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Nein, der Streifen basiert nicht auf einer gestrengen Herrin, die ihren Sklaven in Gummikleidung und rotem Ball im Mund an einer Hundeleine durch die Straße führt. Vielmehr präsentiert Autor und Regisseur Greg Pritikin den üblichen Spukhaushorror mit düsterer Vergangenheit, der sich bis zur Offenbarung deutlich zuviel Zeit lässt.

Autor Parker und seine frisch angetraute Madeline ziehen in ein altes Herrenhaus. Kurz nach dem Einzug finden sie in einem Versteck eine Kiste mit Briefen, welche offenbar von einer Affäre mit dem Erbauer des Hauses stammen. Schon bald registriert Parker die Anwesenheit einer Frau oder ist es gar seine Ex, die ihn einst stalkte?...

Der übliche Umzug. Ein neues Kapitel. Eine weitgehend junge Liebe, aber mit kleinen Geheimnissen. Denn Parker scheint nicht allzu aufrichtig zu sein, wenn er dem Hang zum Rauchen heimlich nachgeht und seine Frau nicht in das einweiht, was ihn beunruhigt oder er gar zu sehen wähnt. Das Spiel mit der Ungewissheit funktioniert eine Weile, doch Aspekte des Übersinnlichen bleiben weitgehend außen vor, zumal die Gestalt der vermeintlichen Dame aus der Vergangenheit rein gar nicht geisterhaft erscheint.

Das Setting schürt zumindest eine mysteriöse Atmosphäre und vor allem der Score scheint sich an Meisterwerke vergangener Dekaden zu orientieren. Da schimmert ein wenig von den Vibes der 70er durch, wenn für nahezu jede Szene ein Orchester beansprucht wird und später noch ein Chor hinzukommt. Jener ist zumindest deutlich besser gelungen als einige Versuche, an Altmeister Hitchcock anzuknüpfen. Zwar sind einige Szenenübergänge recht kunstvoll ausgefallen, doch anderweitig hat die Kamera keine rechte Idee, aus dem Setting etwas besonderes zu machen. Gleiches gilt für den Inhalt, der primär im Mittelteil kaum von der Stelle kommt.

Ein weiteres Manko sind die schwach geschriebenen Frauenfiguren, die beinahe wie Staffage wirken und kaum aktiv zur Handlung beitragen. Sie fungieren eher als Stichwortgeber, beeinflussen den Verlauf der Geschichte jedoch fast gar nicht. Dieser nimmt im finalen Part immerhin eine Wendung, die zwar nicht von den Socken haut, allerdings eher unerwartet kommt. Die Twists werten das Gesamtergebnis zumindest noch etwas auf.

Den tauglich performenden Mimen ist wenig vorzuwerfen, die rar gesäten Effekte fallen zweckdienlich aus und selbst die Synchro klingt passabel, doch in Sachen Spannung und Mitfiebern wäre da deutlich mehr Luft nach oben gewesen. Trotz gelungenen Finalakts mangelt es über weite Teile an frischen Ideen und Momenten des Erschauderns, weshalb das Werk letztlich nicht über Durchschnittsware hinauskommt.
5 von 10

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