Review

No Wonderwoman Lives Forever

„Heart of Stone“ erinnert mich als Zocker hier und da an das gute alte „N.O.L.F.“, mit der immer wunderschön anzusehenden Gal Gadot irgendwo zwischen einer weiblichen Ethan Hunt, modernen Lara Croft und zerbrechlicheren James Bond. Für viele wohl nicht mehr als eine billigere „Mission: Impossible“-Kopie - für Netflix ein veritabler Hit. Durchaus hochkarätig besetzt, als allroundiges und leicht zugängliches Best Of bekannter Muster, Klischees und Spy-Action-Plots. Kann man gucken, hat mich unterhalten. Aber jetzt auch nicht von der Couch geblasen… Erzählt wird von einer versierten Doppelagentin in einem internationalen MI6-Team bzw. einer mysteriösen, hochtechnisierten „Friedensorganisation“, die eine Hackerin davon abhalten soll, den gefährlichsten Computerchip der Welt zu stehlen…

Mädchen: Impossible

Die Grundgerüste seiner Story, Entscheidungen, Überraschungen, Figuren und seinem Ausgang, von der unübersehbaren Franchiseplanung bis zu einzelnen Stunts wie einer Verfolgungsjagd durch Lissabon, einem Halo-Sprung aus heftiger Höhe oder Jetskiaction, kennt man echt zu Genüge. „Heart of Stone“ gewinnt sicher keinen Innovationspreis. Doch das muss ja auch nicht immer sein. Besser gut nachgemacht als schlecht selbst erdacht. „Heart of Stone“ ist funktional, hat einen guten Vorwärtsdrang, einige nette Locations (wie Reykjavik oder ein futuristisches Zeppelin!) und eine Gal Gadot, die endlich mal außerhalb von ihrer Paraderolle als Diana Prince zeigen kann, was sie drauf hat und dass sie eventuell ein Franchise tragen bzw. aufbauen könnte. Zumindest hat sie sich das wahrscheinlich so gedacht, da sie hier obendrauf auch als Produzentin auftritt. Man verzeiht dieser legendär schönen und obendrauf immer recht natürlich-sympathisch wirkenden Frau einfach sehr viel. Sogar Schweighöfer. Oder Glenn Close, die aussieht wie Art, der Clown. „Heart of Stone“ nimmt sich nicht zu ernst, ohne aber ständig mit Witzen dramatische Szenen brechen zu müssen. Die Action wirkt solide und ohne übertrieben viel CGI gemacht. Und die Beteiligten wirken meist quirlig, authentisch und nicht wie unkaputtbare Übermenschen. Das hilft sowohl bei der Unterhaltung als auch der Identifikation. 

Fazit: kein Herzflimmern, aber auch keine Steinigung - „Heart of Stone“ ist ein temporeiches und grundsolides Mischmasch aus gängigen und erfolgreichen Spionage-Action-Klischees. Alles andere als ein Gamechanger - aber auf Netflix befinden sich LKW-Ladungen an schlechteren Filmen. Und obendrauf gibt’s natürlich eine der attraktivsten Frauen, die momentan auf diesem Planeten zu finden sind. 

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