Während Zombie-Action aus Hollywood nicht zuletzt aufgrund ausladend erzählter Serien ein wenig zum Stillstand gekommen scheint, stammen aus dem Großraum Asien immer mal wieder Vertreter, die sich zumindest stilistisch von der Masse abheben. Der philippinische Regisseur Joey de Guzman scheint sich bei seiner Variante an der Action aus „The Raid“ zu orientieren, was einige Vorteile in Sachen Tempo mit sich bringt.
Seit acht Jahren sitzt der ehemalige Elite-Soldat Emon (Brandon Vera) im Knast und darf auf eine baldige Entlassung hoffen. Doch eine landesweite Seuche kommt dem zuvor, die ihn rasch den Weg zu Frau und Tochter antreten lässt. Dort angekommen, muss er sich erneut blutrünstigen Infizierten stellen, die bereits den Apartmentkomplex bevölkern…
Viel bekommt man über die Hintergründe der Seuche nicht geliefert und auch die Bilder der Exposition bieten keine stichhaltigen Erkenntnisse. Irgendwie ist eine Form des Dengue-Fiebers mutiert und den Betroffenen rünstet es nach Blut. Also genau die richtige Aufgabe für eine unterforderte Kampfmaschine wie den Hünen Emon.
Schon beim Aufruhr im Gefängnis gibt es ordentlich auf die Zwölf, was sich im Wohnkomplex nahtlos fortsetzt und mit einigen blutigen Einlagen wie Axthieben und Einschüssen einhergeht, wobei letztere häufig aus dem Rechner stammen.
MMA-Fighter Vera überzeugt dabei mit physischer Präsenz, die in Richtung Vin Diesel und The Rock tendiert, während er allerdings mehr mit dem Oberkörper arbeitet und weniger die Beine einsetzt, da der Mann diesbezüglich nicht allzu beweglich erscheint.
Immerhin weist das Verhalten der Gegner eine Besonderheit auf, denn auf kollektive Stille folgt ein Kauern am Boden, bis sie ein lautes Geräusch aufschreckt und erneut angreifen lässt. Durch diesen Aspekt kommen einige halbwegs spannende Momente zustande, in denen ein Umherschleichen unausweichlich ist. Zu diesem Spiel mit der Stille passt auch die Tatsache der stummen Tochter, die sich folglich über Gebärdensprache mitteilt. In diesem Zusammenhang gibt es ein paar anrührende Momente, die auch kurze emotionale Atempausen zulassen und zugleich verdeutlichen, dass Vera durchaus mit Einfühlungsvermögen an seine ansonsten weniger ambivalente Figur herangeht.
Leider bringt das Gewusel in den engen Fluren mit zahlreichen Winkeln innerhalb vieler halbdunkler Momente auf Dauer nicht allzu viel Abwechslung. Die ordentlich ausgestatteten Außenaufnahmen sind demgegenüber rar gesät und während im Verlauf recht viele Infizierte aufkreuzen, bleibt die Gruppe von Überlebenskämpfern sehr überschaubar.
Auch darstellerisch sind bei einigen Nebendarstellern Abstriche zu machen, wogegen die Statisten überzeugende Zombies abgeben, nicht zuletzt mithilfe grundsolider Maske.
Hier gibt es weniger Grusel denn Action, welche sich gegen Finale zum letzten großen Überlebenskampf gegen eine scheinbar endlose Welle von Angreifern auftut.
Die Kamera arbeitet zwar weitgehend konzentriert und der Score fällt überwiegend zweckdienlich aus, doch storytechnisch sollte man keine Innovationen oder gar überraschende Wendungen erwarten. Mit einer kurzen Laufzeit von 84 Minuten kommt der Stoff ohne Umschweife auf den Punkt, was Genrefans anspruchsloser Zwischenmalzeiten gegebenenfalls entgegenkommen könnte.
6 von 10