch die übrig gebliebenen Gauner leicht auf der Strecke, gerade mal 2 Leute tauchen genau 1x auf, nicht gerade der Inbegriff einer Hetzjagd.
Sowieso wirkt der Film ab da recht langatmig, die Laufzeit ist generell etwas zu lang, soviel gibt die Geschichte einfach nicht her. Wenn der Film Fahrt aufnimmt, tut er das übrigens recht gut. Der Raubüberfall selbst wartet mit einem Adrenalinstoss auf, die spätere Jagd im Untergrundschacht und auch der Showdown sorgen für gute Actionszenen, wobei hier endlich auch mal die Schusswaffen eingesetzt werden, Film ist auch milde blutig. Die wenigen Kampfchoreographien von Lau Kar Leung und Tang Chia sind auch nicht so gestelzt, sondern mehr modernisiert.
Letztlich war der Film ganz interessant, verlor das Interesse aber ab der Hälfte, die Klischeestory wird dann zu trivial und langsam aufbereitet.
Nichtdestotrotz ganz unterhaltsam, ein Effekt wie z.b. in Seijun Suzuki's Gangsterballade TOKYO DRIFTER wird aber nicht erreicht.