Inhalt:
China, vor wohl 100 Jahren. Ling Hsiang (Chun Lei) und Yun Fei (Kang Chin) sind Freunde, und eigentlich "Brüder im Geiste", hatten sie doch den selben Lehrmeister in KungFu. Doch ihre Wege trennen sich nach dem Tod des Meisters, Ling Hsiang ist ein bescheidener, ruhig-introvertierter Typ, sich dem Guten verschreibend. Yun Fei indes will nicht ärmlich und bescheiden leben, will zu Reichtum gelangen.
Ling Hsiang kehrt nach Hause zurück, als gerade seine Tante von den Schergen der Triaden bedrängt wird. Wer bei diesen verschuldet ist, muss Tochter oder Nichte den Triaden überlassen, die sich in deren Bordellen abrackern müssen. So soll es auch der Kusine von Ling Hsiang ergehen, der schönen Feng Chien (Fan Chiang). Es kommt zum Kampf zwischen Ling Hsiang und den Schergen der Triaden, deren Unter-Boss Chien Ju Ming (Sun Yueh) ist, und der Ling Hsiang unterliegt. Ling Hsiang findet Unterschlupf bei der aparten Misses Chin (Si Sin-Dai), deren Mann durch die Triaden einst getötet wurde.
Letztlich aber wird Feng Chien verschleppt, und Ling Hsiang will sie auslösen, die Schulden seiner Tante -die verstirbt- übernehmend, über 1.000$. Ling lässt sich in ein Drogen-Geschäft der Triaden einspannen, und gelangt so an das Geld. Doch nunmehr gibt es einen zweiten Gläubiger. Und das ist niemand anderes als Yun Fei, der sich auf die Seite des Bösen geschlagen hat!
Werden aus Ling und Yun nunmehr Todfeinde?
Auch hier will Ling Hsiang die Schulden begleichen, doch zeigt Yun Fei Skrupel. Als maskierter Kämpfer befreit er Feng denn selbst.
Der Terror der Triaden wird immer schlimmer, Misses Chin wird vergewaltigt und grausam getötet. Yun Fei fliegt auf, wird nach einem brutalen Kampf schwer verwundet, und der Ober-Boss (Yu Sung-Chao) der Triaden will ihn durch glühende Eisen zu Tode foltern. Eine der Prostituierten (Liu Li-Li), die sich in Yun Fei verguckt hatte, muss dies mit ansehen.
Doch da greift Ling Hsiang ein. Es kommt zum mit äußerster Brutalität geführten, langen Show-Down, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Habe ich je einen härteren Eastern gesehen? "Lightning of Bruce Lee" ist ein rassiger, knallharter KungFu-Fightactioner, so richtig nach meinem Geschmack!
Im Jahre 1973, dem Todesjahr von Bruce Lee, drehte Regisseur Chung Kuo-Heng (aka Chung Gwok-Hang) diesen eisenharten, reinen KungFu-Actioner für das kleine Label von "Hong Kong Yali Pictures Co." auf Taiwan, der national-chinesischen Inselrepublik.
Einfache Kulissen, und viel outdoor, einer dieser kostengünstigen "Wald-Wiesen"-KungFu-Filme, mit einer simplen Rache-Story in Szene gesetzt und mit vielen KungFu-Fights versehen. Und die recht einfache Storyline soll natürlich nur dazu dienen, die zahlreichen KungFu-Fights miteinander zu verbinden und die Handlung zusammenzuhalten.
Die Geschichte um zwei einstige KungFu-Schüler die sich seit Kindesbeinen durch das Kampftraining kennen, die sich trennen und dann wieder zusammenkommen, ist insgesamt flüssig und routiniert inszeniert. Nur im 2. Drittel plätschert das etwas dahin, doch stimmt der Spannungsbogen insgesamt. Der Twist "Werden aus Ling und Yun nun erbitterte Todfeinde?" und dessen Auflösung sorgt für den dramatischsten Aspekt in der Handlung, und dafür, dass die Spannung im letzten Drittel wieder ansteigt. Der lange, extra-harte und äußerst brutal geführte Show-Down ist dann nur folgerichtig unausweichlich und bringt diesen kernigen Eastern gekonnt ins Ziel.
Ein einfacher KungFu-Film, der von seiner knallharten Fightaction lebt, doch auch die Darstellungen sind routiniert-überzeugend und solide. Chun Lei ist der Held oder eher Anti-Held in diesem Eastern. Der einsame, harte Kämpfer ala Bruce Lee, mit immer gequält-zermürbtem Gesichtsausdruck, der zum Kämpfen Gezwungene, der dann aber kompromisslose, hammerharte KungFu-Fighter. Chun Lei macht das stark und gekonnt.
Sein Partner, Kang Chin, einen anderen Charakter verkörpernd, hitzig-impulsiv, eigensinnig (-habgierig?). Auch das spielt Kang Chin solide. Die Villains Sun Yueh und der spät ins Geschehen einsteigende Yu Sung-Chao, sie sind die typisch gezeichneten Schurken: Grob, hinterhältig, grausam und brutal-verschlagen. Sie agieren entsprechend, also auch hier solides Schauspiel.
Gleich 3 weibliche Rollen die die Story voranbringen und würzen: Fan Chiang als verschleppt-weinerliches Opfer, Liu Li-Li als Edel-Hure..., die sich in "Yun Fei" verguckt, eine der speziell-subtilen Nuancen die die Storyline setzt. Das gilt noch viel mehr für die Rolle von Si Sin-Dai. Auch ihre Figur verguckt sich..., in "Ling Hsiang". Aber noch subtiler, mit besonderem Spiel und Mimik. Wenn DIESE Dame MICH SO angeguckt hätte, ich hatte sofort verstanden und mir die Dame vorgenommen. Chun Lei´s Figur indes, kann oder will dies nicht sehen und erkennen. Die weiblichen Rollen bieten also spezielle Nuancen innerhalb des ja letztlich dünnen Handlungsrahmens, aber immerhin.
Das Wichtigste ist indes die satte, eisenharte KungFu-Fightaction dieser rar-unbekannten Eastern-Perle, die letztlich ein Geheim-Tipp ist. Die Fights sind in einem reellen Stil gehalten, im Fahrwasser der Bruce Lee-Filme, doch die KungFu-Techniken sind klar erkennbar und machen aus den Kämpfen auch visuell ansprechende Action. Knallharte KungFu-Fights, und die Brutalität steigert sich mit jedem weitern Kampf bis hinein ins lange, mega-harte Show-Down-Finale, dass natürlich KungFu-Fightaction-Total bietet. Ein Pas-de-trois des KungFu, ein intensives KungFu-Ballett Chun Lei & Kang Chin vs. Yu Sung-Chao, dass auf einer sandigen Ebene mit schilfartigem Gras drumrum auch in einer angenehmen räumliche Offenheit von der Location her stattfindet, was den richtigen Rahmen bietet.
"Lightning of Bruce Lee" -bereits im originären Titel eine Anspielung auf das was man zu erwarten hat: Einen an den reell-realistischen KungFu-Filmen des "King of Kung Fu" orientierten Actioner- ist ein rar-unbekannter Eastern Marke "extra-hart" und ein Geheim-Tipp. Eingefleischte Eastern-Fans kommen auf ihre Kosten und sollten sich diesen hammerharten und äußerst soliden KungFu-Actioner nicht entgehen lassen.
7/10.