Lange Zeit galt Found Footage als eine Option, unheimliche Ereignisse möglichst nah an den Beteiligten zu erleben. Während der Pandemie wurde nach Alternativen gesucht, um Figuren bestenfalls isoliert voneinander agieren zu lassen und der Weg zur gemeinsamen Videokonferenz wurde verstärkt. Dies markiert auch hier den visuellen Mittelpunkt.
Fünf junge Menschen überleben die Explosion im Haus des Kultoberhauptes Dr. Cawl (Bruce Davison). Sie wenden sich an die paranormale Forscherin Amara (Selena Anduze), welche die wahren Umstände für die Katastrophe mit mehreren Toten herausfinden will. Dabei nähern sich den Teilnehmern der Videokonferenz unaufhaltsam dämonische Schattenwesen…
Teile der Exposition deuten bereits an, dass hier viel mit kleinen Screens und Schaltungen gearbeitet wird, da sich nur selten zwei Menschen gleichzeitig in einem Raum befinden.
Die Einführung beinhaltet eine solide gestaltete Explosion und die erste Andeutung jenes Schattenwesens, aber auch unnötige Selbstdarstellungen irgendwelcher selbsternannter Spezialisten im paranormalen Bereich. Danach geht es per Split Screen zur Videoschalte, welche nur selten für kurze Außenszenen verlassen wird.
Nun gilt es, die Hintergründe um den Kult aufzudröseln und da werden eine Menge Begriffe in den Raum geworfen, denen mehrheitlich eine nachvollziehbare Erklärung fehlt. Es geht um antike Symbole und Bilder, einer Gedankenkraft namens Alpha, hinzu kommen Seelenfresser die sich Impa Shilu nennen, ägyptische Rituale und die „23“ (der Offenbarung?) werden auch noch reingeworfen.
Dabei wäre es womöglich viel interessanter ausgefallen, sich erneut um die Urängste der jeweiligen Gesprächsteilnehmer zu kümmern, die sie erst zum Kult des ominösen Sektenführers getrieben haben. Stattdessen gibt es eine Menge Andeutungen und immerhin ein paar übernatürliche Regungen in Form fliegender Gegenstände und einer kleinen Implosion. Später gesellt sich glücklicherweise noch ein menschlich mutierter Dämon hinzu, der auch mal seine tödliche Hand anlegt, wonach einerseits ein Minimum an Bewegung entsteht und andererseits ein paar solide inszenierte Bluteffekte mitzunehmen sind, welche sogar einen sprechenden (!) Kehlenschnitt und derbe Stiche mit einem Messer beinhalten.
Ansonsten mangelt es deutlich an Suspense und atmosphärische Highlights sind an einer Hand abzuzählen, zumal die Schattenwesen mit leuchtenden Klüsen etwas zu simpel in die Landschaft geworfen wurden und mit ihrem schwarzen Nebel zu selten eine Bedrohung schüren. Auch die Ausflüge in mentale Geisteswelten gegen Ende überzeugen nur bedingt, während die Auflösung kaum zu überraschen vermag.
Während der Score von Alan Howarth erfolgreich auf den Spuren eines John Carpenter wandelt und besonders gegen Finale dramaturgisch sauber auftrumpft, haben es die Mimen deutlich schwerer, mit ihrer Präsenz oder gar Chemie zu überzeugen. Positiv sticht da lediglich Selena Anduze als zweifelnde Parapsychologin hervor, während Bruce Davison als auch Keith David eher Nebenrollen bekleiden, aber einen passablen Job erledigen.
Für die Macher um Regisseur Mike Sargent mag die minimalistische Umsetzung dem augenscheinlich geringen Budget entgegen gekommen sein, fürs Publikum ergibt sich indes ein Geduldsspiel mit ziemlich vielen Dialogen, jedoch wenig Horror und noch weniger Unheimlichen.
4,5 von 10